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Der Burgbote 2015 (Jahrgang 95)

24 Mohamed Ben Boubaker

24 Mohamed Ben Boubaker Jedidi Drei Hochzeiten und doch kein Sündenfall Wer ist eigentlich Mohamed Ben Boubaker Jedidi? Und was hat er bitteschön im Burgboten zu suchen?

Der KMGV hat in den letzten fünf Jahren zwar fast 100 neue Sänger dazugewonnen, aber kann sich irgendjemand daran erinnern, dass darunter auch ein Araber war? Nein, aber wir haben auch niemanden mit einem solchen Namen aufgenommen. Mohamed ist schon länger in der Wolkenburg als alle neuen Mitglieder der jüngsten Zeit. Er arbeitet bereits seit 2002 in der Gastronomie des KMGV-Vereinshauses und ist den meisten Sängern sicher als »Köbes Mohamed« bestens bekannt. Burgbote: Mohamed, wo bist Du zur Welt gekommen? Mohamed: Meine Eltern sind Tunesier und ich wurde auch dort geboren. Wann war das? Ich kam am 3. August 1981 in Hammamet zur Welt, einer Hafenstadt am Mittelmeer im Nordosten Tunesiens. Viele Touristen werden Hammamet kennen, denn es ist der größte Badeort meines Heimatlandes. Warum hast Du Strand, Meer und Sonne verlassen und bist zu Regen und Wolken ins Rheinland gekommen? Ich habe im Jahr 2001 in Tunesien die Reifeprüfung abgelegt und wollte meine Ausbildung unbedingt im Ausland fortsetzen. Ich wollte andere Länder sehen, neue Sprachen lernen und meinen Horizont erweitern. Was hat Deine Familie dazu gesagt? Meine Eltern waren dagegen. Ich sollte im Land bleiben, dort studieren und eine Familie gründen. Aber ich war stur. Ich wollte unbedingt weg. Und warum Deutschland und nicht, zum Beispiel, Frankreich? Frankreich war keine richtige Herausforderung für mich. Die Sprache kannte ich schon und das Land hatte ich auch mehrfach besucht. Französisch hatte ich als zweite Hauptsprache in der Schule gelernt. Ich wollte etwas komplett Neues machen. Deutschland bot sich an, weil wegen der guten Ausbildung in Tunesien mein Abitur anerkannt wurde. Ich musste also »nur« die deutsche Sprache lernen, um mich zum Studium bewerben zu können. Wann bist Du nach Deutschland gekommen? Das war 2001. Ich wohnte anfangs bei Bekannten in Köln. Meine Familie unterstützte mich finanziell, trotz aller Meinungsverschiedenheiten über meinen Weg. Ich begann sofort an der Volkshochschule Deutsch zu lernen. Nach anderthalb Jahren legte ich erfolgreich die Prüfung ab. Wie ging es dann weiter, wolltest Du nicht studieren? Ich bewarb mich an der Hochschule Bonn- Rhein-Sieg in Sankt Augustin und bekam einen Studienplatz im Fach Elektrotechnik- Informatik. Das war damals noch ein Diplomstudiengang und die Ausbildung sollte vier Jahre dauern. Sollte? Das hört sich nach Problemen an. Nein. Probleme gab es nicht. Ich habe zwar – leider – mein Studium nicht beendet. Aber das hatte andere Ursachen. Während eines sechsmonatigen Praxissemesters in einer Software-Firma in Monheim lernte ich meinen künftigen Beruf sehr gut kennen, und die Arbeit machte mir Spaß. Die Kollegen waren zuvorkommend und ich hätte sofort dort anfangen können zu arbeiten. Das Studium hätte ich parallel dazu weitergeführt und beendet. Aber ich merkte auch, dass zu dem Job viel Büroarbeit gehört. Und außerdem gefiel mir die Routine nicht: Jeden Tag zur gleichen Zeit zur Arbeit und zur gleichen Zeit wieder nach Hause. Ich erkannte für mich, dass diese Regelmäßigkeit nicht mein Personen und Persönliches 25

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