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Der Burgbote 2013 (Jahrgang 93)

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Geheimnisvolle Unterwelt der Wolkenburg Wer in einer zweitausendjährigen Stadt wie Köln eine Baumaßnahme betreibt, muss immer damit rechnen, auf Zeugnisse vergangener Jahrhunderte zu stoßen. So ist es auch bei uns in der Wolkenburg geschehen, als beim Verlegen von Heizungsrohren eine Mauer im Keller des Nordflügels durchbrochen wurde und mehrere rätselhafte Erdund Gesteinsschichten zutage traten. Wir haben uns fachlichen Rat bei dem Archäologen Dr. Thomas Höltken vom Römisch-Germanischen Museum / Amt für Archäologische Denkmalpflege eingeholt. Demnach ergibt sich folgender Grabungsbefund: Über einer schwarzbraunen Kulturschicht und mehreren Planierschichten erhebt sich eine möglicherweise aus der Barockzeit oder auch dem Mittelalter stammende Mauer (Fundament?) aus Tuffstein und Backsteinfragmenten. Links neben der Mauer sieht man eine Auffüllung aus einem Gemisch aus Erde, Steinen und Mörtelbrocken. Dieser Zustand weist auf eine bewegte Baugeschichte des Areals der Wolkenburg hin. Wo heute die Josef-Schwartz-Grünanlage ist, stand seit 1144 ein Benediktinerinnenkloster. Die heutige zweiflügelige Anlage der Wolkenburg wurde erst Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet. Das eben beschriebene Grabungsprofil weist also auf das heute verschwundene Benediktinerinnenkloster hin. Die schwarzbraune Kulturschicht könnte auch mit dem Kirchhof zusammenhängen, der sich nördlich der Wolkenburg angrenzend rund um die damalige romanische Mauritiuskirche erstreckte. Die jahrhundertelange Nutzung des Areals als Friedhof hinterlässt natürlich Spuren im Erdreich. Das Gebiet rund um die Wolkenburg könnte auch schon in der Römerzeit für Begräbnisse genutzt worden sein. Denn rechts und links neben den römischen Ausfallstraßen befanden sich ausgedehnte Gräberfelder. Ein Blick auf den Deutschen Städte- Atlas/Köln zeigt den Verlauf einer Römerstraße direkt durch den Hof der Wolkenburg. Unweit der Wolkenburg befand sich nämlich ein römisches Stadttor. Das Kellergeschoss unserer Wolkenburg ist noch nicht vollständig erforscht. Einige Räume sind zugemauert und mit Erde verfüllt. Vielleicht warten da noch weitere Überraschungen auf uns. JG Wolkenburg Areal der heutigen Wolkenburg um 1180 und 1642 31