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Der Burgbote 1988 (Jahrgang 68)

48 Dankeschönabend 4-)

48 Dankeschönabend 4-) der Cäcilia l.) 2.) 3.) Seid nun begrüßt ihr lieben Gäste zum Danke sagen stehn wir hier. Wenn ganz Colonia feiert Feste dann dürfen auch nicht fehlen wir. Refr.: Chor, Ballett und Solist, Technik, Maske, Garderobe, Dirigent und Komponist. Regisseur und ‘ Autor, Bühnenbildner, Choreograph Cäcilia Alaaf! Wir hatten uns was vorgenommen, mit großem Fleiß wurde geprobt. Ihr habt ’ne heiße Schlacht gewonnen drum werdet ihr heut auch gelobt. Refr.: — So oft gab es noch nie ein “Spillche” im Opernhaus in der Session, Das war Rekord für unser Zillche. Die Feier heute ist der Lohn. Refr.: ——— 5.) 6a.) Wir haben Grund uns sehr zu freuen, daß alle Männer blieben fit. Den Dank zum Himmel wir nicht scheuen. Der Liebe Gott, der spielte mit. Refr.: — Womöglich war es Vorbestimmung, daß einer hat zum höchsten Chef ’ne ganz besondere Beziehung: Ein Musikus aus dem Eff—Eff. Refr.: — Im Kaiserdom, 7.) im schönen Aachen steht er der Domkapelle vor. Das hindert ihn nicht dran zu lachen steht er beim “Zillche” vor dem Chor. Mit guter Laune, ganz gelassen, als hätt’ er and’res nie getan, sieht man ihm zu ist’s kaum zu fassen, daß er lehrt Orgel und Choral. Daß er zum Dom nach Aachen eile ist schuldig er dem Seelen-hei-heihei-hei—hei-le! Refr.: —— 6b.) Warum wir beide hier gesungen ist zu erraten kinderleicht. Was keiner glaubte, ist gelungen. Gemeinsam haben wir’s erreicht. Mit unsern Freunden aus dem Ausschuß kam alles uns ganz einfach vor. Ein Lob Ernst Plemper, Ludwig Schneider, Gerd Schwieren und Hans—Georg Spohr. Mög’ alles bleiben hier beim Alten. So woll’n wir’s auch in Zukunft ha—ha— ...... lten. Refr.: — Zum Schluß ein Dank an all die Lieben, die viel Verständnis brachten ein und manche Stund allein geblieben: Die Künstler kehrten wieder heim. Ha, Ha, Ha, - Ha, Ha, Ha, wo et jet zo fiere jitt, fiert jede Kölsche met Durch das Schöne stets das Gute!

Drüvver un Drunger auch hinter den Kulissen Beim Zillchen 1988 ging es auch schon während der Proben drüvver un drunger. So wurde beispielsweise als permanenter Probenort nicht die Probenbüh— ne im Opernhaus benutzt, sondern eine leere Schreinerwerkstatt in Marsdorf im wilden Westen Kölns. Die Änderung war vorgenommen worden, weil auf diese Weise das Bühnenbild immer stehen bleiben konnte. Der Nachteil, daß dort die Opernkantine fehlte, wurde dadurch kompensiert, daß reichlich Parkplätze vorhanden waren. Da die Halle mit Warmluft beheizt wurde, brach das gemeine Volk auf der oberen Eta— ge schon sehr bald in Schweiß aus. Die Hauptdarsteller, die auf der unteren Ebene agierten und ihren umfangreichen Text deklamieren mußten, froren Stein und Bein und stellten fest. „he jeit och ald alles drüvver un drunger. De Prominenz muß frieren un et Volk hät et schön wärm”. Wie alljährlich, fanden die Proben regelmäßig sonntags vormittags statt. An einem Sonntag war aus technischen Gründen der Probenbeginn auf nachmittags 14.00 Uhr verlegt, worauf prompt etwa ein Dut— zend dienstbeflissene Sänger bereits um 9.45 Uhr ein Stelldichein in Marsdorf hatten und sich sehr wunderten, daß keine Probe stattfand. Große Betroffenheit löste die Mitteilung aus, daß Arrangeur und Dirigent Christoph Klöver erkrant war und keinesfalls die Proben und die Aufführungen durchführen konnte. Chordiri— gent Hanz-Josef Roth sprang füllig ein und hat das Zillchen ’88 glücklich zum Erfolg geführt. Ein weiterer Schreck wurde ausgelöst durch die Nachricht, daß auch Primaballerina Günter Over aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnte. Das gesamte Balletteam (oder sagt man hier „Corps de balletts”) hat jedoch mit gewohnter Grazie die Auftritte erfolgreich aus dem Feuer gerissen. Selten so beknackt Die totale Kooperationsbereitschaft der Beteiligten war u. a. daran zu erkennen, daß sich manche Sänger als Hilfsregisseure betätigten; einer dieser selbsternannten Hilfsregisseure griff in die Sitzordnung auf der „oberen Etage” ein und plante an einem Zweiertisch einen dritten Sitzplatz ein. Bei der Haupt— probe stellte sich jedoch heraus, daß Regisseur Meinertzhagen diese Änderung nicht kannte und aus Platzgründen auch nicht akzeptieren konnte. So entspann sich ein heftiger Disput zwi— 49 schen dem 1. und 2. Platzhalter, der — unter Einschaltung des Baas — zu der salomonischen Lösung geführt wurde, daß einer der Sänger im ersten Teil am Tisch sitzen durfte und der an— dere Sänger im zweiten Teil des Stückes ...! (Wie bereits die al— ten Römer wußten, ist es im Theater nicht nur wichtig zu se— hen, sondern vor allem gesehen zu werden.) Auch ich hatte in der „tragen— den” Rolle des Knacki aus dem Klingelpütz einige Hilfsregisseure zur Seite, die mir einerseits empfahlen, den schleppenden und bedrückten Gang eines ’Lebenslangen’ „nit zo üverdrieve” andererseits mir schulterklopfend versicherten, „dat mähste prima”. Ich habe mich der Einfachheit halber ent— schlossen, nur auf den haupamtlichen Regisseur Meinertzhagen zu hören; der Lacherfolg hat dem Auftritt der Gefangenen Recht gegeben. Im Zillchen ‘88 hatte auch die Souffleuse wieder eine tra— gende Rolle. So passierte es, daß in der Premiere einer der Hauptdarsteller, der bisher seinen Text sicher beherrschte, einen totalen Hänger hatte und die Zurufe der Souffleuse nicht verstand. Er beugte sich jedoch lässig zum Souffleurkasten hinunter und fragte: „Wie wor dat noch?” Das Publikum tobte vor Vergnügen. - Einen ähnlich großen Erfolg hatte Frau Vandler in der 18. Vorstellung, als ein anderer Hauptdarsteller den neuen kölsehen Text einer bekannten Arie nicht mehr wiederfand. Im diesjährigen Zillchen war ich zum ersten Mal seit sieben Jahren „nur” Mann. Dadurch befand sich meine Garderobe