Aufrufe
vor 9 Monaten

Chip Magazin Sonderheft WLAN Handbuch 2018

NETZWERKSPEICHER | TEST:

NETZWERKSPEICHER | TEST: NAS-GERÄTE Test:NAS-Systeme fürzweiFestplatten NAS-Geräte mit zwei Laufwerken müssen nicht teuer sein, bieten aber bereits viel mehr Möglichkeiten als die ganz kleinen Modelle. Wir haben 39 Geräte getestet VON THORSTEN FRANKE-HAVERKAMP Die meisten Kunden entscheiden sich heutebeimKaufeiner Netzwerkfestplatte für ein Modell mit mindestens zwei Laufwerken. DiePopularitätdieserGeräteist allerdings auch nicht verwunderlich. Schließlich bieten sie die Möglichkeit, zwei Festplatten via RAID im Verbund zu betreiben, um aufdiese Weise dieDatensicherheit entscheidend zu erhöhen. Weiteres Plus der 2-Bay-NAS-Modelle: Sie lassen sich an Ihre Wünsche –und Ihren Geldbeutel –anpassen. Wenn Siemöchten, statten Sie sie zunächst mit nur einer Festplatte aus und steigensoverhältnismäßiggünstigindie NAS-Welt ein. Benötigen Sie hinterher mehr Speicherplatz, können Sie unkompliziertund preiswertein weiteres Laufwerknachrüsten. Systeme mit oder ohne Festplatten? Vordem Kauf stehteine grundlegende Entscheidung an: für ein Modell, das bereits abWerk mit Festplatten bestückt ist, oder für ein leeres NAS-Gehäuse,bei dem Siedie HDDsselbst kaufen, einbauen und konfigurieren. Die erste Variante hat den Vorteil, dass Sie gleich nach dem Einschalten mit der grundlegenden Einrichtung loslegenkönnen. Fürden zweiten Wegspricht, dass Sie das NAS-System mit den Festplatten ausstatten können, die exakt Ihren Anforderungen entsprechen. In unserem Test ha- ben wir uns vor allem auf Leergehäuse konzentriert. Ausnahmen bilden dieWDMyCloudEX2 Ultraund dieBuffalo-Geräte. Die Buffalo TeraStation 1200D beispielsweise ist bereits von Haus ausmit 8TByte bestückt,was sich im vergleichsweise hohen Preis von500 Euro widerspiegelt.ImHandel finden Sienahezu alle Geräte sowohl unbestückt als auch mit unterschiedlichen Festplatten ausgerüstet. Dementsprechend variieren die Preise extrem. Unseren Preistipp, die Qnap TS-228, gibt es beispielsweise unbestücktab120 Euro.Mit zwei Terabyte Festplattenspeicher kostet siebereits210 Euro,mit 4TByte 260Euround mit 8TByte knapp 400 Euro. Insgesamt habenwir 39 NAS-Systeme mit zwei Laufwerksschächten getestet. Die Preise (unbestückt) reichen von 930 Euro bei Top-Geräten wie der Qnap TS-251C bis zu sehr günstigen 90 Euro wie imFalle der Zyxel NAS326. Der Formfaktor ist bei den meisten Geräten ähnlich:Inden kompaktenGehäusen werden dieFestplatten hochkantnebeneinanderverbaut. Eine Ausnahme bilden die beiden flachen, lüfterlosen „Wohnzimmer- NAS“-Systeme vonQnap,die HS-251 und HS-251+. Siebesitzenin etwa die Abmessungen und den Formfaktor eines DVD-Rekorders. Qnap zielt mit diesen Geräten aufden Markt der Unterhaltungselektronik. Dank eines HDMI-Ausgangs lassen sie sich als Fotos: istockphoto/Kritchanut (Aufm. HG); Hersteller (Produkte) 74 2018 | WLAN-Handbuch

TEST: NAS-GERÄTE | NETZWERKSPEICHER Mediaserver direktmit dem Fernseher verbinden. Bestückt man siezudem mitSSDs, arbeiten sievollkommen lautlos und eignen sich damit gut für den Betrieb im Wohnzimmer. Einfache Bedienung oder viele Features Alle Systeme bieten ähnliche Grundfunktionen, wie etwa einen FTP- und Mediaserver. Doch dann hören die Gemeinsamkeiten schon auf. So gibt es etwa beim Betriebssystem große Unterschiede zwischen den Herstellern. Der Anfang ist jedochimmer gleich:Umdie Gerätezukonfigurieren, gebenSie dieNetzwerkadresse inden Webbrowser ein. Anschließend rufen Sie die Bedienoberfläche auf, die im Aussehen mehr oder weniger aneinen Computer-Desktoperinnert. Eine große Ausnahme bildet Western Digital mit den My- Cloud-Geräten. WD setzt nämlich auf ein gänzlich anderes Bedienkonzept, dasdie Konfigurationbesonderseinfachmacht, allerdingsinder Funktionalität reduziert ist. Eine ausgeklügelte Nutzerführung leitet durch die wichtigsten Schritte. Die Erweiterungsmöglichkeiten und Anknüpfungspunkte an andere Dienstewie beispielsweise Cloudservicessind jedoch begrenzt. DieNAS-Gehäuse vonQnap und Synology bringen eine umfangreicheSoftware-Ausstattungmit. Mit zahlreichen kostenlosen Appskönnen Siedie Gerätebeispielsweise um eine automatische Backup-Funktion, eine Cloud-Anbindung,den PlexMedia Server oder einen Download-Server erweitern. Synology bietet zusätzlich die Option, weitere Paketquellen, zum Beispiel aus der Community, einzubinden –mit einer Vielzahl weiterer Apps. Auch Asustor stellt den Anwendern eine Reihe von Apps zur Verfügung, die Auswahl ist allerdings bei Weitem nicht so umfangreich wie bei Qnap und Synology. Die anderen Hersteller verzichtenweitgehend aufdiese Erweiterungsmöglichkeit. Bei den Anschlüssen zeigtsichein ähnliches Bild: Natürlich verfügen alle Geräte über eine schnelle Gigabit-Netzwerkschnittstelle. Doch nur etwas weniger als die Hälfte besitzen gleich zwei davon. Diese lassen sich zur Steigerung der Performance per Link Aggregation koppeln –sofern Ihr Router oder Switch dies unterstützt. Etwasärgerlich ist,dassnicht alle NAS- Systeme einen schnellen USB-3.0- oder eSATA-Anschlussfür externe Festplatten besitzen. Immerhin bieten die Top-Modelle nahezu ausnahmsloseineHDMI-Schnittstelle an. Damit lässtsich dieNAS direktaneinen Fernseher anschließen. Eine Fernbedienung ist dann in der Regeldabei. Verschiedene Leistungsklassen Im Inneren der NAS-Geräte arbeiten höchst unterschiedliche Prozessoren. So sind die Top-Modelle mit leistungsfähigen Dual-Core- oder sogar Quad-Core-Celerons von Intel ausgestattet. Anders sieht es jedoch bei den günstigen Modellen aus: Dort kommen oft preiswerte Marvell-Chips zum Einsatz. Die einfacheren NAS-Gerätebringen auch erheblich wenigerArbeitsspeicher mit. DieStandard-Ausstattung liegt mittlerweile beieinem GByte. Diebestplatzierten Qnap-NAS besitzensogar acht GByte RAM. Bei einigen besonders preiswerten Modellen sind es jedoch nur 256 MByte oder sogar 128 MByte –das schränkt die Nutzungsmöglichkeiten deutlich ein. Ein Wort noch zu den Transferraten: Die Top-Geräte erreichen rund 113 MByte pro Sekunde beim Lesen. Damit reizen sie eine Gigabit-Ethernet-Schnittstelle nahezu aus. Sehr erfreulich ist darüber hinaus, dass die meisten modernen NAS-Systeme rechtwenigStrom verbrauchen. PLATZ 1 Qnap TS-253A-8G Funktionsgigant mit Top-Ausstattung Die Qnap TS-253A-8G führt unser Testfeld weiterhin souverän an, auch Testsieger WLAN-Handbuch 2018 wenn das Gerät bereitseinige Zeit auf Test: 39 NAS-Geräte Qnap TS-253A-8G dem Markt ist.Ein Blick in dieTabelle Unabhängige Tests seit 1978 zeigt, warum:InSachenPerformance, Funktionalität und Ausstattung setzt sieMaßstäbe. Kein Wunder, stecken doch imInneren neben dem Intel-Celeron-Quad- Core-Prozessor ganze8GByte Arbeitsspeicher.Bei der Leserate erreicht siebeeindruckende 112,2MByte proSekunde.Nur beim Schreiben ist sie–wie diemeisten Qnap-Geräte–mit 96,1 MByte pro Sekunde einen Tick langsamer als die Konkurrenz von Asustor. Ein angenehmes Komfortfeature ist bei diesem NAS- Gerät diemitgelieferte Fernbedienung. Wenn man die253Aper HDMI an einen Monitor oder Fernseher anschließt, wird die Einrichtung damit zum Kinderspiel. Das Gerät verfügt über zwei HDMI-Ausgänge, vier USB-3.0-Schnittstellen und zwei LAN-Anschlüsse.Esunterstützt bereits4K-Hardware-Decodierungund transcodiert4K-H.264-Videosdirekt. + Hervorragende - Performance, Top-Ausstattung inklusive Fernbedienung, HDMI, 8GByte Arbeitsspeicher Sehr hoherPreis für eine NAS mit zwei Laufwerken, kein eSATA-Anschluss, keinDisplay PLATZ 27 Qnap TS-228 Viele NAS-Features fürwenig Geld Mit ihrem platzsparenden, senkrecht stehenden Gehäuse ist die Qnap TS-228 eine typische NAS für den Schreibtisch, geeignet für die Auslagerung vieler Dateien oder als Backup der wichtigen persönlichen Daten. Dabei könnte sie von Softwareseite her deutlich mehr Aufgaben übernehmen, denn ihr steht die gesamte BandbreiteanQnap-Apps zurVerfügung. Fürallzuanspruchsvolle Aufgaben ist die Hardware der TS-228 jedoch nicht ausgelegt. Vorallem der ARM-Prozessor mit seinen 1,1 GHz Taktfrequenz erweist sich als Performance-Bremse und drückt dieSchreibgeschwindigkeit desGerätsnachunten, während die Leseraten denen der teureren Top-Modelle gar nicht mal so weit hinterherhinken. Die TS-228 empfiehlt sich dennoch beispielsweise als Server für die Filmsammlung oder als zentrale Dateiablage fürs Netzwerk. Gerade bei großen Backups und anderen langwierigen Kopieraktionen, die üblicherweise in den Nachtstunden stattfinden, ist die Schreibgeschwindigkeit letztlich eher zweitrangig –vor allem, wenn man den günstigenPreis des Gerätsberücksichtigt. + Preiswerte - Preistipp WLAN-Handbuch 2018 Test: 39 NAS-Geräte Qnap TS-228 Unabhängige Tests seit 1978 2-Bay-NAS, geringer Platzbedarf, einfache Einrichtung, umfangreiche Funktionen Transferratenbrechen beim Schreiben ein, verhältnismäßig wenigArbeitsspeicher WLAN-Handbuch | 2018 75

PC Magazin mit Film DVD Das WLAN Service Pack - Tools & Tricks (Vorschau)
PC Magazin Premium XXL Das WLAN Service Pack - Tools & Tricks (Vorschau)
PC Magazin Classic DVD Das WLAN Service Pack - Tools & Tricks (Vorschau)
Handbuch FRITZ!WLAN Repeater N/G - M-net
PC Magazin Classic XXL Das WLAN Service Pack - Tools & Tricks (Vorschau)
Handbuch für WLAN HotspotRouter Inhaltsverzeichnis - Hotsplots