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Chip Magazin Sonderheft WLAN Handbuch 2018

STREAMING | ÜBERBLICK

STREAMING | ÜBERBLICK Musikund Videos im ganzen Haus streamen Werseine Musik- und Videosammlung im heimischen WLAN streamen möchte, hat die Qual der Wahl. Wir präsentieren Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten VON ARTUR HOFFMANN Der Desktop-Rechner als alleinigerDatenspeicher und exklusiverNetzwerk-Multimediazuspieler hatschon lange ausgedient. Anwender speichern ihre digitalen Fotoalben und ihre Musik- und Videosammlungen inzwischen auch auf NAS-Systemen, portablen Speichermedien, mobilen Endgeräten und natürlich inder Cloud. Darüber hinaus verschwimmen die Grenzen zwischen IT- und Unterhaltungselektronik- Geräten: Fernseher, Verstärker, Set-Top-Boxen, Lautsprecher, Multiroom-Systeme und Blu-ray-Player lassen sich per LAN und WLAN ins heimische Netzwerk integrieren. Notebooks und NAS-Systeme verfügen hingegen über HDMI-Anschlüsse, sodass sie sich direkt mit dem TV-Gerät verbinden lassen. Dem grenzenlosen Nonstop-Streaming-Vergnügen steht also nichts mehr im Wege. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag,welche Möglichkeiten Ihnen offenstehen, um Multimedia im Heimnetzwerk zustreamen. System- und geräteübergreifende Standards Obwohl beim Streaming maximal drei Gerätezum Einsatz kommen (der Multimedia-Zuspieler, das auch als Renderer bezeichnete Wiedergabegerät und eine optionale Fernbedienung), ist die Anzahl der Möglichkeiten groß. Hauptgrund dafür ist, dass immer mehr GeräteverschiedeneStreaming-Standards beherrschen. FürSie bedeutet dies,dassSie nicht zwangsläufig Geldin eine zusätzliche Lösung investieren müssen. Möchten Sie etwa Videos, dieSie mit Ihrem Apple-Gerät aufgenommen haben, auf Ihrem Fernseher im Wohnzimmer abspielen, müssen Sie nicht unbedingt zu Apple TV greifen. Denn AirPlay, so der Name des proprietären Protokolls, das beim kabellosen Streaming zum Einsatz kommt, wird nicht ausschließlich von Apple-Geräten unterstützt. Auch einige NAS-Systeme und zahlreiche Smart- TVs kommen mit AirPlay zurecht. Somit stehen die Chancen gut, dass SiebereitsimBesitzeinesAirPlay-fähigenWiedergabegeräts sind. Ist das nicht der Fall, entscheiden Sie sich für Google Chromecast2(rund 40 Euro)oder für einen Amazon FireTV Stick (ab 40Euro) und streamen fortan über dieses Gerät. Was Google Chromecastinder Praxis leistet, lesen Sieauf Seite52. Noch größer ist die Unterstützung von DLNA (Digital Living Network Alliance), eines universellen Streaming-Standards, der von namhaften Unternehmen aus den Branchen IT und Unterhaltungselektronik ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, die Grenzen zwischen Fernsehern, Verstärkern, Set-Top-Boxen sowie anderer „Brauner Ware“ und der IT-Welt aufzuheben, etwa durch die Netzwerkintegration und die Installation von Foto: iStockphoto/PeopleImages 40 2018 | WLAN-Handbuch

ÜBERBLICK | STREAMING Apps. Inzwischen unterstützen zahlreiche Geräte diesen Standard, sodass dasStreaming im eigenen Drahtlosnetzwerk keine große Herausforderung mehr darstellt. Streaming-Möglichkeiten: Qual der Wahl Um Ihnen einen kleinen Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten zu geben, dieIhnen in Sachen Streaming zurAuswahl stehen, gehen wir aufviertypischeAnwendungsfälle ein. 1. Die Universallösung: Ein halbwegs aktueller PC und ein DLNA-/UPnP-fähiges Endgerät –mehr ist nicht erforderlich, um in die Welt des Streamings einzusteigen: Der Windows Media Player stellt die freigegebenen Inhalte imNetzwerk bereit, das Endgerät spielt sie ab. Besonders komfortabel ist diese Lösung aber nicht.Zum einen muss der Rechner rund um dieUhr laufen. Zumanderen ist dieFormatunterstützung desWindows Media Players ausbaufähig. Alternativ dazu können Sie aber auch Apple iTunes zum Streamen verwenden (apple.com/de/ itunes). Oder Sie installieren eine ausgewachsene Mediaserver- Lösung wie Serviio (serviio.org), Kodi (kodi.tv, siehe Seite 64) oder Plex (plex.tv), um Ihren Rechner in einen vollwertigen Multimedia-Zuspieler zu verwandeln. 2. WLAN-Router als Zuspieler: BasiertIhr WLAN aufeiner der besser ausgestatteten FritzBoxen, können Sie den Router zu einem Netzwerkzuspieler aufrüsten. Dies ist rechtnaheliegend, da der Router ohnehin rund um die Uhr in Betrieb ist. Möglich macht’s FritzNAS, eine Funktion, die alle auf einem USB-DatenträgergespeichertenMultimedia-Inhaltenetzwerkweitzur Verfügung stellt –natürlich nur dann, wenn der Datenträger mit dem Router verbunden ist. Mehr dazu erfahren Sie imBeitrag ab Seite78. In Kombination mit dem Fritz-eigenen UPnP-Mediaserver greifen auch Smart-TVs, Videospielkonsolen und andere kompatible Geräte auf diese Inhalte zu. Interessant: Mit dem 1&1-Onlinespeicher und der Telekom-MagentaCloudlassensich auch zwei Clouddienste einbinden. Somit greifen Sie direkt über Ihr TV-Gerät auf die Medien zu, die Sie inder Datenwolke gespeichert haben. Router anderer Hersteller, darunter Asus, TP-Link und Netgear, bietenähnlicheFunktionen. 3. NAS ist der Königsweg: Kommt inIhrem WLAN ein Netzwerkspeicher (NAS) von Asustor (asustor.com), Qnap (qnap. com) oder Synology (synology.com) zum Einsatz, sind alle Voraussetzungen erfüllt, um in dieWelt desuneingeschränkten Streamings einzusteigen. Denn diese Geräte sind bereits ab Werk mit allen erforderlichen Apps, Funktionen und Diensten ausgestattet. NAS-Systeme anderer Hersteller bieten ähnliche Funktionen. Das Synology-Betriebssystem DSM etwa umfasst Apps, mit denen SieMusik (Audio Station),Fotos (PhotoStation) und Videos (Video Station) netzwerkweit zurVerfügung stellen. Zudem können Siedie NASauchals Server für iTunes, Logitech- Squeezeboxenund sogar Plexnutzen. Mit an Bordist aber auch ein Standard-Medienserver,der dieVerbindung zu allenDLNA-/ UPnP-fähigenGeräten herstellt. NAS-Systeme vonQnap bieten einen ähnlichen Funktionsumfang: Neben den Standard-Apps –Music Station, Photo Station und Video Station –können Sie den Netzwerkspeicher auch als iTunes-Server oder, nach der Installation des Mediastreaming-Add-ons, als Zuspieler für zahlreiche UPnP-/DLNA-Geräte einsetzen. Top-Modelle von Qnap wie die TurboNAS TS-251+ (ab ca. 300 Euro) oder das wohnzimmerkompatible Gerät HS-251+ (ab ca. 330 Euro), die beide über einen HDMI-Anschluss verfügen, lassen sich zudem als Kodi- und Plex-Server nutzen. Noch besser: Haben Sie die NAS-Systeme vonSynology (obereAbbildung) undQnap sind bereitsabWerk mitApps ausgestattet,die es Ihnenermöglichen, Musik, Fotosund Videos im heimischen Netzwerk zu streamen DynDNS-Funktion Ihrer Synology- oder Qnap-NAS konfiguriert, funktioniert das Streaming sogar über das Internet. Wie dasimDetail funktioniert, lesen SieimBeitrag ab Seite84. 4. Multiroom-Systeme: Wer ausschließlich Musik streamen will, entscheidet sich für ein Multiroom-System, zum Beispiel von Sonos, und lässt sich inder ganzen Wohnung beschallen – mit Musik von einem Streaming-Service oder Songs, die von einem lokalen Medienserver im WLAN bereitgestellt werden. Im Beitrag aufSeite 62 gehen wir näher daraufein und aufSeite 58 stellen wir Ihnen einige interessante Produkte vor. Musik-Streaming funktioniert auch ohne WLAN Einst war Bluetooth einfach eine bequeme Möglichkeit, das Smartphone mit Headsetund Freisprechanlage zukoppeln, um im Auto bequem telefonieren zu können. Doch seit einiger Zeit spielt die Technik auch beim Streaming von Musik eine große Rolle. Verantwortlich dafür sind die Lautsprecherhersteller, die erkannt haben, dass Bluetooth das ideale Protokoll ist, um Musik voneinem mobilen Endgerät aufeine portable Boxzuübertragen–und zwar ohne dazueine Netzwerkverbindung herstellen zu müssen. Dementsprechend riesig ist die Auswahl an solchen Lautsprechern. Schon für unter zwanzig Euro steigen Sie indie Welt des Bluetooth-Streamings ein. Wer inSachen Soundqualität höhereMaßstäbeanlegt, investiertrund 200Euro in die Bose-SoundLink-Revolve-Bluetooth-Lautsprecher (bose.de), entscheidet sich für das Teufel Boomster mit Radioempfang (ca. 330Euro, teufel.de)oder greift zumwasserdichten JBL Charge 3(ca.140 Euro, jbl.com). WLAN-Handbuch | 2018 41

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