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Chip Magazin Sonderheft WLAN Handbuch 2018

PRAXIS | SPRACHSTEUERUNG

PRAXIS | SPRACHSTEUERUNG Alexamacht dasLicht aus Sprachgesteuerte Geräte, etwa vonAmazon und Google, sind der letzte Schrei und sollen uns im Alltag unterstützen.Aber sind diese Gadgets unheimlich hilfreich – oder eher eine unheimliche Begegnung? Wir machen den Test VON BENJAMIN HARTLMAIER UND ARTUR HOFFMANN Alexa,Cortana, Google Assistant, Siri und Co.–die Sprachsteuerung ist auf dem Vormarsch. Und sie beschränkt sich schon langenicht mehr nurauf dieKommunikation zwischen Anwender und Mobilgerät respektive Computer. Denn auch immer mehr Produkte aus den Bereichen Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte und Smart Home lassen sich inzwischen per Sprache steuern. Ermöglicht wird das in erster Linie durch die enge Zusammenarbeit der IT-Unternehmen – insbesondere Amazon und Google –mit anderen Herstellern, darunter Sonos, Osram und Philips. Ein weiterer Faktor: Zahlreiche unabhängige Programmierer entwickeln Erweiterungen, die den Funktionsumfang der sprachgesteuerten Geräte aufbohren. Wir zeigen Ihnen am Beispiel von Amazons Alexa, wie sich dieSprachsteuerung in der Praxis bewährt. Alexa ist eine ausgezeichnete Zuhörerin In Deutschland ist Amazons sprachgesteuerter Lautsprecher Echo seit Februar 2017zuhaben. Inzwischen stehen vier Modelle zur Auswahl: Der einfach gehaltene Echo Dot (60 Euro), Echo 2. Generation (100 Euro), Echo Plus (150 Euro) und Echo Show mit 7-Zoll-Display (220 Euro). Die große Gemeinsamkeit: Alle vier Geräteunterstützen dieSprachassistentin Alexa.Die Konfiguration der Echo-Geräte und der Dienste erledigen Sie mit der App Amazon Alexa,die für Android und iOS zu habenist. In diesem Programm können Sie auch die von Alexa registrierten Sprachbefehle einsehen. Die Kommunikation klappt in den meisten Fällen erstaunlich gut. Mit dem Befehl „Alexa, ich möchte Bayern 3hören“ etwa starten Sie die Wiedergabe des Radiosenders. Das funktioniert auch mit jedem anderen Sender, der über den Radio-Streamingdienst TuneIn erreichbar ist. Genauso einfach können Sie auch Musik aus Ihrer persönlichen Amazon-Musikbibliothek, Amazon Prime Music (Prime-Account vorausgesetzt) oder voneinem Spotify-Premium-Accountstreamen. Wer eine bestimmte Musikquelle hören will, sagt beispielsweise: „Alexa,spieleSongsvon MichaelJacksonauf Spotify“. Dochder Funktionsumfang geht weit über das bloße Abspielen von Musik hinaus. So liefertetwadie Frage „Alexa,wie wirddas Wetter Fotos: Amazon (o. li. u. re.); Google (u.) 116 2018 | WLAN-Handbuch

SPRACHSTEUERUNG | PRAXIS Alexa zum kleinen Preis WerseinenBluetooth-Lautsprecher oder die Stereoanlage umdie KI Alexa erweitern möchte, kann zumEchoDot für rund 60 Eurogreifen Alexa aufbohren ÜberSkillslassensich die Fähigkeiten vonAlexa um Drittanbieterdiensteerweitern–etwa zurSteuerungvon Smart-Home-Geräten übermorgen?“ einen Wetterbericht samt Höchst- und Tiefsttemperaturen. Der Befehl „Alexa, stelle den Timer auf 20Minuten“ ist besonders praktisch, wenn beim Plätzchenbacken gerade die Hände schmutzig sind. Auch für Sportfans ist etwas dabei: So liefert „Wie haben die Bayern gespielt?“ das Ergebnis der letzten Partie, die Frage „Wer ist der beste Golfspieler der Welt?“ wirdebenfalls korrektbeantwortet. Echoals Smart-Home-Zentrale menhang zwischen verschiedenen Informationen herzustellen. So kann dieKIzwarper Wikipedia-Abfragesagen, wieder aktuelle Präsident der Vereinigten Staaten heißt –schiebt man jedochdie Frage„HaterKinder?“ hinterher,kann Alexa den Bezug zur vorherigen Frage noch nicht herstellen. Zudem ist die KI nicht immer berechenbar. Bekannt wurde etwa ein Fall im November 2017, als inPinneberg eine alleingelassene Alexa-Box nachtsParty feierte–bis diePolizei dieTür aufbrach. Der große Lauschangriff? Auch in Sachen Datenschutz können digitale Assistenten wie Alexa zumProblem werden. So ist Echo nichtnur ein Laut-, sondern auch ein Lauschsprecher. Mit seinen sieben Mikrofonen dringt er auch in den letzten Winkel des Zimmers vor. Zwar lässtsichdas Zuhören deaktivieren, aber alle gesprochenen Befehle werden auf Amazon-Servern gespeichert. Daher erstaunt es nicht, dass etwa der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar auf Anfrage von CHIP vor Echo warnt: „Im Prinzip akzeptiert man damit eine Art dauerhaften Lauschangriff auf die Privatsphäre inden eigenen vier Wänden.“ Nur: Es ist ungemein komfortabel, PC und Haushaltsgeräte mit der Stimme zu bedienen.Und man gewöhntsichsehr schnell daran. Auch Google ist mit dabei Um AlexasFähigkeiten kontinuierlich zu erweitern, bietet Amazon ein System für Anwendungen von Drittanbietern: so genannte „Skills“, die sich über die Alexa-App hinzufügen lassen. Dadurch ist Echo nicht nur Lautsprecher und digitaler Assistent, sondern auch Steuerzentrale für diverse Smart-Home-Geräte. Kompatible Lampen, Lichtschalter oder Thermostate der Marken Innogy, Netatmo, Philips oder WeMo lassen sich damit per Sprache steuern. Wir haben esmit den Philips-Hue-Birnen der ersten Generation ausprobiert: Nicht nur das An- und Ausschalten („Alexa, schalte das Licht im Wohnzimmer an!“), sondern auch das Dimmen der Glühbirnen auf einen Prozentwert klapptetadellos. So macht dassmarte Zuhause richtigSpaß. Ein großer Schwachpunkt von Alexa ist derzeit noch, den Zusam- GooglesSprachsteuerungAssistantist nichtmehrausschließlich aufAndroid-Smartphones und -Tablets zu Hause. Denn mit Google Home hat auch der Suchmaschinenriesesein Home-Entertainment-Equipment um einen kabellosen Lautsprecher mit Sprachsteuerung erweitert.Das seit August 2017 in Deutschlanderhältliche Gerät, dasfür 150Eurozuhabenist,spielt Musik ab,etwa vonSpotify,Deezer und Google Play Music,und fungiert auch alssprachgesteuerteFernbedienung für Chromecast- Adapter.Darüberhinausbeantwortet Google Home Ihre Fragen, erinnertSie an Termine,unterstützt Siebeim Anlegenvon Einkaufslisten und steuert kompatibles Smart-Home-Equipment. Nutzer, die nichtsogroßen Wert aufdie Soundqualität legen, greifenhingegen zumkompaktenGoogle Home Mini (rund 60 Euro). Googles AlternativezuAmazonsEchoDot ist seit Oktober 2017inDeutschland erhältlich. >KeineexterneAudioquelle Im Gegensatzzum kleinen Amazon-SpeakerverfügtGoogle Home Mini allerdingsnicht über einen Audioausgang, sodassder Anschlussvon externen Lautsprechern grundsätzlich nichtmöglichist. Der Konkurrent Mit demHome-Systemhat auch Google einen smarten Assistentenmit Sprachsteuerung imProgramm WLAN-Handbuch | 2018 117

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