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Der Burgbote 1988 (Jahrgang 68)

166 Nachlese

166 Nachlese Drei-Länder-Singen in Geleen / Niederlande Am Samstag, 25. April ’88 war es soweit! Der Empfang der beiden Chöre aus Deutsch— land und. Belgien im Musikzentrum „Hahnenhof“ war sehr herzlich. Die deutschen Sän— ger, die eine lange Busreise — von Köln — hinter sich hatten, genossen von der „limburgi— schen Gastfreundschaft“ in Form einer appetitlichen „Kof— fietafel“. DasAbendkonzert—welches wegen einerVielzahl kultureller Vlranstaltungen nicht komplett ausverkauft war — wurde, so wie üblich, durch den orga nisierenden ‚Männergesangverein „Mignon“ unter der Leitung von PierreWillems, am Flügel Harrie Spronken, eröffnet. Mignon, mit 115 Sän— gern auf dem Podium, hatte ein gutes Programm gewählt, das ausgezeichnet präsentiert wurde. DenE rfolgteilten sich auch die Solistenjan Celissen und Harrie Spronken. Anschließend trat die belgische Sängergruppe „Ameland“ auf, unter Leitung von Dirigent Robert Crommen. Unter soli— stischer Mitwirkung von Piet Vansichen und bei Pianobeglei— tung von Annie Anthonissen hatt der Chor das Publikum eingeladen zu einem rauschen— den Ausflug in das Land der „komischen Operette“. Das ‚Auftreten dieser Sängergruppe traf sehr deutlich den Publikumsgeschmack. Nach Meinung des Dirigenten P.Willems, hatten wir es zu tun mit einem Amateurchorvon großer Musi— kalität und spielerischer Spon— tanität, der trotz eines beschränkten Stimmenmaterials doch etwas hören ließ von großem musikalischen Inhalt. Rein musikalisch gesehen könnte man sich — laut Pierre Willems — zwar fragen, ob die— ser große Kontrast bei einem klassischen Chorabend verantwortet werden kann. Anhand der Reaktion des Publikums muß das Auftreten dieser Sän— gergruppe als Variation zu den beiden Männerchören doch wirklich als Erfolg angesehen werden. Nach der Pause trat der Kölner Männer—Gesang—Ve rein mit 150 Sängern in das Ram— penlicht! Dieser berühmte Män— nerchor mit großer Geschichte musizierte hervorragend und sang sehr diszipliniert. Aufdem Gebiet des Männerchor—Gesan— ges steht dieser Chor qualitativ auf einem sehr hohen Niveau und sicher gehört dieser Chor in seiner Art — Großer Männerchor— zu den Top—Chören in West—Europa! Nach Meinung von P. Wil— lems beherrscht der Chor die negativen Seiten eines großen Männerchores: die Gefahren, die sich hier verbergen—z. B. nicht sauberer Rhythmus, diffuses Klangspektrum, ver— schwimmende Transparenz etc. — sind durch a usgesuchtes Stimmenmaterial und durch technischesTraining praktisch überwunden. Das Programm mit u. a. „Traumlicht“ von Richard Strauss war insgesamt über— wältigend vorgetragen. Die dynamische und rhythmische Seite der Aufführungen waren in jeder Hinsicht hervorragend. Es ist das Verdienst von Diri— gent Hans—Josef Roth — ein Chordirigent „par excellence“ — daß er die Mitwirkenden auf eine entspannende Weise SIN— GEN liißt! Anerkennung muß man auch dem Dirigenten und dem Chor zollen dafür, daß sie sich trauten, einige Werke, die scheinbar noch nicht lange zum Repertoire gehören, vorzutra— gen. Obwohl bei den „tiefen Registern“ etwas mehr Volu— men erwünscht wäre. war die Klangfarbe und die Klangba— lance durchweg sehr gut; ein etwas mehr lyrischer Tenor— klang würde dabei evtl. wün— schenswert sein; aber das ist Geschmackssache. Die Darbie— tungen des KMGV wurden durch das Publikum mit einem langanhaltenden Applaus be— lohnt. Als Randbemerkung möch— te man hinzufügen, daß es sich schon mal negativ auswirken kann, wenn „Klein—Chor-Soli— sten“ während des ganzen P rogramms in der ersten Reihe stehen bleiben; es kann sich leicht ergeben, daß diese dann beim „Tutti“ dominieren. Zum Abschlu ß sei vermerkt, daß man sich bei der Fortset— zung dieses Zyklus fragen sollte, ob es zwecks Vermeidung allzu großer Extreme in der Programmgestaltung wün— schenswert ist, daß die Diri— genten vorher gemeinsam eine Begrenzung des Repertoires besprechen. Das erste „Drei—Länder— Konzert“ in Geleen war in je— der Hinsicht ein großer Erfolg! Jacques Grachten

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