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Der Burgbote 2015 (Jahrgang 95)

Hilfe, Weihnachten! Ja

Hilfe, Weihnachten! Ja genau Hilfe, Weihnachten … Jedes Jahr der gleiche Driss! Es wird zum Jahresende noch mal richtig stressig. Die Stadt wird voll. Gedränge und Geschiebe auf der Schildergasse. Jeder will noch ganz schnell ein Geschenk für seine Lieben. Am besten ein Schnäppchen und am besten etwas ganz Besonderes. 20 Aber nein, Weihnachten kommt wie jedes Jahr richtig plötzlich. Das merken wir spätestens in einer langen Schlange von Leidensgenossen an der Kasse. Im Hintergrund dudelt »Last Christmas« und wir ärgern uns über die eine Person, die sich eben klammheimlich vorgedrängelt hat. Ein ganzes Jahr hatten wir Zeit. Wir hätten uns ganz in Ruhe darauf vorbereiten können. Schließlich hatten die Dominosteine, die schon Anfang Oktober in den Geschäften lagen, angedeutet: Bald ist Weihnachten. Aber nein, unsere guten Vorsätze aus dem letzten Jahr sind wieder einmal dahingeschmolzen. So bricht wie jedes Jahr vor Weihnachten langsam das Chaos aus. Es geht einfach nicht mit Ruhe und Gelassenheit. Die Adventszeit gehört für alle scheinbar zur stressigsten Zeit des Jahres. Ach früher … da war es noch schön. Still, ruhig und gelassen. Josef von Eichendorff schrieb in seinem Gedicht »Weihnachten«: Markt und Straßen stehn verlassen, still erleuchtet jedes Haus, sinnend geh’ ich durch die Gassen, alles sieht so festlich aus. An den Fenstern haben Frauen buntes Spielzeug fromm geschmückt, tausend Kindlein stehn und schauen, sind so wunderstill beglückt. Und ich wandre aus den Mauern bis hinaus in’s freie Feld, hehres Glänzen, heil’ges Schauern! Wie so weit und still die Welt! Sterne hoch die Kreise schlingen, aus des Schnees Einsamkeit steigt’s wie wunderbares Singen – O du gnadenreiche Zeit« Doch heute … keine Chance. Mit der Ruhe ist es vorbei. Herr Eichendorff, wenn sie wüssten ... Man blickt in die Gesichter von gestressten Menschen, die – meist noch mit dem Handy vor der Nase – durch die völlig überfüllten Einkaufsstraßen laufen. Besinnlichkeit ist heute purer Luxus, den man sich scheinbar nicht mehr leisten kann. Und die festliche Stimmung ist uns auch vergangen. An den Fenstern haben die Frauen leider kein buntes Spielzeug geschmückt. Die Kinder drücken sich die Nasen eher an Computerspielen als an den Schaufenstern

KMGV-Weihnachtskonzerte mit Spielzeug platt. Und Stille und Einsamkeit gibt es auch nur ganz weit vor der Stadt. Doch gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer. Zwischendurch funkeln wie kleine Sterne Orte auf, die doch Weihnachten verkörpern, wie es sein soll. Und für diese erlesenen Orte müssen Sie sich Zeit nehmen. Ruhig und bedächtig könnten sie mit Ihrer Familie, Freunden und Bekannten diese Insel der Glückseligkeit genießen. Statt zum Weihnachtsmarkt und dem dazugehörigen Trubel gehen Sie einfach am 19.12.2015 um 19 Uhr nach St. Kunibert und verspüren dort einen Hauch von Weihnacht. Lassen Sie sich von den sanften Chorklängen der Tenöre und Bässe des Kölner Männer-Gesang-Vereins einstimmen und genießen Sie die Chance, sich in Ruhe auf Weihnachten vorzubereiten. Wer an diesem Termin keine Zeit hat, (weil er seinen Stresspegel an anderen Orten hochschaukelt) kann am 20.12.2015 um 19 Uhr in St. Nikolaus (Abtei Brauweiler) den Kammerchor genießen. Zuerst singt das Ensemble in der Messe und anschließend wird ein kleines Weihnachtskonzert gegeben. Sowohl das Adventskonzert des KMGV als auch die Messe und das Konzert des Kammerchores tragen garantiert dazu bei, dass Ihr Stresspegel vor Weihnachten nicht explodiert. Nehmen Sie sich Zeit. Sagen Sie Ihrer Familie, Freunden und Bekannten Bescheid und genießen Sie die Vorweihnachtszeit so, wie sie auch Herrn Eichendorff gefallen hätte. 19.12.2015 um 19 Uhr Weihnachtskonzert des KMGV in St. Kunibert 20.12.2015 um 19 Uhr Kammerchor in St. Nikolaus (Abtei Brauweiler) 21