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Der Burgbote 2013 (Jahrgang 93)

34 Und nach dem

34 Und nach dem Probesingen hat Euch auch die Chorschule so gut gefallen, dass Ihr geblieben seid und dann sogar die Aufnahmeprüfung bestanden habt? Andreas: Das war keine leichte Zeit, denn neben der Chorschule besuchten wir ja auch die Proben für das Jahreskonzert. Und das war mit dem Guillaume Tell von Rossini auf Französisch keine leichte Kost für uns Anfänger. Eines Tages stand dann die Prüfung bevor, und ich muss sagen, so aufgeregt war ich schon seit Jahren nicht mehr. Wenn man da so steht wie ein Schüler... Aber zu diesem Zeitpunkt konnte mich nichts mehr aufhalten. Ich wollte unbedingt dabei sein. Umso mehr habe ich mich gefreut, als es dann hieß, ich sei aufgenommen. Ich hatte nie im Leben gesungen und hätte mir nie vorstellen können, dass ich am eigenen Gesang so viele Spaß und Freunde empfinde. Alex: Ich empfand die Aufnahmeprüfung als nicht ganz so schlimm wie mein Vater, aber das lag sicher auch daran, dass ich noch zur Schule ging und sowieso immer wieder Prüfungen zu bestehen hatte. Andreas und Alex: Wir machen beide Musik, Griechenlandurlaub 2002, Chalkidiki Gibt es musikalische Hintergründe in der Familie? Alex: Wir machen beide Musik. Andreas: Ich musste als Kind Akkordeon lernen und spielte in der Schulzeit regelmäßig. Aber den Mund habe ich nicht aufbekommen. Wenn die Lehrerin mich bat, etwas zum Akkordeon zu singen, schwieg ich eisern. Singen war für mich wie nackt auf der Straße laufen. Ich habe mich früher nie dazu überwinden können. Und auch nach meiner Aufnahme in den KMGV benötigte ich einige Zeit, bevor ich in den Proben engagiert mitmachen konnte. Alex: Meine Eltern hatten mich früher schon einmal zur Dom-Sing-Schule geschickt. Aber als ich vor dem Direktor stand, der etwas auf dem Klavier spielte und mich bat, dazu zu singen, bekam ich keinen Ton heraus. Damit hatte sich diese Schule für mich erledigt. Aber ich fing danach mit Klavierspielen an. Später lernte ich Schlagzeug und E-Gitarre und spiele heute immer wieder mal in kleineren Bands.

Also wird Hausmusik gemacht? Alex: In der Weihnachtszeit packen wir schon mal Akkordeon und Gitarre aus. Meine Schwester und meine Mutter singen auch sehr gern. Andreas: Bei uns zu Hause wurde früher viel musiziert. Ein Onkel spielte Geige, ein anderer Akkordeon. Immer wenn sich die Familie traf, wurde Musik gemacht. Nach einem knappen Jahr KMGV gefragt: Macht es noch Spaß? Andreas: Durch einen glücklichen Zufall wechselte ich vor einem Jahr in ein Unternehmen in Köln, so dass ich nicht mehr die ganze Woche über auf Reisen war, wie zuvor. Somit habe ich keine Probleme, die KMGV-Termine wahrzunehmen. Es macht mir jetzt sogar noch mehr Spaß. Alex: Ich halte mir auf jeden Fall die Donnerstage frei. Es gab jetzt im Frühjahr in der Klausurphase manchmal Terminüberschneidungen, bei denen die Schule vorgehen musste. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel wir in zwei Stunden Proben mit Herrn Steiner erarbeiten. Wenn wir in unserer Band zwei Stunden proben, dann schaffen wir bei weitem nicht so viel. Gibt es weitere Hobbies außer dem KMGV? Andreas: Als Jugendlicher war ich in Polen sechs Jahre lang Mitglied in einer Volkstanzgruppe. Zum Tanzen gehe ich auch heute noch regelmäßig einmal in der Woche. Aus dem Tanzverein stammt auch die Bekanntschaft zu Ralf Schonauer. Außerdem tauche ich gern. Alex: Ich beschäftige mich seit einigen Jahren mit Domino-Events. Dazu haben wir mit ein paar Freunden das CDT (Cologne Domino Team) gegründet. Wir stellen Domino-Steine auf und lassen sie kontrolliert umfallen. Man kann sagen, dass wir die Nachfolge des Domino-Days angetreten haben, den es nicht mehr gibt. Aus Spaß wurde dann irgendwann Ernst. Heute bekommen wir Aufträge von Firmen, die solche Events zu Werbezwecken veranstalten. Wir waren schon in Indien und haben für Ford gearbeitet. Auch für Dominos Pizza aus den USA haben wir eine Aktion geplant und durchgeführt. Und einmal im Jahr veranstalten wir in der Sporthalle unseres Gymnasiums einen Domino-Event. In diesem Jahr stellen wir dort über 250.000 Steine auf. Wie aufwendig muss man sich das vorstellen? Alex: Für einen Event mit 250.000 Steinen müssen wir zwei Wochen lang aufbauen. In dieser Zeit kommen wir nicht nach Hause, schlafen und essen vor Ort. Man muss alle drei Stunden eine Pause machen, dann lässt die Konzentration nach. Was willst Du später einmal beruflich machen? Alex: Es muss etwas mit Musik und Medien sein. Ich will am Ende des Tages etwas in der Hand halten, das ich geschaffen habe. Derzeit liebäugle ich mit einem Studium zum Bachelor of Music and Engineering (Tontechnik) in Düsseldorf. Wie stellt Ihr Euch Eure Zukunft im KMGV vor? Sehen wir Euch irgendwann mal als Cäcilianer auf der Zillche-Bühne? Domino-Event: über 250.000 Steine werden in diesem Jahr aufgestellt. Personen und Persönliches 35