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KUNSTINVESTOR AUSGABE MÄRZ 2018

Kunst als Kapitalanlage AUSGABE MÄRZ 2018 Chefredakteur: Michael Ruben Minassian

KUNST.INVESTOR News Mika

KUNST.INVESTOR News Mika Rottenberg, Cosmic Generator, 2017 Videostill, Courtesy of the artist und Andrea Rosen Gallery, New York Mika Rottenberg Die in Argentinien geborene und in Israel aufgewachsene Künstlerin Mika Rottenberg beschäftigt sich mit den Kreisläufen der Produktion und der Zirkulation von Waren. Bereits 2007 wurde sie vom New York Magazine in die Liste der »young masters« aufgenommen. Seitdem war sie bei allen wichtigen Ausstellungen weltweit vertreten. Spätestens seit ihrem viel beachteten Beitrag Cosmic Generator für die Skulptur Projekte 2017 Münster ist Rottenberg auch einem breiteren Kunstpublikum bekannt. Ihre Kunst ist weder distanzierte Kritik noch präzise politische Dokumentation. Eher betreibt sie eine Gegenwartsanalyse in verzerrender, karikativer Übertreibung. Rottenberg entführt in beklemmende Räume. Den Kern ihrer aus Karton oder Fundstücken gebastelten Installationen bildet jeweils ein Video, das bestimmte Produktionsabläufe zeigt, wie zum Beispiel das Auslesen von Perlen aus Muschelschalen. Rottenberg macht auf die Grundlagen von Arbeit aufmerksam. Zugleich zwingt sie den Betrachter in die Situation eines Voyeurs, der sich in enge Korridore begibt, um diesen Arbeitsabläufen zuzusehen. Ihre surrealen Szenografien zeigen die absurde Anhäufung von Waren und die Sinnlosigkeit deren globalen Vertriebs. Viele ihrer Installationen sind durchaus komisch und voller erotischer Ingredienzen. Die Protagonist/innen der Filme sind Menschen, oft Frauen, die der Künstlerin ihre Körperteile »leihen«, so Rottenberg. Der Film Sneeze (2012) zeigt drei Männer mit riesigen überzeichneten Nasen, die offensichtlich nicht aufhören können zu niesen. Je stärker ihr Niesen wird – sie scheinen schließlich lebende Hasen und Fleischstücke auszustoßen – umso deutlicher wird, dass sie dem körperlichen Prozess des Niesens ausgeliefert sind und keine Kontrolle mehr darüber haben. Bei ihrer bekannten Arbeit Cosmic Generator hingegen arbeitete Rottenberg mit einer provisorischen Architektur: Sie nutzt einen aufgelassenen Asialaden als fertiges Setup. Das im verschachtelten Inneren präsentierte Video, das in einer Grenzstadt zwischen den USA und Mexiko gedreht wurde, zeigt sie das Leben asiatischer Immigrant/innen, die – buchstäblich zwischen den Fronten – die ununterbrochene Produktion aufrechterhalten. Der Kapitalismus kennt keine Grenzen. [kunsthaus Bregenz. Dauer: 21. April– 1. Juli 2018 - Foto: © Kunsthaus Bregenz]

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