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Der Burgbote 1985 (Jahrgang 65)

Leistung #\ und W

Leistung #\ und W Partnerschaft Wenn Sie die Dresdner Bank heute im Kreise der ganz Großen finden, dann gibt es dafür viele Gründe. Einer davon ist, daß bei allen unseren Bemühungen und Leistungen immer der Kunde im Mittelpunkt steht. Großcomputer, Belegleser, elektronische Datenfernübertragung helfen uns, die Flut der täglichen Geschäfte schnell und zuverlässig abzuwickeln und unsere Kunden so zu betreuen, wie sie es von uns erwarten können. Denn erst die Technik einer großen Bank gibt uns die Zeit für eine persönliche, auf die individuellen Probleme des einzelnen Kunden zugeschnittene Beratung. Daraus entstand die vertrauensvolle Partnerschaft, die uns mit Kunden und Geschäftsfreunden in aller Welt verbindet. aoArta über 30 Jahre ^ elegante Herrenmoden 3|l führender Firmen: ^ I Bleyle, Regent, Jac Britt, Mode de France Inh.: Reith & Lennartz Gürzenichstraße 27 • 5000 Köln 1 • Telefon (02 21) 12 29 42

Musik aktuell Drei musikalische Leckerbissen dürfen die Besucher des Herbst konzertes am 10. November 1985 im Gürzenich erwarten: Johannes Brehms Rhapsodie (Fragment aus Goethe's Harz reise im Winter.) für eine Altstimme, Männer chor und Orchester, op. 53. Flriedrich Radermacher Gott, unsere Zuflucht (Vertonung des 90. Psalms) für eine Altstimme, Männer chor und Orchester. Luigi Cherubini Requiem in d-moll für dreistimmigen (gelegentlich unterteilten) Männerchor und großes Orchester. Wir beginnen heute, die zur Aufführung gelangenden Kom positionen zu besprechen, die Komponisten und ihre Zeit etwas näher zu bringen, um so eine engere Beziehung zu den Stücken herzustellen. In dieser Ausgabe widmen wir uns dem Komponisten Luigi Cherubini und seinem Requiem in d-moll. Luigi Cherubini Der am 14. September 1760 in Florenz geborene Komponist wurde zu seinen Lebzeiten von anderen Musikern verehrt und Beethoven sah in ihm den größ ten lebenden Komponisten. Auch Rossini, Weber, Mendels sohn und Schumann zählten zu seinen begeisterten Anhän gern. Doch schon vor seinem Tbde am 15. März 1842 in Paris hatte sich der allgemeine Geschmack geändert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhun derts verblaßte sein Stern mehr und mehr und seine Werke ver schwanden aus dem Standard- Repertoire. Vielleicht liegt die Ursache hierfür darin, daß sein persönlicher Stil durch die Ver schmelzung deutscher, italieni scher und französischer Ele mente ohne eigene Heimat blieb und der Musik Cherubinis bei den einzelnen Nationen stets ein gewisser Grad von Ftemdartigkeit anhaftete. Doch die Wahrheit seines musikali schen Ausdrucks, die Tiefe sei nes Gefühls, die edle Vornehm heit seiner Sprache, die stets einen ernsten, oft düsteren Grundton aufweist, blieben überall verständlich und waren auch der Anlaß, daß man ihm, der sich durch eine hohe Auffas sung von seiner Mission als Künstler auszeichnete, den Ehrentitel eines „französischen Beethoven" verlieh. Die Tiefe und Kühnheit seiner Harmonik sowie die meisterliche Beherr schung der kontrapunktischen Schreibweise, die er mit soviel Tiefsinn, Geist und Freiheit anzuwenden verstand wie kein Komponist seit Bachs Zeiten, stempein die Werke Cherubinis zu Meisterwerken ersten Ran ges, die den entsprechenden Kompositionen der Wiener Klassik so gut wie ebenbürtig sind. Die erste musikalische Erzie hung erhielt das zehnte Kind eines Theatercembalisten von seinem Vater und durch einen gewissen Felici. Mit 13 Jahren schrieb Cherubini bereits eine vierstimmige Messe, die auch in seiner Vaterstadt aufgeführt wurde. Vier Jahre studierte er als Stipendiat Leopolds II. von Tbskana bei dem Schüler Padre Martinis, dem Opernkomponi sten Giuseppe Sarti, bei dem er sich das I^ndament für sein späteres, so überragendes kon trapunktisches Können holte und sich auch größte Fertigkeit in der Komposition von Opern aneignete, die er in dem dort üblichen neapolitanischen Stil schrieb. Bereits als Zwanzigjäh riger trat er in Alessandria (Piemont) mit seiner ersten Oper „II Quinte Fäbio" in Erscheinung, der andere Werke in Florenz, Livorno, Rom, Venedig folgten. Entscheidend wurde die Begegnung Cherubinis mit sei nem Landsmanne Giovanni Battista Viotti, einem berühm ten Geiger, der ihn dazu überre dete, sich ständig in Paris nie derzulassen. Dies geschah im Jahre 1787. So kam es. daß Che rubini, der Italiener, bald zum Ftanzosen wurde, den Napoleon ironisch „Mr. Cherubin" nannte. Während der Großen Revolu tion gehörte er bereits neben Boieldieu, Gossec, Gretry, Lesueur und Mehul zu den berühmtesten Musikern Frank reichs. Seine erste Oper in französischer Sprache „Demophoon" fand wegen des schwa chen Tfextbuches nicht den gewünschten Erfolg. Seinen ersten großen Erfolg errang Cherubini mit seiner Oper