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Der Burgbote 1982 (Jahrgang 62)

Beitragsrückvergütung

Beitragsrückvergütung für 1981 in der Kfz-Haftpflichtversicherung und Vollkaskoversicherung w Uber 60 Prozent der bei uns versicherten Autofahrer erhalten über 8 Millionen DM zurück. Peter Wallraff Dipl.-Betriebswirt Geschäftsführer der Provinzial-Versicherungsanstalten Düsseldorf Kalk-Mülheimer Straße 327 (Ecke Heidelberger Straße) 5000 Köln 80 (Buchforst),Telefon (02 21) 6259 21 Die Versicherung in

städtischen Sonderpreis (4000 Mark) an den Osnabrücker Jugendchor verlieh: den Chor der mit dem stolzen Sümmlein von 13000 Mark heimzieht, den er sich unter Johannes Rahe aus der Kombination von 1. Preis und Köln-Preis errungen hat. Der spannendste Augenblick allerdings war die Bekanntgabe der Sieger. Die Sporthalle war am Sonntagnachmittag der richtige Ort für dieses Ereignis. Fazit: ein musikalisches Ereignis von eminen ter Bedeutung für die Pflege der Laienchor- Musik. Demonstration eines zweifellos vor handenen musikalischen Potentials mit künst lerischem Niveau. Kritik im wesentlichen an Äußerlichkeiten, die es zu verändern gilt. Zur Abrundung des Wettbewerbs hatte der WDR einmal seinen Hauschor unter Herbert Schernus und zweimal den großen Sendesaai für auswärtige Chöre zur Verfügung gestellt, im Dom wurde das Chortreffen vom WDR- Chor eröffnet. Rund neuneinhalb Tausend Menschen hatten sich eingefunden, um den geistlichen Werken vom 15. bis 20. Jahrhun dert, darunter einigen Raritäten, zu lauschen. Wenn auch bedingt durch die akustischen Raumprobieme vieles matt und entfernt klang, so schien die Erstaufführung eines Magnificats von Orlando di Lasso, ein Prozessions hymnus des 15. Jahrhunderts und von Josquin Desprez in größerer klanglicher Vollkom menheit als zwei große Bruckner-Motetten und Liszts bedeutsames „Salve regina". Als Experte für „Neue Musik" bewährte sich der Chor in dem eindrucksvollen „Lux aeterna" von Ligeti und dem auf der ganzen avant gardistischen Chor-„Kiaviatur" spielenden „Omaggio" von Kurtäg, ein Werk, das sich allerdings ins Effekthascherische verliert. Der Südfunk-Chor Stuttgart beeindruckte un ter Klaus Martin Ziegier durch seinen virtuo sen Umgang mit der Moderne, nicht weniger durch seine intonations- und Ausdruckssi cherheit in dem 16stimmigen „Abend" von Ri chard Strauss, einer Art vokaler „Verklärter Nacht", sowie in den ebenfalls sechzehnstim migen „Drei Chören" op. 39 von Max Reger. Was Profis noch eine Spur souveräner ma chen als der exzellenteste Laienchor, präsen tierte Ziegler in dem äußerst delikaten Vortrag zweier Haydn-Chöre und Strawinskys russi scher Bauernlieder „Unterschale". Von den lebenden Komponisten Nono („Sära doice tacere") und Bussotti mußte dessen witzig poin tiertes „Siciliano" nach heftigem Applaus wie derholt werden, vielleicht gerade deshalb, weil es alle Normen sprengt, die sich ein Laienchor noch zutraut. Ziegier machten den jungen Chören vor allem Mut, sich mehr auf diesem Sektor der Avantgarde umzusehen. Der Kammerchor der Universität Saarbrücken ist zwar kein echter Berufschor. Aber der Aus bildungsstand seiner Mitglieder kommt die sem Niveau nahe. Und so beschränkte sich dieser Chor auch nur auf eine Konzert- und keine Wettbewerbteiinahme. Unter seinem Leiter, dem Musikwissenschaftler Wendeiin Mülier-Blattau, führte der Chor Horatio Vecchis „La veglia di Siena" auf, eine Folge ma drigalhafter Sätze, die die neuen Errungen schaften der Ausdrucksmusik um die Wende zum 17. Jahrhundert einfängt. Unaufdringlich und stiibewußt wie Vecchis Zyklus, begleitet von einem Kiarinettentrio, ziselierte Müller- Biattau auch vier „Notturni" von Mozart, ehe er mit des „Sechs geistlichen Liedern" nach Eichendorff von Hugo Wolf die ganze Aus druckspalette des Kammerchorkiangs entfal tete. Neben den locker und duftig hinskizzierten „Deux Poemes" op. 39 von Milhaud fielen die „Five Flower Songs" von Britten komposito risch, nicht aber in der Interpretation, etwas ab. Ein echter „Rausschmeißer" moderner Provenienz Helmut Facklers „Wettlauf", des sen Bravour prompt die im Text provozierten Applausstürme hervorrief. Hans Elmar Bach „Kölnische Rundschau" vom 14. Juni 1982