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Der Burgbote 1988 (Jahrgang 68)

54 In memoriam Dr. Dr.

54 In memoriam Dr. Dr. h. c. Hermann Pünder Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Wohnungsbau (GAG) Köln Aufsichtsratsmitglied seit Herbst 1957 mehrere Jahre Vorsitzender Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung (Erwin- Baur-Institut) in Köln- Vogelsang Kuratoriumsmitglied ab November 1957 1. Vorsitzender Juli 1958 —Juni 1973 Rücktritt als Kurato— riumsmitglied März 1975 e \\\\.. i'\ .‚ ‚ . England-Reise 1954; Empfang im Mansion-l-louse durch den Lord—Mayor Sir Noel Vansittard Bowater Viele, heute noch aktive Sän— ger des KMGV, haben Dr. Her— mann Pünder persönlich gekannt und in guter Erinnerung. Mir ist er aus Archivmaterial vertraut. Seine besondere Bedeutung für den KMGV sehe ich in zwei Punkten: \\ Das „Herzstück“ des KMGV: Die Wolkenburg BK BI‘UHO KrflieWSki Beratung, Lieferung, Installationsmeisfer Gas-Wasser-Installation Gas-Etagen-Heizung Alles für Bad und Küche Och em 1. Tenor zo iinge! Montage, Wartung 5000 KÖLN 80 (Mülheim) ° Sieinkopfs’rr. 9 ' Tel. 611498

In memoriam Dr. Dr. h. c. Hermann Pünder Erlebnisreiche Reisen Die Sänger verdanken ihrem früheren Präsidenten, erlebnis— reiche Reisen ins Ausland, die in einer Zeit nach einem verlorenen Krieg und in einer Wiederauf— bauphase nicht so selbstver— ständlich wie heute waren. Das Zustandekommen dieser Auslandsreisen wurde vielfach erst aufgrund der persönlichen Beziehungen des früheren Präsi— denten zu maßgeblichen staatlichen Stellen im In- und Ausland möglich. 1950 Pilger— und Sängerrei— 1953 sen nach Rom und in die Schweiz (erste Aus; landsreise eines deutschen Männerchores nach dem 2. Weltkrieg) Reise nach Trier und Luxemburg 1954 Englandreise 1957 Reise nach Belgien und 1958 . T— Nordfrankreich Reise nach Wien, anläßlich des 3. Öster— reichischen Sängerbundes-Festes 1961 Reise durch die Nieder— lande Ein neues Vereinsheim Die Wolkenburg an der Cäcilienstraße / Ecke Wollküche war von 1872 bis zu ihrer endgültigen Zerstörung am 29. Juni 1943 Vereinshaus des KMGV. Dieses Gebäude stadtkölnischer Prägung mit den vier, von Konsolen und schlanken Pfeilern getragenen Eckwarten ist wegen seiner Ähnlichkeit zu dem im Jahre 1445 fertiggestellten „Großen Gürzenich” schon siet dem Mittelalter als „Kleiner Gürzenich” bekannt. Weil der „Kleine Gürzenich” nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg nicht mehr zweigeschossig aufgebaut werden durfte, mußte sich der Verein von diesem Grundstück trennen und nach einem geeigneten Ersatz suchen. Seitens der Stadt wurden die un— terschiedlichsten Angebote gemacht. Trümmergrundstücke gab es ja zuhauf. Das Bestreben von Dr. Pünder war es, daß der KMGV in seiner Vaterstadt ein adäquates Gebäu— de bzw. Grundstück angeboten bekommt. Seine Beziehungen zu einflußreichen Persönlichkeiten in Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft setzte er 55 geschickt in die Vorplanung des Objektes ein. Der Entscheidungsprozeß in der Vereinsfamilie war mit vielen „Wenn” und „Aber” belastet, erforderte viele außerordentliche Versammlungen, die letzlich die Entscheidung für das ehemalige Alexianerkloster am Mauritiussteinweg brachten. Kennen Sie in Ihrem Bekanntenkreis sangesfreudige junge Männer (18 — 45 Jahre)? Interessieren Sie diese für eine aktive Mitwirkung im KMGV. Wir proben donnerstags von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr. Chorschule: 18.30 Uhr bis 19.30 Uhr Weitere Införmationen von Frau Kunkel auf der KMGV-Geschäftsstelle, Telefon 23 l2 32. Ein repräsentatives Haus für den KMGV war das eine Anliegen von Dr. Hermann Pünder. Das andere war das der Finanzierung des Objektes. Neben dem vorhandenen Vereinsvermögen mußte Fremdkapital aufgebracht werden, das den Verein aber nicht handlungsunfähig machen durfte. Rund 1,5 Millionen DM hat der Bau einschließlich Innen— ausstattung seinerzeit gekostet. Dr. Pünder erreichte durch seine groß angelegte Spendenaktion bei der Stadt Köln, bei Bundesund Landesregierung, bei den Stellen der Denkmalpflege, bei' Firmen, privaten Gönnern und Mitgliedern Bauspenden in Höhe von ca. 400.000,— DM. Dem persönlichen Einsatz und dem unermüdlichen Fleiß von Dr. Hermann Pünder verdankt der KMGV „das Herzstück” des Vereins, die *Wolkenburg. Der Stadt Köln blieb ein historisches Gebäude, das ehemalige barocke Benediktinerkloster erhalten. Wolfgang Seul