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Der Burgbote 2015 (Jahrgang 95)

Wünsche im

Wünsche im Leechterjlanz 38 Liebe KMGV-Familie, als alter Hausgeist, der seit vielen Jahrzehnten das Gebälk Eurer Wolkenburg sein Heim nennt, habe ich mit der Zeit großen Gefallen an Euren Traditionen, Riten und Gebräuchen gefunden. Manche davon pflegt ihr bereits seit Generationen, andere haben sich erst in der jüngeren Vereinsgeschichte eingeschliffen … Auf den Advent freue ich mich besonders: Jetzt wirkt mein Domizil viel geräumiger, da blinkende Lichterketten den Dachstuhl bis in den letzten Winkel taghell ausleuchten. Täglich frönen andere Firmen-Belegschaften der vorweihnachtlichen Völlerei – kein Abend ohne Gesellschaft! Zudem bin ich jedes Jahr aufs Neue überrascht, wie viele ihr seid: Im Spiegel der abertausend goldenen Christbaumkugeln meine ich Sänger wiederzuerblicken, die ich zuletzt am Dankeschönabend der Cäcilianer gesehen habe. Aber vielleicht spielen mir meine alterstrüben Augen auch nur einen Streich? Ein schöner Brauch ist ja das Wunschzettel-Schreiben: Allerdings adressiert ihr euren Bittbrief (»Man müsste mal ...«, »Wie kann man nur ...«, »… das gehört verhindert.«) meist an euren Präsidenten statt ans Christkind – das habe ich noch nicht richtig verstanden. Aber egal. Als euer stets genügsamer Hausgeist möchte ich in diesem Jahr auch einen bescheidenen Wunschzettel verfassen. Rechtzeitig zum nahenden »Fest der Liebe« habe ich ihn von meiner Dachbodenluke aus unter den geschmückten Christbaum segeln lassen: Liebes Christkind, wenn ich allein in der Wolkenburg bin, höre ich mir zu meiner Erbauung gerne Tonaufnahmen »meines Chores« an, die ich mit einem alten Cassettenrecorder während der Proben »janz jeheim« aufzeichne. Allerdings scheint das alte BND-Equipment langsam den Geist aufzugeben: In den Wohlklang des Gesanges mischen sich hörbar immer mehr Misstöne – das kann ja nur an der veralteten Technik liegen! Damit du, liebes Christkind, besser verstehst, wie dringend ich einen neuen Cassettenrecorder – oder wie die neuen Apparate heute heißen –

auche, beschreibe ich dir mal einige der störendsten Fehler des Aufnahmegeräts. Mein Recorder hat eine Zeitschaltuhr. Aber die muss kaputt sein. Ich programmiere den Aufnahmestart für 19 Uhr, aber wenn ich mir das Band später anhöre, sind für ein paar quälend lange Minuten nur Stimmengewirr und Geplapper zu hören. Dabei weiß ich genau, dass meine Sänger alle pünktlich zur Probe erscheinen. Die eilen ebenso behände zum Einsingen wie zu einem Buffet! Dann ist da dieses Knacken in den Aufnahmen. Ich dachte erst, es wären die Knie der Sänger, wenn sie sich hinsetzen, aber es muss das Gebälk der ehrwürdigen Wolkenburg sein, dass unter dem Gewicht des Christbaumschmucks ächzt. Und dann dieses Rascheln im Blätterwald, das deutlich zu vernehmen ist: Ich habe in meinem Archiv Tonaufnahmen jüngster Zeit gefunden, da hallt das Knistern der Notenblätter länger nach als die Schluss- Fermate. Ein Recorder mit Rauschunterdrückung, das wär’s! Geschützt gegen Störwellen muss das neue Gerät ebenfalls sein: All die elektronischen Geräte, die die Sänger mittlerweile zur Probe mitbringen, verderben mir regelmäßig die Aufnahme. Hier fiepst ein Hörgerät, dort klingelt ein Taschentelefon – ist’s im Saal mal still, surrt die Klimaanlage. Außerdem wünsche ich mir einen Recorder mit Mehrkanalton, liebes Christkind. Obwohl nur eine Stimme probt, zeichnet mein altes Gerät viele weitere Tonspuren auf. Manchmal dringt in Fetzen die Begleitstimme durch, manchmal erklingt die Melodie oktaviert dazu oder man hört deutlich, wie irgendwo im Saal ein völlig anderes Lied gesungen wird. Das ist wie bei einem alten Transistor-Radio, bei dem die Frequenzen nicht sauber eingestellt sind. Das klingt nicht gut! Das merken sogar die Sänger selbst: Stetig zischen sie Kommentare wie »zu hoch/tief«, »zu schnell/langsam«, »nicht die Terz« dazwischen, denn mein »Kölner Männer Geschwätz-Verein« besteht aus 120 Musikwissenschaftlern mit absolutem Gehör! Zuletzt wäre noch eine Auto-Stopp- Funktion wünschenswert: Ich nicke bei den Proben gerne mal ein, daher wäre es praktisch, wenn die Aufnahme automatisch mit dem geprobten Stück endete. Die Luxus- Variante wäre gewiss eine Gestensteuerung, die die Aufnahme synchron mit dem Abwinken des Dirigenten beendet. Aber auch eine Stimmerkennung würde genügen: Dann stoppt das Aufnahmeband spätestens, wenn der Dirigent verzweifelt »Stopp, ist gut jetzt, danke!« in den Saal brüllt. Du siehst, liebes Christkind, dass du mir mit einem neuen Aufnahmegerät einen echten Herzenswunsch erfüllen könntest. Wenn ich vielleicht gleich noch einen Neujahrswunsch äußern dürfte: Ein passendes Richtmikrofon wäre toll. Denn so könnte ich auch von der Wolkenburg aus belauschen, was ab Januar im »weißen Zelt« geschieht. Mir als wasserscheuem Klabauter versperrt leider der Rhein den Weg nach Deutz. Frohe Weihnachten und ein erfolgreiches neues Jahr. Der Burgbote spöttelt 39

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