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Der Burgbote 2015 (Jahrgang 95)

Eine Reise muss

Eine Reise muss gründlich vorbereitet sein… 18 Nun bin ich noch nicht so sehr lange Mitglied des Chores, aber dass man einem Konzert gewissermaßen zwei Probeläufe vorweg schickt, kommt einem doch schon sehr aufwändig vor. Es gab vergangenes Jahr den Auftritt bei den Classic Nights in Brauweiler, bei dem wir mit Volksliedern auf Reisen gingen. Nun folgte vor wenigen Wochen das Konzert in Bornheim, bei der wir unsere Zuhörer erneut mit auf Reisen nahmen. Nein, das Programm war nicht identisch, höchstens ähnlich. Manche Adressen der ersten Reise waren so schön, dass man sie erneut besuchen wollte, andere waren noch so gut im Gedächtnis, dass man sie sich vielleicht für die nächste Reise aufbewahren möchte. Die nächste Reise? China? Australien? Südamerika? Wer soll das bezahlen? Wie soll man heutzutage noch genügend Urlaub dafür bekommen? Nein! Keine Angst! Wir reisen gewissermaßen virtuell – und trotz der modernen Zeiten bleiben wir dabei analog! Vor einigen Jahren kam ein Neuseeländer nach Köln, um hier Musik zu studieren und fragte sich, warum die Deutschen so ein gestörtes Verhältnis zur Volksmusik haben. Diese Frage beantwortete er mit einem Film »Sound of Heimat«, der den Menschen in Deutschland die Bedeutung ihrer Volkslieder ein wenig näher gebracht haben mag, indem er durch Deutschland reisend dieser Frage nachging. Der KMGV kommt aus Köln, nimmt sich nun nicht nur deutsche Volkslieder vor und macht dafür eine größere Reise. Wir reisen mit dem Gesang von Volksliedern aus Deutschland, Schweiz, Russland, Italien, Frankreich und vielen anderen Ländern kreuz und quer durch Europa. Bei der Menge an Kilometern benötigen wir einen guten Reiseleiter, der uns alles erläutert. Hier haben wir ein hervorragendes Exemplar finden können, mit dem die Reise eine Freude sein wird. – Lassen Sie sich überraschen! Und ob Sie es glauben oder nicht: Wir sitzen viel bequemer als es im Bus oder in der Bahn sein würde! Ausgangspunkt unserer Reise wird die Kölner Philharmonie sein. Wir versammeln uns am 4. Oktober 2015 um 18 Uhr und für jeden Teilnehmer steht ein Sitzplatz zur Verfügung. Unser Reisefahrzeug ist die Musik, ist der Gesang – in Form von Volksliedern!

Nein, Volkslieder sind keine abgedroschenen und verstaubten Melodien, die heutzutage keiner mehr hören möchte! Man kann sie auch in aufgearbeiteter Form zu Gehör bringen und den Zuhörern Lust auf mehr machen. Deshalb wurden manche Lieder speziell für den KMGV neu arrangiert. Volkslieder vermitteln einen Eindruck von der Seele eines Landes, eines Volkes und malen in unseren Köpfen Bilder von Landschaften, Menschen und Traditionen, wie sie nur wenige Filme faszinierender wiedergeben können. Wir erleben die Vielfalt der Melodien, die schon von sich aus Freude, Trauer oder Liebe ausdrücken kann, fragen uns, warum gerade ein Mensch wie der russische Diktator Stalin sich ein schon fast deprimierendes Lied als Lieblingslied wählte. Fragen wird es viele weitere geben: Warum gibt die Angebetete, der man in die Augen schaut uns … Aprikosen? Ist es nicht faszinierend, dass ein Lied sich von Katjuschas Lippen löst, um auf die Reise zu gehen und von den Apfelbäumen mit weißen Blüten zu dem Soldaten an der Grenze zu gelangen? Möchte man nicht in Schweden dabei sein, wenn die Blaubeeren vor dem Haus wachsen und aus den bunten Blumen Sträuße gebunden werden? Faszination wird gewiss auch das Werk auslösen, bei dem man den Eindruck hat, die Herren Steiner, Mendelssohn-Bartholdi, Weber hätten sich abends mal bei dem einen oder anderen Tropfen Rebensaft zusammengesetzt und sich gesagt, man müsse mal wieder zur Jagd blasen. Herausgekommen ist gewissermaßen ein Potpourri bei dem der Jäger gewissermaßen hin und her gereicht wird. Bekommen Sie alle Teile zugeordnet? KMGV Jahreskonzert 19