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Der Burgbote 1985 (Jahrgang 65)

2 Köln am Rhein. Eine

2 Köln am Rhein. Eine Stadt, die man in frischer Erinnerung behält. Köln eine der bedeutendsten Kunst- Städte Europas zu nennen, ist ganz sicher nicht übertrieben. Das Spek trum dessen, was man hier in Museen bewundem kann, reicht von der alten asiatischen Kunst bis zur Kunst der Gegenwart. Unmittelbar neben dem „Kunstwerk Kölner Dom" liegt das Römisch-Germanische Museum. In drei Stockwerken begegnet man hier hautnah der römischen Kulturgeschichte am Rhein. Und man glaubt es kaum: Sogar Anfassen ist erlaubt. = „ t Kaum ein anderes Museum der Welt kann sich rühmen, eine Sammlung europäischer das Wallraf-Richartzvon dem Sammler Wallraf Richartz. Einen Besuch Schnütgen-Museum, das Stadtmuseum, das für Ostasiatische Kunst, das Museum und viele andere mehr. All das ist ein echtes Stück Köln. Genau wie 4711 Echt Kölnisch Wasser, das hier in Köln auf eine fast 200-jährige Geschichte zurückblicken kann. Kein Wunder also, daß man Köln immer in frischer Erinnerung behält derart umfangreiche Malerei zu besitzen, wie Museum, gegründet 1861 und dem Kaufmann wert sind auch das Kölner A Museum! Theater- || ECHTKOINISCHWASSER . * ' ' • CologneJ Paitumefie-fann". ' 610CKENGASSE NMTII' KOLNa.RH./ COLOGN£ Ji(^M)AEcht Kölnischwasser. Voller Frische. Leicht im Duft.

Zilldien in Wort und Bild Jeckenzahl + Schnapszahl = Jubeljahr III Was für ein Glück hatten wir, daß gerade jetzt die Jecke Schnapszahl, das 111jährige Jubiläum des Zilichen gefeiert werden konnte. - Ob die nächste Jeckenzahl 1111 im Jahre 2985 auch noch gefeiert wird, können wir nur hoffen; erfahren werden wir es nicht. Entsprechend herrschte auch über das diesjährige Zilichen wieder große Fteude und gro ßer Jubel. Bei der Vorstellung der Geschichte vom Engel Anton Schmitz am 20. Juni vori gen Jahres - wie immer bei Kölsch und Röggelchen - konnte noch keiner eine Pro gnose wagen, obwohl die Cäcillaner mehrfach laut gelacht haben und die Verwandtschaft zum Münchner Im Himmel von Ludwig Thoma kein schlechtes Omen sein konnte. Durch viele Proben hindurch mit Ergänzungen, Streichungen und Variationen setzte sich die Erkenntnis durch, daß das Stück insgesamt dem Jubiläum angemessen war. Ein häufiges Urteil der Zuschauen „Et schönste Stöck zick Johre!" - Dieses Urteil gab den Sängern viel Auftrieb, da in den eigenen Reihen besonders scharf Selbst kritik geübt wird. Den Akteuren hat das Zill chen ebenso viel Spaß gemacht, der allerdings unterschiedlich empfunden wurde: die „Stare" mußten sich mehr an das „Pro tokoll" halten, hatten dafür aber die Genugtuung der grö- ■■ ■ vS. ' .A>. ßeren Publikumswirksamkeit, auch wenn der Kammerton a gelegentlich etwas verrutschte. Das .Volk", zu dem ich gehörte, nutzte dagegen wie immer den vom Regisseur eingeräumten „Gestaltungsspielraum" nach Kräften aus. Das zeigte sich unter anderem im zweiten Bild; da wurde im Volksgarten auf offener Bühne unplanmäßig Skat gedroschen, der Nach schub an Kölsch durch den Bühnen-Köbes Wolfgang durch echte Biermarken angespornt und die flanierenden Paare nutzten die Gelegenheit, sich vom Publikum abzuwenden, um den Bühnengästen Fratzen zu schneiden. Zum Tfeii wurde hierbei eine solche Meister schaft entwickelt, daß man den „Drlkes" ohne weiteres als Gespenst bei der Geisterbahn hätte einsetzen können. Anlaß zu Wettbewerben besonderer Art boten die Luft ballons, die beim „Karneval im Gürzenich" im letzten Bild mit auf die Bühne gebracht werden durften. Da es sich um echte Luftballons mit Gasfüllung han delte, blieb es nicht aus, daß bei den ersten Vorstellungen unbeabsichtigt einige Ballons Im Labyrlnt des Schnürbodens 53 verschwanden. Dafür fielen diese dann in Folge des Gasver lustes an den folgenden lägen zu Boden, ohne Rücksicht auf gerade stattfindende drama tische Opernszenen. Als unwei gerliche Folge gab es einen bit terbösen Brief vom Chef des Hauses. Nun mußten ab sofort die Ballons sehr sorgfältig behandelt werden. Hierfür wur den mehrere Methoden entwikkelt und praktiziert: 1. Verlängerung der Ballon schnur durch Luftschlangen, aufsteigen lassen bis zum Bühnenhimmel, dann einho len; 2. Anbinden ggf. auch mehre rer Baiions an einen Karne valshut bis an die Grenze des Abhebens; 3. Beschweren der Schnur mit Rollen von Luftschlangen und ausbalancieren bis der Ballon nahezu „schwerelos" zwischen Himmel unÄd hing. (Patent Ftajo) Der Umgang mit den Requisi ten war auch wieder Anlaß für manche Aufregung und man chen Spaß. In einer der ersten Aufführungen klemmte der himmlische Koffer, so daß Engel „Jo" sein himmelblaues Gewand nicht wegpacken konnte. Ttotz dieser Panne hat das Publikum dennoch offen sichtlich die dramatische Hand lung verstanden. - Ein anderes Problem bestand bei der Aus gabe des Kölsch vor Beginn der Volksgartenszene. Die Sänger, die an den Tischen saßen, hat ten hinter der Bühne ein Glas Kölsch zu fassen und mitzuneh men, damit zum „Hurra däm kölsche Bier!" angemessen geprostet werden konnte. Die Requisiteure des Opernhauses füllten rechtzeitig eine Menge von Gläsern; bevor jedoch die