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Der Burgbote 1982 (Jahrgang 62)

„Das Gute am teusparen

„Das Gute am teusparen ist die Gewissheit auf Erfolg." / Bausparkasse HEIMBAUml Riehler Straße 33 ■ 5000 Köln 1 Telefon (0221) 7725-0 BEZIFIKSDIREKTION 5000 Köln 1 Alter Markt 34 Tel. 02217239758 BEZIRKSDIREKTION 5000 Köln 1 Breite Str. 2-4 Tel. 0221724 51 18 BEZIRKSDIREKTION 5000 Köln 80 Buchheimer Str. 53-55 Tel. 02 21761 25 31 Bezirksdirektionen im gesamten Bundesgebiet einschi. Beriin (West)

Madonna von Scharpenheuvel und kostbaren Altargeräten mit Paramenten. Doch als der KMGV einzog, erhielt er einen al ler Kunstwerke entkleideten Raum, der aku stisch wenig hergab und der sich nur schwer beheizen ließ. Die baulose Zeit von 1794 bis 1862 hatte zudem nachteilige Auswirkungen auf die Bausubstanz gehabt. Die Stadt stellte zwar einen rein äußerlich intakten Baukörper zur Verfügung, in den sie sogar als Boden das in der Nähe des Cäcilienklosters aufgefunde ne schöne römische Philosophenmosaik (jetzt Römisch-Germanisches Museum) eingebaut hatte. Die Absicht aber, an Stelle der bisher üblichen etwas kostenaufwendigen Winterkonzerte im Gürzenich nunmehr unter Berücksichtigung der Räumlichkeit jeweils drei Konzerte vor Abonnenten in dem neuen Vereinsheim abzu halten, scheiterte an der Baufälligkeit der Gie belwand, die Podiumseinbauten unter Inan spruchnahme der Giebelwand unmöglich machte. Aus dem Vermerk, daß diese Konzer te daraufhin in den räumlich kleineren Isabellensaal des Gürzenich verlegt wurden, erge ben sich ungefähre Anhaltspunkte für einen Größenvergleich zur Rathauskapelle. Die einsturzgefährdete Giebelwand wurde schon bald durch die städtische Bauverwal tung abgetragen und provisorisch durch eine Bretterwand ersetzt. Für die Ausschmückung und das Mobiliar des Innenraumes und der Sakristei setzte der KMGV 600 Taler ein. Schon 1863/64 wurde eine neue Giebelwand - nach einem nicht sehr glücklichen Plan von Vinzenz Statz - mit einem Werksteingiebel, der von zwei Strebepfeilern abgestützt wurde, errichtet. Nach einer nur wenige Wochen dau ernden Unterbrechung war die Rathauskapel le wieder voll nutzbar. Da alles so gut gedie hen und voll nutzbar war, sprach sich der KMGV zur Mitbenutzung der Rathauskapelle durch die gleichfalls von Franz Weber geleite te Singakademie aus. Diese einmal wöchentli che Nutzung wurde in bezug auf Entgelt sowie Rechte und Pflichten vertraglich im Einver nehmen mit der Stadt Köln festgelegt. In den Zustand der relativen Zufriedenheit platzte der deutschdänische Kampf um Schleswig-Holstein (1864), die Auseinander setzung zwischen dem Deutschen Bund und Preußen um die Vorherrschaft in Deutschland (1866) und der deutsch-französische Krieg (1870/71) herein. Die Chronik des Vereins gibt nur wenig Aufschluß über jene bewegte Zeit, zumal ab 1867 andere Personen die Jahres berichte verfaßten, die nun doch wesentlich unpräziser und in jeder Hinsicht verkürzt ge rieten. Doch wissen wir, daß der Proben- und Konzertbetrieb in jenen Jahren durch Einberu fung, Verwundung und Tod von Sängern star ke Einschränkungen erfahren hat. In dem Jahresbericht von 1872 heißt es nun kurz und lakonisch, daß sich der Verein am 7. Februar ausschließlich mit der Beschaffung eines neuen Vereinslokales befaßt habe. Die Zustände in der baufälligen Rathauskapelle seien nachgerade so unerquicklich geworden, daß Abhilfe dringend geboten erscheine. Der von der Stadt beschlossene Umbau zwinge nun zum Umzug. Als Ich dies las, war mir sofort bewußt, daß die wahren Hintergründe und Gegebenheiten falsch dargestellt sind, denn die baufällige Giebelwand war ja schon längst neu errichtet. Außerdem war mir bekannt, daß der KMGV die Kapelle nach der letzten Zusammenkunft am 2. Mai 1872 etwa Mitte Mai der Stadt zu rückgegeben hatte. Schon am 20. September des gleichen Jahres wurde das nur oberfläch lich überholte Gebäude der Altkathollschen Gemeinde zur Dauernutzung zur Verfügung gestellt. Tatsächlich wurde die Kapelle nach ihrer Zwangsräumung erstmalig 1878 baulich er neuert. Die angeblich damals so baufällige Glebelwand wurde 1889/90 - man nannte den Statz'chen Giebel scherzweise „Taubenhäu ser" - neugestaltet. Diese Bauarbeiten unter brachen den altkatholischen Gottesdienst nur