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Der Burgbote 1985 (Jahrgang 65)

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Ziudien- Vorschau Kölnische Rundschau 19. November 1985 „Tragische Kurve verpaßt Das neue Divertissementchen ist eine „Tännhäuser' -Parodie Während weiland bei Wag ner, dem Wicht, auf der Wart burg wütend der Sing Wettstreit wogte, suchte heuer die Halbweit am „Venusberg" Wonne. Dies ist, kurzgefaßt, eine der Änderungen, die das Original bei der Bearbeitung fürs neue „Divertissementchen" erfuhr. Die „Cacilia Woikenburg", die Bühnenspieigemeinschaft im Kölner Männer-Gesang-Verein, wird sich also bei der Premiere am 5. Januar (und danach noch 22 Mai) über Richard Wagner hermachen, und dabei insbe sondere über seinen „Tännhäuser". Bei dem kölschen komi schen Remake der Oper heißt er natürlich „Dannheuser", und die Meistersinger vom „Zillche" kriegen am Ende selbstver ständlich wieder nicht die Kurve zur tragischen Wende - wen wundert'sl Der „Dannheuser" hat wohl bekannte und dem Zillche seit langem verbundene Eitern. Zum einen Gerti Runkel, deren Divertissementchen „De Globe trotter" (1978) und „Mimi oder E ießkahi Hämmche" (1983) noch in bester Erinnerung sind; zum anderen den Kölner Schau spieler und Regisseur Josef Meinertzhagen, der bereits seit 1978 die Divertissementchen des KMGV mit viel Erfolg insze niert, Die Baiietteinstudierung im übrigen stammt wieder von Peter Schnitzier. Wenn auch vom Original in bezug auf die Handlung nicht übermäßig viel erhalten blieb, so hat doch Wagner eine Menge Musik „beigetragen". In der Form und Menge freilich, wie Christoph Kiöver dies richtig erschien. Der Arrangeur und musikalische Leiter hat allerlei „Ffembcher" leicht und flockig in die neue Mixtur gerührt. Charles Gounod findet sich darin wieder, Emmerich Kai mann auch und Jacques Offen bach, eine Prise Antonin Dvorak und Johann Strauß kam noch hinzu, nicht zu vergessen Albert Lortzing und Ludwig van Beet hoven, Und damit es auch ein Stück für et Zillche ist, wurde das Opus mit kölscher Karnevaismusik abgeschmeckt: Karl Berbuer, Jupp Schmitz und Dr. Gerhard Jussenhoven. Voiiä - ein Divertissementchen. Worum geht's denn nun? Nur so viel sei verraten: Während die Wagnersche Venus in ihrem unterirdischen Reich dem Tännhäuser sinnverwirrend zu Leibe rückte, ist ihre kölsche Enkelin eine unter mehreren attrakti ven Damen im Etablissement „Venusberg", Der aus dem Origi nal bekannte Sängerkrieg auf der Wartburg bleibt aus, dafür gibt es ein musikalisches Fest in der alten Wolkenburg, wo ein Herr „Hermann" mit seiner Nichte „Elisabeth" zugegen ist und „so ganz nebenbei auch einen Fteier für sie sucht", wie Ziliche-Baas Walter Schmitt erzählt „Doch dann schlägt das Schicksal zu." Und Divertisse mentchen-Kenner ahnen: Es haut bildschön daneben. Ganz wichtig: Der Kartenvor verkauf beginnt am 29. und 30, November jeweils um 9 Uhr im Schauspielhaus und an den üblichen Vorverkaufsstellen sowie ab 2. Dezember im Opernhaus, voi" Kölner Stadtanzeiger 19. November 1985 „Dannhäuser mit einem kölschen Happy-End Wagner nach „Zillche"-Art- 31000 Plätze in 23 Vorstellungen Tännhäuser mit Happy-End - in einer kölschen Version ist dies möglich. „Dannheuser" nennt sich das Stück, das die Cäcilia Woikenburg, die Bühnenspiei gemeinschaft des Kölner Män ner-Gesang-Vereins (KMGV), seit dem Spätsommer einstu diert und das in der Karnevals zeit in 23 Vorstellungen über die Opernbühne gehen wird: zum erstenmal am 5. Januar. Die Cäcilia, „et Zillche", bringt dies mal also wieder eine Operntra vestie, sehr frei nach Richard Wagner, dessen Musik freilich nach dem Rezept des Dirigen ten Christoph Kiöver kräftig umgemodelt wird. Gerti Runkel, Autorin zahlrei cher Divertissementchen, und der Regisseur der Spielgemein schaft, Josef Meinertzhagen, haben den „Dannheuser" ver faßt. Ähnlichkeiten mit dem Original sind erkennbar, aber eben in kölscher Version. So wird der „Venusberg" zu einem Etablissement, in dem sich hübsche Damen tummein nach dem Motto „Lust verdrievt dr Kummer". Und statt des Sän gerkriegs auf der Wartburg fin det ein Musikfest in der Wol kenburg statt, bei dem ein