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Der Burgbote 1982 (Jahrgang 62)

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Sänger, die gern Theater machen Zum 100. Geburtstag im Jahr 1942 lieferten Luftschutzsirenen und explodierende Bom ben die Begleitmusik. 25 Jahre später, als wie der ein Jubiläum anstand, starb der Schirm herr, Dr. Konrad Adenauer; das sorgfältig vor bereitete Fest wurde deshalb nur im kleinen, bescheidenen Rahmen begangen. Im Mai 1982 aber will der Kölner Männer-Gesang- Verein (KMGV) nun endlich mal feiern - einen runden Geburtstag, auch wenn er nicht, wie sich das für Jubiläen eigentlich gehört, durch die Zahl 25 teilbar ist. Am 27. April wird der Verein 140 Jahre alt. Da die Kölner sangesfrohe Menschen sind, gab es schon lange vor der KMGV-Gründung Chöre in der Stadt, den Domchor etwa und die „Liedertafel". Beide haben beim Entstehen des Kölner Männer-Gesang-Vereins eine Rol le gespielt. Mitglieder des Domchors suchten nach einer Gelegenheit, nicht nur geistliche Lieder zu singen. Doch den eigentlichen Im puls zur Gründung am 27. April 1842 gab, wie die Vereinschronik vermerkt, die Tatsache, daß einem Sänger „der Eintritt in die,Liederta fel' versagt geblieben" sei. Solche Gründe fin den sich ja in Köln am Beginn mancher Ver einsgeschichte . . . Schon am Tag nach der Gründung hatte der neue Verein zwanzig Mitglieder. Im nächsten Monat zahlten bereits dreißig Männer je zwei Taler „Eintrittsgeld". Einer lieh einen Flügel her, einer einen Schrank und einer eine Lam pe. Dem schnellen Start folgte einen Monat später ein Auftritt im Altenberger Dom. Und ein knappes Jahr später fand das erste große Konzert des neuen Vereins in Köln statt. Es brachte nicht nur gute Kritiken, sondern auch finanziellen Gewinn. 156 Taler davon wurden den Kölner Armenschulen überwie sen - die erste Spende, der viele weitere fol gen sollten. „Durch das Schöne stets das Gu te" hieß es (und heißt es bis heute) schließlich im Wappen des Vereins. Der KMGV, im selben Jahr gegründet wie der Zentral-Dombau-Verein, ersang hohe Beiträ ge für „den großen Bettler am Rhein", den Köl ner Dom also. Er spendete im ersten Jahr zehnt seines Bestehens insgesamt die er staunliche Summe von 16423 Taler für wohl tätige und künstlerische Zwecke. Selbst die Sänger zahlten Sie waren größzügig, die frühen KMGV-Sänger, zahlten selbst als Mitwirkende Eintritts geld zu ihren Wohltätigkeitskonzerten und nahmen es im übrigen mit den Groschen nicht so genau. Das hat erst jüngst ein pingeiiges Mitglied festgestellt. Es rechnete alte Kassen berichte nach und entdeckte darin eine ganze Anzahl Additionsfehler. Heutzutage muß sich der Vorstand da größe rer Genauigkeit befleißigen. Es bedarf schon hoher Rechenkünste, um die Bilanzen in Ord nung zu halten, denn der KMGV besitzt ein Faß ohne Boden, die „Wolkenburg". Bomben hatten das alte vereinseigene Haus „Wolken burg" in der Gäcilienstraße, an der Ecke der heutigen Nord-Süd-Fahrt, zerstört. Kurz dar auf gingen zwei Häuser am Ring, die als Er satz dienen sollten, in Schutt und Asche. So mußte der KMGV nach dem Krieg eine neue Heimstatt suchen. Er fand sie am Mauritius steinweg, wo er 1959/1960 ein Gebäude in der Form des dort im 12. Jahrhundert angesiedel ten Benediktinerklosters errichtete. Solche Denkmalpflege kostet den Verein viel Geld. Ein Haus im historischen Stil zu erhalten, ist teuer. Doch ist dieser Beitrag zur Erhaltung ei nes Stückchens vom Stadtbild nicht das einzig Gute, das der Kölner Männer-Gesang-Verein