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Der Burgbote 1985 (Jahrgang 65)

104 Es gibt Dtiicksachen

104 Es gibt Dtiicksachen die kommen zwar belifi Empfänger an kommen Sie auch mit dem Dmck an? richtigen Kommen Sie zu uns m dann kommen Sie an Dnioksaohen^^, die wirklich ankommen. Ihr Druckprobiem ist unsere Sache! mGraphischer Betrieb Otto Ritterbach GmbH 5020 Frechen 1 Rudolf-Diesel-Str. 10-12 Tel. (02234)57001-05

Für Freunde geschrieben höchste und einzige. Bedenke, daß es noch andere und ebenso schöne gibt. Bedenke auch, daß es Sänger gibt, daß im Chor und Orchester das Höchste der Mu sik zur Aussprache kommt. Suche unter deinen Kamera den die auf. die mehr als du wis sen. Von deinen musikalischen Studien erhole dich fleißig durch Dichterlektüre. Ergehe dich oft im Fteien! Mitsüßigkeit. Back- und Zukkerpuiver zieht man keine Kin der zu gesunden Menschen. Wie die leibliche, so muß die gei stige Kost einfach und kräftig sein. Die Meister haben hinläng lich für die letztere gesorgt: hal tet euch an diese. Schiechte Kompositionen mußt du nicht verbreiten, im Gegenteil sie mit aller Kraft un terdrücken helfen. Du sollst schiechte Komposi tionen weder spielen, noch, wenn du nicht dazu gezwungen bist, sie anhören. Betrachte es als etwas Ab scheuliches. in Stücken guter Tbnsetzer etwas zu ändern, wegzulassen, oder gar neumo dische Verzierungen anzubrin gen. Dies ist die größte Schmach, die du der Kunst an tust. Wegen der Wahl im Studium deiner Stücke befrage Ältere; du ersparst dir dadurch viel Zeit. Du mußt nach und nach alle bedeutenderen Werke aller be deutenden Meister kennenler nen. Von Sängern und Sängerin nen läßt sich manches iemen. doch glaube ihnen auch nicht al les. Hinter den Bergen wohnen auch Leute. Sei bescheiden! Du hast noch nichts erfunden und gedacht was nicht andere vor dir schon gedacht und erfun den. Und hättest du's. so be trachte es als ein Geschenk von oben, das du mit anderen zu tei len hast. Das Studium der Geschichte der Musik, unterstützt vom le bendigen Hören der Meister werke der verschiedenen Epo chen. wird dich am schnellsten von Eigendünkel und Eitelkeit kurieren. Singe fleißig im Chor mit. na mentlich Mittelstimmen. Dies macht dich musikalisch. Was heißt denn aber musika lisch sein? Du bist es nicht wenn du. die Augen ängstlich auf die Noten gerichtet dein Stück mühsam zu Ende spielst du bist es nicht, wenn du (es wendet dir jemand etwa zwei Seiten auf einmal um) stecken bleibst und nicht fort kannst. Du bist es aber, wenn du bei einem neuen Stück das. was kommt ohngefähr ahnest, bei einem dir bekannten auswendig weißt. — mit einem Worte, wenn du Mu sik nicht allein in den Fingern, sondern auch im Kopf und Her zen hast. Wie wird man aber musika lisch? Liebes Kind, die Hauptsa- 105 ehe. ein scharfes Ohr. schnelle Auffassungskraft kommt, wie in allen Dingen, von oben. Aber es läßt sich die Anlage bilden, und erhöhen. Du wirst es nicht dadurch, daß du dich einsiedle risch tagelang absperrst und mechanische Studien treibst sondern dadurch, daß du dich in lebendigem, vielseitig-musika lischem Verkehr erhältst, na mentlich dadurch, daß du viel mit Chor und Orchester ver kehrst. Mache dich über den Umfang der menschlichen Stimme in ih ren vier Hauptarten frühzeitig klar; belausche sie namentlich im Chor, forsche nach, in wel chen Intervallen ihre höchste Kraft liegt in weichen andern sie sich zum Weichen und Zar ten verwenden lassen. Höre fleißig auf alle Volkslie der; sie sind eine FLindgrube der schönsten Melodien und öffnen dir den Bück in den Charakter der verschiedenen Nationen. Achte schon frühzeitig auf Tbn und Charakter der verschie denen Instrumente; suche ihre eigentümliche Klangfarbe dei nem Ohr einzuprägen. Gute Opern zu hören versäu me nie. Urteile nicht nach dem Er stenmalhören über eine Kom position. was dir im ersten Au genblick gefällt ist nicht immer das Beste. Meister wollen stu diert sein. Vieles wird dir erst im höchsten Alter klar werden. Bei Beurteilung von Kompo sitionen unterscheide, ob sie dem Kunstfach angehören oder nur dilettantische U nterhaitung