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Der Burgbote 1982 (Jahrgang 62)

86 Wilhelm Dahlmeyer oHG

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für eine kurze Zeit. Der KMGV hätte also gut und gerne noch Jahrzehnte in der Rathauska pelle wirken können. Was war nun wirklich passiert? Hatte sich der KMGV etwa vertragswidrig verhalten oder gar gegen den Stachel gelockt? Hatte der KMGV trotz der von ihm für vaterländische, vater städtische und wohltätige Zwecke gespende ten rund 176000 Goldmark so wenige Freun de und Sympathisanten erwerben können, daß ihm dieser praktisch fristlose Hinauswurf nicht hätte erspart werden können? Wie war es überhaupt zur Bildung einer altkatholi schen Glaubensgemeinschaft gekommen? Hätte man dieser wenn auch noch jungen Or ganisation nicht die gleichen Sorgen und La sten, die sich mit dem Bau einer Tagungsstät te verbinden, auferlegen können, wie dem an dieser Entwicklung völlig unbeteiligten KMGV? Auf all' diese Fragen habe ich letzt endlich keine befriedigenden Antworten fin den können. Doch begeben wir uns zunächst einmal nach Rom, wo im Jahre 1846 der Erzbischof von Spoleto, Giovanni - Maria Mastei Firetti als Pius IX. zum Papst gewählt worden war. Sein langes Pontifikat (bis 1878) verbindet sich mit einer Reihe von politischen und religiösen Entscheidungen, die nicht unumstritten ge blieben sind. Doch soll hier nur ein besonde res Ereignis zur Sprache kommen. Am 29. Juli 1868 hatte der Papst die Konventionsbulle für ein allgemeines Konzil im Vatikan erlassen. Hauptpunkt dieser Beratungen sollte die lehr amtliche Unfehlbarkeit des Papstes sein. Im Rheinland jedoch setzte schon bald nach Be kanntwerden dieser Absicht eine Bewegung gegen ein derartiges Dogma ein. Gleichlau tende, umfangreiche Bedenken enthaltende Laienadressen wurden an den Bischof Eber hard von Trier und den Kölner Erzbischof Pau lus Melchers versandt. Wenige Tage später schon beantwortete Erz bischof Melchers diese Adresse unter ande rem mit dem Hinweis, er werde es - trotz sei ner Bedenken - nicht unterlassen, von dem Inhalt in geeigneter Weise Gebrauch zu ma chen. Er erwarte jedoch - falls die endliche Entscheidung mit den kundgetanen Ansichten und Wünschen nicht übereinstimme - eine gläubige und demütige Unterwerfung. Mit Rücksicht auf das widersprüchliche Echo in Deutschland richteten die in Fulda versam melten, unter dem Vorsitz des Kölner Erzbischofs tagenden deutschen Bischöfe eine warnende Eingabe an Papst Pius IX., in wel cher zumindest der Zeitpunkt für einen derarti gen Beschluß als ungünstig bezeichnet wur de. Das Vatikanische Konzil wurde am 8. De zember 1869 eröffnet, fand jedoch wegen des Ausbruchs des deutsch-französischen Krie ges sein vorzeitiges Ende, nachdem am 18. Juli 1870 der Primat des Papstes und seine Unfehlbarkeit, wenn er von seinem Lehrstuhle spricht, verkündet war. Bald nach Beendigung des Krieges begann in Deutschland der Kulturkampf, dessen Entste hungsursachen hier nicht zu untersuchen sind. Doch halten wir fest, daß am 9. Septem ber 1870 in der Kölnischen Zeitung eine von 456 Katholiken unterzeichnete Erklärung er schienen war, in der die in Rom getroffene Entscheidung verworfen wurde. Der Lokalver ein der Altkatholiken in Köln bildete sich 1871. In einem Schreiben vom 25. Oktober '71 baten sie den damaligen Oberbürgermeister Ba chem, eine der Stadt gehörende Kirche zum Gebrauch oder zur Mitbenutzung zu überlas sen. Die damals von den Militärbehörden angebo tene Mitbenutzung der simultanen Garnisons kirche St. Pantaleon wurde abgelehnt, da die Benutzungszeit nach 11.30 Uhr für viele Altka tholiken zu spät liege. (Damals wurde vielfach noch am Sonntagmorgen gearbeitet, das heißt verkauft.) Auch die im Gespräch befindli che Minoritenkirche kam nicht in Frage, da diese in einem am 27. Juni 1849 geschlosse nen Vertrage ausschließlich und ausdrücklich dem katholischen Gottesdienst vorbehalten