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Der Burgbote 1982 (Jahrgang 62)

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117 Also mußten die Preise in die Höhe getrieben werden, was die Politiker - meist selbst Grundstücksbesitzer - raffiniert verstanden. Sie kauften dem preußischen Staat für 12 Mil lionen Mark die Festungsanlage ab und rissen sie nieder. Eine riesige Investition, die die Bo denpreise sofort in astromische Höhen trieb. Die Rechnung ging hundertprozentig auf, die Stadt verdiente ein Vielfaches - und mit ihr die geschäftstüchtigen Stadtverordneten. Dabei hätte die Stadt Köln - so die speziellen Rechtsgutachten - die Mauer mit den Türmen überhaupt nicht bezahlen müssen, weil sie ihr ohnehin selbst gehörte. Und der Abriß war ebenso unnötig, da schon große Durchbrüche eine Erweiterung der Stadt ermöglicht hätten. Heute ist der Kölner Stadtrat dankbar über die Entwicklung vor 100 Jahren. Schon die klei nen Festungsreste drücken ihn finanziell ganz gewaltig. Drei Türme hat er an traditionsreiche Karnevalsgesellschaften verpachtet, die sich auch zur denkmalspflegerischen Unterhal tung verpflichten mußten. Zwei Türme haben sich Kölner Architekten als ausgefallene Wohnhäuser eingerichtet: notwendige Privat initiative, die der Stadt die Kosten für Restau rierung und Unterhaltung abnimmt. Bestes Beispiel für die finanziellen Nöte d0r Kommune ist der Bayenturm, einst der Stolz der Stadt als mächtigstes Symbol für die hart öi^kahiiitte BUrgerfrelhelt. DläSär südliche Abschluß der mittelalterlichen Stadtmauer, am Rheinstrom gelegen, wurde im Zweiten Welt krieg fast völlig zerstört und steht heute noch als Ruine am Flußufer. Für den Wiederaufbau fehlte das Geld. Erst jetzt ist er mit ins Fünf- Millionen-Restaurierungs-Programm der Stadt aufgenommen worden. Insgesamt hatte die Kölner Stadtbefestigung, die zwischen 1180 und 1230 gebaut worden war, 36 Tore und 52 Wehrtürme. Eine beein druckende Anlage, die freilich schon lange vor ihrem Abriß ihren eigentlichen Verteidigungs sinn verloren hatte. Die schweren Geschütze der neueren Zeit nämlich hatten eine derartige Reichweite, daß die Stadt einem Angriff nicht mehr standgehalten hätte. So wurde Köln denn auch 1794 ohne Belagerung den angrei fenden französischen Revolutionstruppen überlassen. 1814 machten die - nunmehr na poleonischen - Franzosen den Preußen Platz, denen die Kölner 1881 schließlich die Mauer abkauften. Ein Kapitel des Buches beschäftigt sich übri gens mit dem Raub der Kaiserkette, die der KMGV beim Chorwettstreit gewonnen hatte und die am 20. Juni 1912 aus der Eigelsteintorburg gestohlen wurde. Engelbert Greis „Die Festung Cöin" Geschichte und Geschichten rund um die Torbutgen utjü Mauern üei alten Stadl Rheinau-Verlag Köln „A4.itglieder des OCAdQXf denken Oei djten Einkäufen gerne an die Onserenten des l&urgboten]"