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Chip Magazin Sonderheft WLAN Handbuch 2018

NETZWERKSPEICHER |

NETZWERKSPEICHER | VIDEOSERVER Filmgenuss perNAS Film- und TV-Serienfans können sich im Handumdrehen eine eigene Videothek einrichten.Alles, was Sie dazu benötigen, ist ein NAS-System VON ARTUR HOFFMANN Eine NASmit aktuellem Betriebssystem, ausreichend Speicherplatz und ein netzwerkfähiges Wiedergabegerät – mehr ist nicht nötig, um sich jederzeit von seinen Lieblings-TV-Serien und Filmen unterhalten zu lassen. So weit die Theorie. In der Praxis spielen aber auch andere Faktoren eine Rolle: Soll der NAS-eigene Medienserver zum Einsatz kommen oder ist die Nutzung einer externen Lösung sinnvoller? Reicht diePerformanceder NASaus,umden PlexMediaServer direkt aufdem Gerät laufen zu lassen, oder ist es besser,Kodi aufdem PC zu installieren? Welche Endgeräte sind in der Lage, gespeicherten Filme und TV-Serien abzuspielen? Streaming über LAN/WLAN oder dochlieberWiedergabe perHDMI? In diesem Beitrag beantworten wir die wichtigsten Fragen, zeigen Ihnen, wasinder Praxis sinnvoll ist, und stellen Ihnen einige interessante NAS-Systeme mit HDMI-Anschluss vor, mit denen das Streamen von SD- und HD-Videodateien im Heimnetzwerk zum Vergnügenwird. NAS als Zuspieler,der PC als Server Um Ihre NAS für die private Streaming-Videothek zu nutzen, stehen Ihnen gleich mehrere Möglichkeiten offen: Sie können Ihre Film- und TV-Seriensammlung auf dem Gerät speichern und die Verwaltung mithilfe von Kodi (zusammen mit Plex auf Heft-DVD D)anIhrem PC durchführen. WieSie dabeivorgehen, zeigen wir auf Seite 64. Der größte Vorteil dieser Methode: Sie funktioniert mit jeder NAS, da das Gerät lediglich als Speichermedium und Zuspieler verwendet wird. Da der Medienserver aber aufIhrem PC läuft, müssen Siezusätzlich immer nochden Rechner einschalten. Somit ist diese Möglichkeit ideal für alle Anwender,die nurabund an einen Film oder dieFolgeeiner TV- Serieaus den eigenen Beständen anschauen möchten. Interessant für Tüftler: Der Mediaplayer Kodi lässt sich auch auf einem Raspberry Pi installieren und nutzen. Welche Gerätenochunterstützt werden, erfahren Sieauf kodi.tv. NAS als vollwertiger Streaming-Server Wollen Sie Ihre NAS sowohl als Zuspieler als auch als Streaming-Server nutzen, übertragenSie IhreFilm- und Seriensammlung auf das Gerät und spielen Sie die herstellereigenen Video- Apps ein. LooksGood (Asustor) und Video Station (Qnap und Synology) kümmern sich umdie Verwaltung und Wiedergabe. Da die Verwaltungsfunktionen dieser Apps aber nur rudimentärausfallen, ist dieseVariante lediglich für solche Nutzer geeignet, diekeinen großen Wert aufeine gepflegteFilm- und Serien- Fotos: Getty Images/monkeybusinessimages (Aufmacher);Hersteller(Produkte) 82 2018 | WLAN-Handbuch

VIDEOSERVER | NETZWERKSPEICHER bibliothek legen. Besitzer einer NAS, auf der sich keine Apps einspielen lassen, können zumindest den NAS-eigenen Mediaserver aktivieren, der UPnP und DLNAunterstützt.Alle aktuellen NAS-Systeme sind ab Werk mit solch einer Funktion ausgestattet. Im Gegenzug müssen Sie aber auf weiterführende Verwaltungsfunktionen, etwa das Einlesen der Filme in eine Datenbank oder dieAnzeige vonZusatzinformationen, verzichten. Die dritte und gleichzeitig komfortabelste Möglichkeit besteht darin, Ihr Videoarchiv auf der NAS zuspeichern und zusätzlich einen Mediaserver wieKodi oder PlexMedia Server auf dem Gerät zu installieren. Ganz klar für diese Variante spricht die Tatsache, dass Sie jederzeit auf Ihre Film- und TV-Seriensammlung zugreifen können, da die NAS ohnehin rund um die Uhr läuft. Der Nachteil: Die angesprochenen Mediaserver-Apps stehen derzeit nurfür NAS-Systeme vonAsustor,Qnap und Synology zurVerfügung. NAS direkt mit dem TV-Gerät verbinden Eine Besonderheit stellenNAS-Systeme dar,die mit einem HDMI- Ausgang ausgestattet sind. Solche Geräte lassen sich direkt mit einem Fernsehgerät oder AV-Receiver/Verstärker verbinden, sodass die Wiedergabe unabhängig von einer Netzwerkverbindung erfolgen kann. Dasspielt vorallem im Zusammenhang mit älteren Fernsehgeräten eine wichtige Rolle, da diese inden seltensten Fällen netzwerkfähig sind. Inder Praxis bietet ein HDMI-Ausgang aber auch den Vorteil, dasszweiStreams gleichzeitigübertragenwerden können:Ein Film wirddabei perNetzwerkverbindung an ein Gerät gestreamt, der zweite Streifen direkt über HDMI auf einem anderen Gerät ausgegeben. Die Steuerung erfolgt entweder perApp oder mithilfeeiner speziellen NAS-Fernbedienung. Die Auswahl von NAS-Systemen, die über einen HDMI-Anschlussverfügen, wirdimmer größer.Inunserer Bestenlistevon NAS-Geräten mit zwei Laufwerkenfinden sich bereits18Modelle mit HDMI (Seite 77). Sollten Sie eine solche „Wohnzimmer- NAS“ suchen, achten Sie beim Kauf auf deren Spezifikationen. Abseits unserer Bestenliste haben Actidata, Allnet, Fujitsu, Lenovo EMC und Wortmann ebenfalls NAS-Systeme mit HDMI im Angebot. Allerdingshandelt es sich dabeiumGeräte, diefür den Unternehmenseinsatz konzipiert sind. Der günstigste Weg in die Welt der NAS-Systeme mit HDMI führt über die 1-Bay-NAS Qnap TAS-168, die ohne Festplatte für rund 150 Euro zuhaben ist. Die 2-Bay-NAS Qnap TS-251-4G kostet rund 210 Euro. Etwas teurer ist dieAsustor AS-3102T mit rund 250Euro. Das derzeitige Referenzmodell in Sachen Wohnzimmer- NASkommtaus dem Hause Qnap.Die 2-Bay-NASHS-251+ (rund 340Euroohne HDDs) ist allein schon aufgrund der flachen Bauweise für den Einsatz im privaten Umfeld prädestiniert. Darüberhinaus benötigt sieauchkeinen Lüfter,sodass keine störenden Nebengeräusche das Filmvergnügen trüben. Dafür gehört eine Fernbedienung zumLieferumfang,sodass Sieganz bequem durch IhreMultimedia-Sammlungen navigierenkönnen. Bei den Performance-Werten steht die HDMI-fähige HS- 251+ den Geräten für den professionellen Einsatz jedoch in nichts nach. Ganz im Gegenteil: In der CHIP-Bestenliste belegt dasQnap-Gerät,das über 2GByte RAM, zwei Gigabit-Netzwerkanschlüsse und jeweils zwei USB-2.0- und -3.0-Anschlüsse verfügt, derzeit den achten Platz in der Rubrik der 2-Bay-NAS-Systeme.Nicht schlecht für ein Gerät,das bereitsseit mehr als zwei Jahren auf dem Markt ist. Einziger Kritikpunkt: Kodi lässt sich nicht über den App-Store von Qnap einspielen, sondern muss auf manuelle Weise installiert werden. Aber dieses kleine Komfort-Mankoist sicherlich für diemeisten zu verschmerzen. Netzwerkfähige Wiedergabegeräte Zum Schluss müssen Sie sich noch entscheiden, mit welchem Gerät Sie die gestreamten Videos an den Fernseher übertragen wollen –vorausgesetzt, die NAS hängt nicht direkt amHDMI- Port des TV-Geräts oder es kommt ein Smart-TV zum Einsatz. Die Spanne der Möglichkeiten reicht von Mediaplayern und Spielekonsolen über Blu-ray-Player und AV-Receiver bis hin zu Chromecast und Amazon Fire TV. Sobald Sie eine passende Abspielstation ausgewählt haben, steht dem Videostreaming-Vergnügen nichts mehr im Weg. NAS-Systemewie dieQnapTS-251+ bieten sichdankHDMI- Ausgangfür den direkten Anschluss an ein TV-Gerät an Der Plex Media Server istdas Bindeglied zwischenNAS undWiedergabegerät(im Bild: diePlex-Appauf Amazons Fire TV Stick) WLAN-Handbuch | 2018 83

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