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Der Burgbote 2015 (Jahrgang 95)

Hochzeit 1: in Köln 26

Hochzeit 1: in Köln 26 Hochzeit 2: in Polen

Ding war. Ich hatte mir mein Arbeitsleben anders vorgestellt – spannender, abwechslungsreicher, nicht jeden Tag das Gleiche. Und dieses Spannende hast Du dann in der Gastronomie gefunden? Ich hatte schon im Jahr 2002 während meines Sprachkurses angefangen, in der Wolkenburg zu arbeiten. Ich kellnerte an den Wochenenden, um Geld fürs Studium zu verdienen. Das hat mir so viel Spaß gemacht, und die Atmosphäre und das Klima waren so gut, dass ich, statt zu Ende zu studieren, einen festen Job in der Wolkenburg annahm. Und diese Arbeit gefällt Dir auch heute noch? Ich fühle mich in der Wolkenburg sehr wohl. Meine Tätigkeit ist sehr flexibel und abwechslungsreich, es gibt keine Routine. Jeden Tag passiert etwas anderes. Ich bin überzeugt davon, dass dies die richtige Entscheidung war. Ich bereue diesen Schritt nicht. Die Sänger des KMGV finden es sicher auch gut, dass Du in der Wolkenburg arbeitest. Sie sehen in Dir einen netten und zuvorkommenden Köbes, wie es ihn in den meisten Brauhäusern nicht gibt. Hast Du schon mal daran gedacht, die Arbeitsstelle zu wechseln? Mit der Wolkenburg verbindet mich nicht nur die Arbeit. Ich habe hier auch meine Ehefrau kennengelernt. Ach, wann war das denn? Ich begegnete Magda, meiner heutigen Frau, erstmals 2007. Sie arbeitete zunächst als Aushilfe in der Burg und absolvierte anschließend hier ihre Ausbildung. Magda, also keine Deutsche und auch keine Marokkanerin? Nein, meine Frau wurde in Polen geboren und kam als junges Mädchen zu ihrer Großmutter nach Köln. Inzwischen hat sie ebenso wie ich die deutsche Staatsbürgerschaft. Das ist ja eine richtige Multi-Kulti-Familie. Habt Ihr Kinder? Wir sind Eltern von zwei Kindern, einem sechsjährigen Mädchen und einem anderthalbjährigen Jungen. Welche Namen habt Ihr ihnen gegeben, polnische oder arabische? Darüber haben wir lange und viel nachgedacht. Uns war klar, dass die Kinder in Deutschland aufwachsen, weswegen wir ihnen Namen geben wollten, die eher international klingen und nicht ausschließlich nach den Heimatländern der Eltern. Namen, die in allen drei Ländern geläufig sind. Unsere Tochter heißt May und unser Sohn Adam. Welche Sprache sprecht Ihr zu Hause mit den Kindern? May und Adam wachsen dreisprachig auf: Sie lernen Deutsch, Polnisch und Arabisch. Wenn sie etwas größer sind, bringe ich Ihnen auch Französisch bei. Und in der Schule kommt ja sowieso bald Englisch dazu. Das heißt, die können sich mit ihren Großeltern in deren Mutterspräche verständigen? Adam ist noch zu klein, aber bei May klappt das ganz gut. Fahrt Ihr oft nach Hause, also zu den Familien nach Polen bzw. nach Tunesien? Wir versuchen, in jedem Jahr einmal beide Großeltern der Kinder zu besuchen. Im Sommer geht es meist nach Tunesien zu meiner Familie und Weihnachten feiern wir in Polen bei der Familie meiner Frau. Und wie funktioniert das mit den verschiedenen Religionen? Du kommst aus einer muslimischen Familie und Deine Frau hat sicher einen christlichen Hintergrund. Das klappt einfacher als man es sich vorstellen mag. Zum einen sind wir zwar reli- Personen und Persönliches 27