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Der Burgbote 1982 (Jahrgang 62)

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77 Zum zweiten Mal spielte Rainer Schellen In diesem Jahr Im Divertissementchen mit Viele von Ihnen wer den sich sicherlich noch an seinen „Erlebnisbericht" von seinem ersten Auftritt Im Jahr 1981 erinnern. Auch diesmal hat er wieder zur Feder gegriffen und das Zillchen einmal aus einer ganz anderen Perspektive beleuchtet: Zwei Jahre im Zillchen Da ich in (diesem Jahr zum zweiten Mal im Zill chen mitmachen konnte, dem hauptsächli chen Grund meines Eintritts in den KMGV, drängt es mich, einige der erlebenswerten Be gebenheiten einmal schriftlich festzuhalten. Bei der ersten Probe des neuen Stückes „Krach en der Schilderjass" auf der Proben bühne im Opernhaus am 1.11.81 wurde fest gelegt, wer „Dame" werden und wer Herr blei ben sollte. Wegen meiner lebenslangen Freu de am Verkleiden meldete ich mich als „ele gante Dame"; die erste Kostümprobe folgte auf dem Fuße: ein Traum aus braunem Samt und ebensolcher Seide, mit Reifrock und vor nehm dezenter eingenähter Oberweite. Die zusätzlichen Proben, insbesondere an den Sonntagen, stellten wie immer einige An forderungen an die Linientreue der Sänger, wobei sich leider auch zeigte, daß einige in dieser Hinsicht zur Untreue neigten; für die Anwesenden war es immer ein Vergnügen: die kölschen Texte auf klassischste Melodien, sowie die treffsicheren Anspornungskom mentare von Christoph Klöver („Meine Her ren, Sie singen das Lied vom Lenz wie der Chor der Riehler Heimstätten"). Mit der ersten Probe in Kostüm und Maske lebte auch wieder der Kontakt zu den Damen und Herren der Maskenbildnerei und der Gar derobe auf, der sofort zur gleichen Verbun denheit wiedererwachte, wie er vor 10 Mona ten vorübergehend eingemottet werden muß te. „Elegante Damen" erhielten Verbot, mit dem feinen Kleid in die Kantine zu gehen, um es vor Kölsch oder ähnlichem zu schützen, Diskussionen über Häufigkeit der Wäsche von Handschuhen und Strümpfen eigneten sich ausgezeichnet als Dauerbrenner, die Befesti gung der Perücken, die gelegentlich durch Einschieben von Klammern unter die Kopf haut erfolgte, wurde üblicherweise mit dem Aufruf „jetzt mal schön tapfer sein" begleitet. An der Verkuppelung des unverheirateten Sängers Rudolph mit der ebenfalls noch zur Disposition stehenden Maskenbildnerin An negret (Namen geändert!) werkelten viele er folglos mit. Eines Abends herrschte in der Pause eine leichte Hektik, da eine Gardero biere mit einem kleinen Stoffknäuel, einem Nadelkissen nicht unähnlich, herumlief und nach dem Besitzer fahndete; nach einer Weile der Nachforschungen tönte als Entwarnung durch die Räume: alles wieder klar, die Brust gehörte dem Ferdi! - Da die dienstbaren Gei ster des Opernhauses ja auch für die „richti gen" Künstler tätig waren, erfuhren wir auch von Aktivitäten und Erfolgen der Oper in Tel Aviv („Cosi" und „Wozzeck"), an denen auch diese Damen und Herren mitgewirkt hatten und begeistert von der Tournee berichteten. Wie üblich war es in den ersten Vorstellungen nicht ganz einfach, den richtigen Rhythmus für Zeitpunkt und Ort des Auftritts zu finden. Mit zunehmender Routine entwickelte sich dann die notwenige Sicherheit. Dieses Gefühl der Sicherheit führte naturgemäß auch zu Pan nen: als ich einmal von der Bühnenseite ge spannt eine Szenä verfolgte, die ich bewußt noch nie gesehen hatte, stellte ich zu meinem Entsetzen am Verlauf der folgenden Szene fest, daß ich eigentlich auf der Bühne sein mußte; wenn auch nur eine Person von „viel Volk" fehlte, war es doch ein schwerer Schreck, der die nachlassende Anspannung mit einem Schlag wieder aktivierte.