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Der Burgbote 1985 (Jahrgang 65)

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ZiUchenin Wort und BUd Kölnische Rundschau Dienstag, 15. Januar 1985 „Romeo und Julia In Köln Premiere bei Cäciiia Woikenburg: „D'r Engei Anton Schmitz" Von Horst Ziermann Köin. Man staunt: Seit sage und schreibe III - in Worten! hundertelf - Jahren gibt es in Köln, was es nirgendwo sonst gibt: et Zillche. Die nennt sich auf gut hochdeutsch „Cäciiia Wolkenburg" und ist die Spiel gemeinschaft des Kölner Männer-Gesang-Vereins. Seit 1874 führt er eines seiner Divertisse mentchen" auf, dessen Premie re injeder Karnevalssaison ent gegengefiebert wird. Jetzt war es soweit: Am Sonntag war Pre miere der neuesten Produktion, „D'r Engel Anton Schmitz". Das ist urältester Kölner Adel, wie man weiß. Und in dem Spiel, das wiederum Gerti Run kel ersann, erfährt man endlich, auf welche lange Vergangen heit diese Ur-Sippe zurückblikken kann. Die Schmitze jeden falls, die hier auftreten, blicken auch auf eine 111jährige Fämilienhistorie zurück. Aber sie sind leider miteinander verfein det. Dafür gibt es einen einfachen Grund. Sowohl Julius Schmitz (H. Dieter Krings) als auch Peter Schmitz (Bruno Krajewski) be treiben eine „Destillerie" und suchen - hübschjeder für sich - nach einer besonders aparten Tinktur. Sie mixen dies und das zusammen, und wie das so geht in der Chemie: Wenn die Sachen nicht zusammenpassen, gibt's eine Explosion. Und die gibt es immer wieder. Aber das wollte sich ja ertra gen lassen - wenn die tüchtigen Destillateure nicht dem priva ten Glück ihrer Kinder im Wege stünden. Julius' Töchter Ttudchen (Peter Wallraf, [richtig: Wallraff; die Red.] Baß) und Pe ters Sohn Hermann (Ferdi Win ter, Tfenor) ergeht es wie den bei den Königskindern: Sie dürfen zusammen nicht kommen, der Eltern Konkurrenzkampf ist viel zu tief. Aber getrost: Wo ein Dom ist und ein Kardinal, da gibt's auch einen direkten Draht zum Him mel. Erzengel Gabriel stöbertjenen Engel auf, der dem Spiel den Titel gab. Den schickt er auf die Erde, und die Sache kommt prompt in Ordnung. Schließlich ist Walter Horst Münchrath, der diese Rolle übernahm, ein Erzkomödiant, und sein Engel An ton hat es faustdick hinter den Ohren. Nicht nur die Verlobung der Kinder bringt er zustande, nicht nur die Versöhnung der Väter und der Mütter (FHedhelm Kreutzkamp und Wilhelm Schmidt): Auch der Chemie hilft er auf die Sprünge. Weil er ein himmlisches Pülverchen in der Rocktasche hat, erfindet er das Eau de Coiogne. Ende gut, alles gut. Anton muß zurück in die himmlische Einsatzzentrale. Und was sonst Schmitz heißt, was sonst mit Rheinwasser getauft ist, ver sammelt sich zur Super-Karne vals-Festivität mit „Fledermaus"-Klängen und Offenbach- Cancan im Gürzenich, den Büh nenbildner Didi Rose im Schluß akt aufwendig auf die Bühne bringt (den langen Umbau merkt man gar nicht, weil Engel Anton immer noch eine Pointe für sein Couplet vor dem Vor hang hat). Didi Rose hat zum ersten Mal ein Divertissementchen ausge stattet. Und das muß man ihm lassen: Ob es der Zwischenvor hang ist mit Dom und Groß-St- Martin und Rathausturm, ob die Severinstraße im Veedel oder der Volksgarten, es sind großartige Bühnenbilder her ausgekommen. Es gibt regel mäßig Szenenapplaus dafür. Und die Handlung, für die sie den Rahmen abgeben, ist im Grunde eine hübsche Geschich te. Das ist kein Wunder. Gerti Runkel versteht sich auf so was, und im Jubiläums-Programm heft zum Hundertelften, das ausnahmslos alle Divertisse mentchen seit 1874 dokumen tiert, kann man einmal sehen, was wir der alten Dame seit 1980 alles verdanken: „Kölle, ming Kölle" stand am Anfang, gefolgt von der schönen „Som-