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STREAMING | 4K & HDR

STREAMING | 4K & HDR DieWeltin4K-HDR: Schönerals dieRealität An 4K oder UHD kommt der Heimkinofannicht mehr vorbei. Den richtigen Wow-Effekt bringt aber erst die HDR-Technik. Leider ist sie noch nicht überall Standard VON ROBERT DI MARCOBERARDINO Satte Farben, enorme Kontraste und der Detailreichtum: Wer imLaden vor Fernsehern steht, wird mit einer Brillanz überwältigt, die ihresgleichen sucht. Auf der Suche nach einem neuen Flatscreen könnte man den Eindruckbekommen, dass vorallem diehohe Auflösung für dietolle Bildqualität verantwortlich ist. Tatsächlich hat die Auflösung aber weniger Einfluss darauf, als man denkt. Es kommt vielmehr darauf an, wasdie Hersteller mit der Vielzahl an Pixeln anstellen. Hohe Auflösung: Die Wirkung von4K Obwohl 4K und UHD meist in demselben Kontextgenutzt werden, bedeuten die Auflösungen nicht dasselbe: 4K kommt aus der Filmindustrie(Digital Cinema Initiative)und ist der offizielle Aufnahme- und Wiedergabestandard bei Filmkameras, Projektoren und Kinoleinwänden. 4K bedeutet dabei 4.096 x2.160 Pixel und ist der Nachfolger des 2K-Standards (2.048 x1.080 Pixel). Der Begriff 4K umfasst nicht nur die Auflösung, sondern bestimmtauchKompression, Bitrateund Farbtiefedes Filmmaterials. Obwohl viele Fernsehgeräte mit 4K beworben werden, bieten nur ganz wenige Modelle auch tatsächlich 4.096 x2.160 Pixel mit einem Bildverhältnis von19:10 an. Ist dieRedevon 4K- Geräten, sind damit in der RegelFernseher mit UHD-Auflösung gemeint, die3.840 x2.160 Pixel beträgt. UHD nenntsichder Display- und Fernsehstandard, der der Nachfolger von1.080p bezie- Fotos: iStockphoto/ferrantraite (Aufmacher); Sony 44 2018 | WLAN-Handbuch

4K & HDR | STREAMING hungsweise Full HD (1.920 x1.080 Pixel) ist. Da der Unterschied zwischen 4K-und UHD-Auflösung für dieBetrachtung am Fernseher aber nurmarginal ausfällt, vermengen Hersteller und Medienunternehmen gerne beide Begriffe. Wieeingangsschon erwähnt, ist dieUHD-Auflösung für die Bildqualität ohnehin nur bedingt verantwortlich. Das liegt daran, dass man bei einer normalen Sehkraft zwischen UHD und Full HD erst bei einem geringen Sitzabstand den vollen Unterschied erkennt. Voreinem 50-Zoll-Fernseher beträgt dieser Abstand nur rund 1,5 Meter. Allerdings: Die Wirkung von UHD hängt von vielen Parametern ab. Die Sehkraft ist ein entscheidender Faktor und auch dieQualität desVideomaterials. Bei einer 4K-Blu-ray wird die UHD-Wirkung stärker ausfallen als bei einem vergleichsweise starkkomprimierten4K-Netflix-Stream. Auch beider Interpolation von1.080p-Material machen aktuelle UHD-TVs ihre Sache ziemlich gut, sodass normale Blu-rays auf ihnen oft besser aussehen als auf einem Full-HD-Gerät. Wer also bei seinem UHD-TVein besseres Bild ausmacht, obwohl der Sitzabstand eigentlich zu groß ist, dann ist das nicht unbedingt Einbildung. Für den richtigen Wow-Effekt auf UHD-TVs ist allerdingsnicht dieAuflösung,sondern HDR verantwortlich. HDR-Effekt: Mehr sehen durch höheren Kontrast Vereinfacht gesagt, erhöht HDR oder High Dynamic Range den Kontrast um ein Vielfaches. Das führt dazu, dass Bilder lebensechter und detailreicher wirken. Nachtszenen bedeuten bei Full HD oft nur schwarze Flächen, während es mit UHD und HDR möglich ist, auch in sehr dunklen Szenen noch viele Details auszumachen. Gutes HDR ist also ein Hingucker und verbessert nicht nur das Film- und Serienerlebnis, sondern wird inzwischen auch sehr erfolgreich in Videospielen verwendet. HDR bedeutet allerdings nicht gleich HDR: So existieren mit HDR10,DolbyVision, Advanced HDR oder HLGverschiedene Standards, die individuelle Vor- und Nachteile haben. Das klingt verwirrend, doch für Käufer ist nur entscheidend, dass HDR10 momentan der Quasi-Standard für TVs und UHD-Blurays ist –alle Geräte, an denen das Premium-UHD-Logo klebt, können auch mit HDR10 umgehen. Die Spielekonsolen PS4 Pro und XBoxOne Sgeben HDR10 ebenfalls wieder. HDR10 stellt sich vorallem gegenden HDR-StandardDolby Vision auf. DolbyVision benötigt, andersals HDR10,einen eigenen Hardware-Chip, der zusammen mit den Lizenzgebühren einen nicht unerheblichen Kostenfaktordarstellt. Dafür besitzt Dolby Vision eine Farbtiefe von 12 Bit und erreicht damit eine HDR-Darstellung, die HDR10 (zehn Bit Farbtiefe) sichtbar übertrifft. Grob gesagt ist HDR10 der Standard für die Masse, während DolbyVision daskostspielige Schmankerl für gutbetuchte, videophile Heimkino-Enthusiasten ist. Das Abspielen von Dolby-Vision-Medien aufpreisgünstigerenHDR10-Fernsehernstellt allerdings kein Problem dar, daDolby Vision auch die Basisfunktionalität vonHDR10 bereitstellt. Ob beide Verfahren parallel bestehen bleiben oder ob sich eines durchsetzt, lässt sich nur schwer vorhersagen. Allerdings hat Samsung kürzlich den Nachfolgestandard HDR10+ vorgestellt, der es Dolby Vision zukünftigschwermachen könnte.Bei HDR10+ sollen die Metadaten für den Kontrastumfang nicht mehr statisch, sondern dynamischerzeugt werden –das macht auch DolbyVision. Dieser Trickegalisiertfastden Qualitätsvorsprung von Dolby Vision. Außerdem optimiert der Standard auch den Dynamikumfang von normalem HDTV (ohne U). → UHD und HDR Die UHD-Auflösung erhöht lediglichdie Pixelanzahlund istnur bei geringemSitzabstandvoll sichtbar.Für diedetailreiche Darstellung in aktuellen TV-Geräten sorgt vorallem dieHDR-Technik. Grafikauflösung im Vergleich Ultra HD (UHD) bietet viermal so viele Bildpunkte wie die momentane Standard- Full-HD-Auflösung (1.080p) DVD 720 FullHD 576 UltraHD Vergleich HDR und SDR HDR erhöht denKontrastumfang deutlich. Daslinke Bild stellt die Szenemit HDR 1 dar, es istwesentlich plastischer und detailreicher als die im Vergleich blasse SDR-Darstellung 2 1.080 1.920 Maximaler Sitzabstand für UHD Die UHD-Auflösungspielt bei großen Bilddiagonalen oder bei einem sehrgeringen SitzabstandihreVorteile aus 6 4,5 3 1,5 Sitzabstand in Metern UHD-Auflösung vollständig sichtbar 3.840 TV-Diagonale in Zoll 30 50 70 90 110 130 1 2 2.160 Offizielles Logo Am „Ultra HD Premium“-Logo erkennt man Geräte und Medien, die UHD-Auflösung und das dynamische Kontrastverfahren HDR10 unterstützen WLAN-Handbuch | 2018 45

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