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Der Burgbote 1982 (Jahrgang 62)

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155 Der künstlerische Chorgesang lebt „Beeindruckt und beglückt", das waren die Worte, mit denen der Vorsitzende der Ge samtjury, Paul Wehrle, die künstlerischen Er fahrungen kennzeichnete, die man beim er sten deutschen Chorwettbewerb 1982 in Köln gemacht hatte. Die weniger ernsten Seiten der Gesangsolympiade konnten die Kölner am Samstag kennenlernen, wenn sie recht zeitig in die Fußgängerzone gekommen wa ren. Da hörte man die „Brünnlein fließen", wenn sich ein Chor um seinen Dirigenten ge schart hatte, oder man sang, sich im Gänse marsch durch die Geschäftsstraßen schlän gelnd, auch mal ein Madrigal von Orlando di Lasso. In erster Linie waren die Chöre freilich vier Ta ge lang Gast der Stadt, um zu dokumentieren, daß es in der Bundesrepublik keineswegs so dunkel um die Chorzukunft bestellt ist. In den Chören überwiegen die jungen Stimmen, und das läßt den Schluß zu, auch bis zum Ende des Jahrhunderts sei der Fortbestand der Chortradition hierzulande gesichert. Der Test in Sachen Chormusik war längst überfällig. In anderen europäischen Ländern gibt es vergleichbare Veranstaltungen schon seit Jahren. Daß die Bundesregierung trotz der Haushaltslage das Unternehmen finan ziell getragen hat, daß die Stadt Köln einen Sonderpreis für den Vortrag zeitgenössischer Musik gestiftet hat, beides verdient Anerken nung als ein Zeichen dafür, daß eben nicht im mer an kulturellen Belangen gespart wird. Der Wettbewerb - aufgeteilt in sechs Katego rien - vereinigte nur preisverdächtige Chöre. So konnten von den 54 Chorgemeinschaften immerhin sieben einen ersten Preis (9000 Mark) erringen. Zehn wurden mit jeweils 6000 Mark als zweitem und weitere zehn mit dem dritten Preis (3000 Mark) ausgezeichnet. Diese Prämien wurden bei der extremen künstlerischen Konkurrenz aus dem ganzen Bundesgebiet hart errungen. Den Chören war die innere Aufregung oft nur zu deutlich anzu merken. Und daß auch ein Chor vor den Wer tungsrichtern „einbrach", mußte nicht unbe dingt ein böses Omen sein. Ein solcher Chor, dem das bei sonst exzellenten Leistungen passierte, ging gar mit einer Prämie nach Hau se. Für Köln holte die „Kölner Kantorei" (Volker Hempfling) einen Spitzenpreis. Auf Platz zwei rangiert die „Kölner Kurrende" mit Elke Ma scha Blankenburg als Dirigentin, die auch mit einem Förderstipendium ausgezeichnet wur de. Platz drei ging an Peter Neumanns „Köl ner Kammerchor"; Dirigent Albert Ecker brachte mit dem Rheinischen Kinder- und Ju gendchor Bonn, ebenso wie das Männerquar tett „Harmonie" Eschweiler-Nothberg (Hans Josef Roth) jeweils 6000 Mark mit nach Hau se. Damit steht Nordrhein-Westfalen an bemer kenswerter Stelle in der bundesdeutschen Chorlandschaft, was auch Richard Jakoby als Präsident des Deutschen Musikrats beson ders hervorhob. Daß kurz nach dem Wettbe werb bei einer Podiumsdiskussion auch Kritik laut wurde, etwa daß zu wenig repräsentative Werke der heutigen Zeit vorgetragen wurden oder daß der Gesichtspunkt der Begegnung zwischen den Chören und mit der Bevölke rung stärker beachtet werden müßte, wen wundert es bei einer Veranstaltung, die erst einmal Tritt fassen muß. Wenn der Chorwett bewerb 1985 zum zweiten Mal stattfindet, wird man aus dem diesjährigen „Festival" etliches gelernt haben. Glanzvoller Höhepunkt mit Bundespräsident Carstens und Innenminister Baum an der Spit ze war sicher der Festakt in der Sporthalle, wo auch Oberbürgermeister Norbert Burger den