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Chip Magazin Sonderheft WLAN Handbuch 2018

PRAXIS | SMART HOME OHNE

PRAXIS | SMART HOME OHNE CLOUD Solange keineGeräte intelligent miteinander verknüpft werden, läuft das Smart-Home-System vonMedion auchohne Cloud 1 Funktionsstark Nest liefert Premium-Produkte: 1 Der Nest Protect erkennt neben Rauch auch Kohlenmonoxid, 2 die Indoor-Cam ist vielseitig steuerbar 2 Nest in Deutschland verfügbar DieProduktevon Googles Smart- Home-Ableger sind nun auch hierzulande lieferbar.Zumindest derRauchmelderProtect und jeweils eine Indoor- und Outdoor- Kamera. EinNest-Thermostat wird erst demnächst im Handel erhältlich sein. >Die Premium-Geräte vonNest lassen sichauch ohne Cloudanbindung nutzen,solange kein Fernzugriffgeplantist. >Der Rauchmelder schlägt auch beiKohlenmonoxid an.Erwarnt denBewohner bei Rauchentwicklung zunächst perSprache und löst dannerstdie Sirene aus. DiePreise liegen bei rund120 Euro fürden Melder und jeweils 200Eurofür dieKameras. und Outdoor-Kameras. Verzichtet man auf den Fernzugriff, arbeiten der Rauchmelder und das Thermostat (noch nicht in Deutschland erhältlich)auchohne Webanbindung.Updateslassen sich aber auch hier nur per Cloud installieren. Die beiden Nest-Kameras benötigenden Zugriff aufdie Cloudindesimmer. Auch Medion zählt seit Kurzem zu den Anbietern von Smart- Home-Lösungen und liefertein recht umfassendesAngebot mit Bewegungs- und Rauchmelder, IP-Kamera, schaltbaren Steckdosen und LED-Lampen. Hier steckt die Steuerzentrale ebenfalls komplett in der Basisstation und kommt imPrinzip ohne Netz aus. Sollen allerdingszweiAkteuremiteinander verknüpft werden, wie zum Beispiel der Bewegungsmesser mit der Kamera,ist wiederumder Dienst in der Cloudnotwendig. Clouddienste als Verkaufsargument Bei D-Link geht ohne Webzugang dagegensogut wiegar nichts: Jede Benutzung zwischen Bedien-App und System läuft über den mydlink-Clouddienst. Bereits eingespeicherte Timer und Webkameras funktionieren allerdings auch ohne Internet weiter. Für den Einbruchschutz gibt D-Link sogar die Empfehlung, einen Backup-Router mit UMTS zubetreiben, damit die Alarmsysteme weiter funktionieren. Zumindest dann, wenn DSLoder Kabel nichtimmer hundertprozentigverfügbar sind. Uneins zeigt sich Mobilcom-Debitel mit seinen Smart- Home-Systemen. Die Heizungssteuerung funktioniert etwa ohne Internet, beiSicherheit und Überwachung zählt dieCloud aber sogar zu den Verkaufsargumenten. So kommuniziert die Smartfrog-Kamera ausschließlich mit der Cloud und speichert auch die Videostreams nur auf den Mobilcom-Servern. Der Anbieter begründetdas mit mehr Sicherheit, denn beiEinbrüchen würden oft die Kameras samt SD-Karten mitgenommen –vorausgesetzt die Kamera ist so platziert, dass sie für Fremde erkennbar und erreichbarist. DieÜberwachungssysteme vonMobilcom-Debitel verfügen über einen eigenen Wachdienst, der losgeschickt wird, falls Bewegungsmelder oder Fenstersensoren Alarm schlagen –hier leuchtet unmittelbar ein, dassdas ohne eine direkte Anbindung an die Cloud nicht funktionieren kann. Das geht sogar so weit, dass die Cloud bei Mobilcom im Gegensatz zu anderen Anbietern merkt, wenn die DSL-Leitung –etwa durch Eindringlinge –ausgeschaltet wird. In der Basisstation steckt deshalb ein UMTS-Backup-Router, der den Alarm in diesem Fall trotzdem überträgt. Durch eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV)inder Basisstationkannder Wachdienst auch beieinem Stromausfall noch rund 48 Stunden benachrichtigt werden. Mobilcom-Debitel ist zudem der einzige Anbieter, der dieSysteme nurzur Mieteanbietet: DasSicherheitspaket kostet etwa rund 20 Euro im Monatbei 24-monatiger-Laufzeit. Smart Home selbst absichern Diemeisten Smart-Home-Systeme bleiben also auch ohne Webzugang nutzbar –irgendwie. Für den Fernzugriff und vor allem Firmware-Updates kommt der Nutzer ohne Cloud allerdings kaum aus. Es lassen sich jedoch einige Maßnahmen treffen, die das eigene Smart Home weniger anfällig für Angriffe machen. So sollteman für alle Geräte, dieZugang ins Webbenötigen, nur starke Passwörter verwenden. Mehr noch: Ändern Sieauchden Namen des „Admin“-Standardkontos oder deaktivieren Sie dieses. Viele Hacker scannen dasWeb laufend aufsolche Standard- Fotos: Hersteller 120 2018 | WLAN-Handbuch

SMART HOME OHNE CLOUD | PRAXIS User –das gilt besonders für IP-Webcams. Auch die Firmware sollte immer aktuell sein, und hier verlassen Sie sich besser nicht darauf, dass die Updates automatisch installiert werden. IP-Kameras melden sich zudembei der Inbetriebnahme fast immer automatischbei einemWebserver an –das ist komfortabel, weil der Livestream völlig orts- und geräteunabhängig direkt über eine Webseite betrachtet werden kann. Andererseitsist es auch ein offenesEinfallstor für Angreifer.Eskannalso sinnvoll sein, diesen allzu auskunftsfreudigen Geräten den Zugriff auf das Internet komplettzuverweigern. Daslässt sich für jedesGerät über das Webinterface des Routers einrichten: Bei aktuellen Asus-Modellen geht das in»Erweiterte Einstellungen |WAN« beider »Portauslösung« (oder »PortForwarding«). Bei den Fritz- Routern ändertman dies über »Heimnetzübersicht |Gerät |Details |Zugangseigenschaften«. Sicher funken mit Gästenetz und VPN Eine weitere Strategie für mehr Sicherheit: Alle Smart-Home- Geräte inein eigenes WLAN-Netz stecken. Dazu ist nicht unbedingt ein zweiter Router notwendig, denn viele aktuelle Modelle erlauben das Anlegen von Gästenetzwerken. Die ermöglichen den Zugriff aufdas Internet, aber nicht aufdie Datenund Geräte in ihrem Haupt-WLAN. Diese Trennung bedeutet auch, dass sich die Smart-Home-Anlage nach dem Einrichten mit einem Klick vom Internet trennen lässt. Wird die Konfiguration geändertoder muss eine Firmware aktualisiertwerden,lässt sich der Webzugang ebensoleicht wiederaktivieren. Werein Virtual Private Network (VPN) benutzt, kann verschlüsselt und ohne Umweg über Cloudserver auf die heimischen Smart-Home-Komponenten zugreifen. Mit einem Raspberry Pi und OpenVPN lässt sich auch ein eigener VPN-Server einrichten. Am einfachsten ist die Nutzung der VPN-Funktion aktueller FritzBoxen (zur Einrichtung siehe avm.de/vpn). Damit bleibt dasHandyunterwegs Teil desheimischen LANs. NAS als Webcam-Server nutzen Wer den Videofeed der IP-Netzwerkkamera zuHause selbst aufzeichnen und speichern möchte, benötigt einen ständig laufenden Rechner mit viel Speicherplatz –die ideale Aufgabe für einen komfortablen Netzwerkspeicher (NAS) also. Die Hersteller Synology und Qnap stellen für viele ihrer NASeine Surveillance-Station-App zur Verfügung. Damit lassen sich lokale IP-Kameras mit der NASverbinden. Bei Qnap wirddazudie SurveillanceStation ausdem App-Centerdes NAS-Betriebssystems geladen. Zuvor muss die IP-Kamera mit dem Router und über einen lokalen PC in Betrieb genommen sein. Anschließend kann die Surveillance Station die Aufnahme und Ausgabe des Videofeeds übernehmen. Diesen zeigt entweder eine native PC-App oder das Webinterface der Surveillance Station. Dabei lassen sich mehrere Kamerabilder gleichzeitig anzeigen und auch die Steuerung von Achsenkameras ist möglich. Durch eine Extra- App (QUSBCam)können sogar USB-Webcams zurÜberwachung verwendet werden. Aufden NAS-Modellen vonSynology funktioniert die lokale Kamerastation ähnlich. Die NAS sollte für Einbrecher unsichtbar und unzugänglich aufgestellt werden. Mehr Details zurSurveillanceStation vonlesen SieabSeite88. Werdie Sicherheitsstandards beachtet, immer die aktuelle Firmware einsetzt, seine Router sowie das WLAN intelligent absichert und möglichst eine VPN-Verbindung nutzt, der kann also beim Smart-Home-Boom mit ruhigemGewissen dabeisein. Mit einemGästenetzwerk lassen sich dieSmart-Home-Geräte von denDaten undComputern imWLAN-Netz trennen 1 2 Videostation Die App „Surveillance Station“ für die NASvon 1 Synology und 2 Qnap bietetdem Anwender viele Features und erlaubt es, IP- Kameras lokal zu betreiben HomeMatic IP ist eine reine Cloudlösung voneQ-3und bindet sogar Amazons Alexa fürdie Sprachsteuerung der Komponenten ein WLAN-Handbuch | 2018 121

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