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Der Burgbote 1988 (Jahrgang 68)

160 WOLK ENBURG

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161 Uns Zillchen hier und da ein Verschnauf— pauschen ein. Bleibt zu hoffen, daß die Herren beim Finale, das zuerst gestellt wurde, spater bei den Aufführungen noch \über genügend Puste verfügen. \\\\\\\ x Kölner Stadt-Anzeiger 8. 9. 1988 „Nach Auseinandersetzung um die Dramaturgie des Divertis— sementchens legteJosefMei— nertzhagen die Regie nieder Scheidungsgrund „Kamelleprinz“ Autor Gerard Schmidt ließ Anderungen nicht zu — Peter Schnitzler springt ein Wenn in den nächsten Ta— gen die Mitglieder der „Cacilia Wolkenburg“, der Spielgemeinschaft des Kölner Männer— Gesang-Ve reins, mit den Pro— ben für ihr neues Divertisse— mentchen beginnen, fehlt eine vertraute Figur. Josef Meinertz— hagen, zetahre lang Regisseur des karnevalistischen Spiels. hat es diesmal abgelehnt, Regie zu führen. Der Entschluß ist die Folge einer Auseinandersetzung mit dem Autor Ge’rard Schmidt, dem ehemaligen Hanneschen-Spiel— leite r. Er habe Schmidts Stück „Der Kammeleprinz“ nicht so auf die Bühne des Opernhauses bringen wollen, wie es der Autor wünscht, sagt Meinertz— hagen. „Ich hatte Bedenken wegen der Dramaturgie “. Beim Vorstellabend saßen Dr. G. Schmidt und „I. Meinertzhagen noch an einem Tisch Meinertzhagen gilt als eben— so routinierter wie eigenwilliger Regisseur. „Bei mir“, sagt e r, „muß alles stimmen, da kann zum Beispiel nicht plötzlich eine Figur erscheinen, verschwinden und nie mehr auftauchen.“ Bisher stets geeinigt Bisher hat er sich mit Divertissementchen-Schreibern stets einigen können. Mit der kölschen Schriftstellerin Gerti Runkel ging das Einvernehmen so weit, daß eroffiziell als ihr Co-Autor auftrat. Hatte er auf diese Weise Ruhm (und Hono— rar) auch gern mit Gerard Schmidt geteilt? Meinertzhagen weist diese Vermutungweitvon sich. „Ich schwöre, daß es nicht so ist. Mir ging es einzig und allein um die Aufführung.“ „Cacilia“—Verantwortliche be— stätigen, daß diese Frage nie zur Debatte stand. Im Gegenteil: „Wenn Meinertzhagens Anregungen vom Autor auf— genommen worden wären, dann hatte das niemand erfahren.“ Der Regisseur hatte das Stück durchgearbeitet und auf einigen, wie er zugibt „gravie— renden“, Änderungen bestan— den — „nicht vom Inhalt her, sondern eben bei der Dramaturgie“. Auf „drei, vier“ Schreib— maschinenseiten legte er seine Forderungen nieder, aber der Autor akzeptierte davon nur wenige. „Wir haben“, sagt Gerard Schmidt, „eben unterschiedliche Auffassungen, da spielt wohl auch die Generationen— frage eine Rolle.“ Das Stück über den „Kamelleprinz“ rankt sich um die Stollwerckfabrik zur Zeit derJahrhundertwende und vor allem um den Anno— saal. Schmidt hat eine „Vision“ eingebaut,eineArt Ausblick auf die Südstadt— Szene in den achtzigerJahren. „Das ar einer der Punkte, bei denen ich mit Josef Meinertzhagen nicht überein— stimmte. Aber gerade daran hänge ich.“ Schmidt attestiert sich zwar „beharrlichen Veran— derungswillen“, aber er meint, seine „Einsprengsel“ seien der „Cacilia“ und ihrem Publikum