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Chip Magazin Sonderheft WLAN Handbuch 2018

PRAXIS | SURFSTICK AM

PRAXIS | SURFSTICK AM ROUTER Notfall-Internet perUMTS-Stick Der Trick mit dem Surfstick: Diese Helferlein sind nicht nur unterwegs nützlich –auch daheim sind die Sticks das ideale Backup, falls DSL- oder Kabel-Internet mal streiken VON ARTUR HOFFMANN UND MICHAEL ECKSTEIN Wenn Ihr DSL- oder Kabel-Internet streikt, lassen sich diese temporären Störungen auf zwei Arten überbrücken. Zum einen können Sie den Internetzugang über Ihr Smartphone via Tethering herstellen (das funktioniert sowohl unter Android als auch iOS), zumanderen können Sieeinen UMTS-Surf- oder Datenstick verwenden. Mit einem solchen externen USB-Modem für den mobilen Breitband-Internetzugang (UMTS/HSDPA) ist Ihr Router in der Lage, eine Internetverbindung über das Mobilfunknetz aufzubauen. Auf diese Weise haben Sie eine Notfall-Option bei Internet-Ausfällen, die ausreicht, um E-Mails zu checken, Online-Banking zu nutzen oder im Webzusurfen. Achtung: Nicht alle WLAN-Router unterstützenUMTS-Surfsticks(siehe auch Textkastenauf der gegenüberliegenden Seite).Bevor Siealso Geldineine mobile Surfhilfeinvestieren, sollten Siesichunbedingt erst einmal aufder Hersteller- Homepageinformieren, ob Ihr Router auch tatsächlich perMobilfunkverbindung online gehen kann. Diebesten Chancen habenBesitzereinesGerätes vonAsus, AVM, DrayTekund Zyxel, da ein Großteil der Router dieser Hersteller UMTS-Surfsticksunterstützt. Router und UMTS-Stick im Team In diesem Beitrag zeigen wir, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit das Surfen mit einem entsprechenden Stick klappt. Außerdem erklären wir am Beispiel einer FritzBox 7490 Schritt für Schritt, wieSie den Router mit einem Mobilfunk-Modem verbinden und für den UMTS-Internetzugang einrichten. Bevor Sie loslegen, müssen Sie die SIM-Karte, die Sie von Ihrem Mobilfunkanbieter erhalten haben, in das USB-Modem oder in den USB-Datenstick einlegen. Bei Prepaid-Sticks steckt die SIM in der Verpackung. Verbinden Sie das Gerät dann mit einem freien USB-Anschluss Ihres Routers –esspielt dabeikeine Rolle,obessich um USB2.0 oder 3.0handelt. Hinweis: Mobilfunk-Modems, deren Stromaufnahme den in der USB-Spezifikation festgelegten Wert von 500 mA überschreitet, müssen für einen fehlerfreien Betrieb auf jeden Fall über einen aktiven USB-Hub mit dem Router verbunden werden. Aktiv bedeutet, dass der Hub über eine externe Stromversorgung verfügt. Sonst kann es passieren, dassder Router den Surfstick überhaupt nicht erkenntoder dass dieVerbindung abbricht. Beim UMTS/HSDPA-Betrieb müssen Sie zudem einige Besonderheiten beachten: Internettelefonie sowie Funktionen, die eine öffentliche IP-Adresse benötigen (zum Beispiel eingehende VPN-Verbindungen), stehen – abhängig von Ihrem Mobilfunkbetreiber – überhaupt nicht oder nureingeschränktzur Verfügung. UMTS-Stick an der FritzBoxeinrichten Am Beispiel der FritzBox 7490 zeigen wir Ihnen, wie Sie mittels UMTS-Stick online gehen. Nach dem Anschlussdes USB-Modems rufen Sie über http://fritz.box die Foto: Klaus Satzinger 132 2018 | WLAN-Handbuch

SURFSTICK AM ROUTER | PRAXIS Benutzeroberfläche Ihrer FritzBox auf und loggensichmit Ihrem Kennwort ein. Klicken Sie auf »Heimnetz|USB-Geräte«, um den entsprechenden Bereich zuöffnen. Hier sollte das USB-Modem nun mit seiner Typbezeichnung unter »Angeschlossene USB-Geräte« aufgelistet sein. Das Erkennen dauert unter Umständen einen Moment –drücken Sie »Aktualisieren«, falls der AVM-Router das Gerät auch nach einer Weile noch nicht anzeigt. Wechseln Sie danach in das nun verfügbare Menü »Mobilfunk«, dasSie in der Rubrik »Internet« finden. AufdieserSeiterichten Sieden Breitband-Internetzugang mit Ihrem UMTS- Surfstick ein. Damit die FritzBox das Modem nutzen kann, setzen Sie ein Häkchen in das Optionsfeld »Mobilfunkverbindung automatisch aktivieren, wenn die DSL-Verbindung unterbrochen wird«. In das Eingabefeld »PIN« unterhalb von »Anmeldung im Mobilfunknetz« geben Sie die PIN-Nummer der SIM-Karte ein, dieinIhrem Surfstick steckt. Kein Roaming zulassen Die Option »Einbuchen in Fremdnetze (Roaming) erlauben« sollten Sie deaktiviert lassen. Ist diese eingeschaltet, gestatten Sie dem Modem, sich auch in Mobilfunknetze anderer Anbieter einzuwählen. Zwar sind die Roaming-Gebühren in den letzten Jahren deutlich gesunken, doch gerade beim Surfen mit Zeittarifen können nach wie vor empfindlich hohe Rechnungsbeträge entstehen. Wählen Sie imAbschnitt »Internetzugang« im Ausklappmenü Ihren Mobilfunk-Betreiber aus, etwa »E-Plus«, »T-Mobile« oder »Vodafone«. In diesem Fall trägt die FritzBox die benötigten Infos wie Zugangspunkt, Einwahlnummer, Benutzername und Kennwort automatisch ein. Sollte Ihr Mobilfunkbetreiber ErsterKontakt: Nach einem Klick auf »Aktualisieren« erkennt die FritzBox das angeschlossene UMTS-Modem. Der AVM-Router unterstützt viele verbreitete Modelle nicht in der Listeaufgeführtsein, wählen Sie »Anderer Betreiber«. Tragen Sie dann Ihre Zugangsdaten ein, die Sie von Ihrem Provider erhalten haben. Im Abschnitt »Automatisch trennen« können Siedie Zeitspanne anpassen, nach der die FritzBox die Online-Verbindung trennt, wenn sie keine Nutzeraktivität mehr feststellt. Dasist besondersbei Zeittarifen eine sinnvolle Einstellung. Voreingestellt sind 60 Sekunden –ein vernünftiger Wert. Klicken Sie auf »Übernehmen« zum Beenden der Konfiguration. Ab jetzt nutztder AVM-Router dasMobilfunknetz für den Internetzugang, wenn kein DSL- Signal vorhanden ist. Online-Zähler der FritzBoxnutzen Für 2018 gilt: Surfen per Mobilfunk kann nach wie vor extrem teuer werden! Ein Flatrate-Tarif sollte daher zur Grundausstattung gehören, wenn Sie des Öfteren Online-Verbindungfür alle Fälle:Entscheiden Sie sich für diese Option, stellt dieFritz- Boxbeim DSL- Ausfall automatisch eine Mobilfunk-Onlineverbindung her über Mobilfunk im Internet surfen wollen. Fungiert der UMTS-Datenstick bei Ihnen hingegen tatsächlich nur als Ausfallsicherung,dann kann ein Zeittarif –zum Beispiel auf Tagesbasis –die wesentlich günstigere Lösung sein. In beidenFällen drosseln dieAnbieter die Übertragungsgeschwindigkeit ab einem bestimmten übertragenen Datenvolumen. Typische Werte sind je nach Tarif 300, 1.000 und 5.000 MByte. Wie viel Volumen Sie bereits verbraucht haben, können Sie mit dem Online-Zähler der FritzBox im Handumdrehen ermitteln. Diese hilfreiche Funktion finden Sie nach Klicks auf »Internet« und »Online-Monitor« im Register »Online-Zähler«. Bevor Siedie Mobilfunkverbindung starten, solltenSie auf»Zähler zurücksetzen« klicken. So haben Sie die Möglichkeit, das verbrauchte Datenvolumen und die Online- Zeit später eindeutigzuzuordnen. Router und UMTS-Stick: Komplizierte Beziehung Wie im Beitrag bereits angerissen, unterstützen nicht alle WLAN-Router das Surfen über eine Mobilfunk-Internetverbindung. Aber auch die UMTS- Sticks selbst können Probleme bereiten. Ein paar Dinge sollten Sie daher bei der Auswahl der Sticks beachten. In der Theorie ist alles kinderleicht: UMTS-Stick amWLAN-Router anschließen, Zugangsdaten eingeben und über das Mobilfunknetz online gehen. In der Praxis hingegen kommt es immer wieder vor, dass sich ein WLAN-Router –trotz UMTS-Unterstützung –weigert, das angeschlossene Gerät zuerkennen. Wer hier ganz sichergehen will, sollte zunächst einmal die Support-Seiten seines Router-Herstellers besuchen, um herauszufinden, welche Modelle garantiert laufen. Asus beispielsweise informiert auf asus. com/event/networks_ 3G4G_support über die kompatiblen Geräte. Werden Sie andieser Stelle nicht fündig, müssen Sie sich mithilfe von Google selbst auf die Suche nach Informationen machen. Die besten Ergebnisse erhalten Sie, wenn Sie den Routernamen gefolgt von der Angabe „UMTS“ in die Suchmaske eingeben. Ratsam ist aber auch ein Besuch auf surf-stick.net, dadiese Seite zahlreiche Informationen zum Thema anbietet. Zudem finden Sie hier einen Vergleich der gängigsten hierzulande angebotenen UMTS-Sticks. WLAN-Handbuch | 2018 133

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