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Der Burgbote 2008 (Jahrgang 88)

Fragen zu Job und

Fragen zu Job und Aufgabe Was reizte Sie am KMCV? Am KMGV reizte mich zunächst die Tatsa che, daß der Chor sehr groß ist und einen sehr guten Ruf hat. Es gibt im Rheinland sicher keinen größeren und bedeutende ren Männerchor. Über meine Berufung habe ich mich sehr gefreut und bin dank bar, daß ich mit diesem Chor arbeiten darf. Zudem war ich wieder an der Arbeit mit einem Männerchor interessiert. Wäh rend meines Studiums in Wien habe ich den Männerchor der Universität Wien ge leitet (das waren Studenten und jüngere Männer zwischen 24 und 40), was mir viel Freude bereitet hat. Zudem habe ich mich 2004 um die Leitung des Wiener Männergesangvereins beworben; leider erreichte ich aber nur den zweiten Platz. Kannten Sie den KMCV schon aus der Zeit von Hans-Josef Roth? Zum ersten Mal habe ich 1986 vom KMCV gehört. Ais Aachener Domsing knabe erfuhr ich, daß unser neuer Aache ner Domkapellmeister Hans-josef Roth auch in Köln tätig werden würde. Ich wußte zu dieser Zeit aber nur, daß der Chor immer zur Karnevalszeit ein großes „Spektakel" aufführen würde - und dass man sich das auch als Aachener nicht ent gehen lassen sollte. Ich muss aber geste hen, daß ich bis heute noch keine Aufführung des Divertissementchen erlebt habe. Ich bin also sehr gespannt auf die Aufführungen im nächsten jähr! Weiche Bereicherung ist von Ihnen auf kirchenmusikalischem Gebiet zu erwarten? Ich bin offen für jede kirchenmusikalische Aktivität. Ich sehe mich als Diener der „Musica Sacra" und begrüße jedes Chor 104 konzert in einem Kirchenraum - oder noch besser: einen Dienst der Chormusik in der Liturgie. Denkbar ist auch der Cesang einer Choralschola. Die Einstu dierung der Cesänge ist allerdings nicht so einfach, da sie nach neueren wissen schaftlichen Erkenntnissen erfolgen sollte. Könnten Sie sich ein gemeinsames Chor-und Orgelkonzert vorstellen? ja, natürlich; das wäre eine gute Idee. Ge rade von der Akustik der romanischen Kirchen in Köln her wäre das interessant. Das Probenwochenende in Wermels kirchen hat Sie und den KMCV intensiv zusammengefügt. Welche Erkenntnisse hat es Ihnen gebracht? Das Wochenende hat mir vor allem ge zeigt, wie diszipliniert und effizient der Chor arbeitet. Das ist natürlich letztlich ein Verdienst des Dirigenten. In einem so großen Chor muss der Chorleiter noch strenger sein als bei kleineren Gruppen. Das „Einpauken" gewisser musikalischer Dinge muss noch stringenter erfolgen, um zu einem Ergebnis zu gelangen. Wie ich beim abendlichen (teilweise lauten) Beisammensein feststellen konnte, leidet unter dieser professionellen Arbeitsweise aber nicht die Geselligkeit. Erstaunt hat mich übrigens die Robustheit der Chor stimmen, die offensichtlich durch nichts zu beeinträchtigen war. Weiche Ziele möchten Sie zusammen mit Herrn Steiner und dem KMCV er reichen? Wie schon angedeutet, würde ich mich über kirchenmusikalische Projekte freuen. Ebenso wünsche ich mir die Vertiefung der ja schon vorhandenen sehr guten Zu sammenarbeit mit Bernhard Steiner und dem Chor. Darüberhinaus müssen wir uns stark um den Nachwuchs bemühen. Das ist in den letzten jähren auch schon intensiv geschehen. Durch das Divertisse-

mentchen ist der Chor in der komforta blen Lage, stärker auf sich aufmerksam machen zu können als andere Chöre. Wichtig ist, dass wir den neuen Männern, die zu uns stoßen, weiterhin Hilfestellun gen musikalischer Art anbieten. Sie sollen wirklich fit werden - sie sind die Säulen der nächsten Jahre! Die Chorschule, die ich leite, steht übrigens allen Chormit gliedern offen. Sie soll neben der Chorer ziehung auch stimmbildnerische Elemente enthalten. Nur wenn wir unsere neuen Leute und altbewährte Sänger schulen, können wir unser Niveau halten! Der Kammerchor besitzt die großartige Möglichkeit, stärker kammermusikalisch arbeiten zu können. Hier kann ein homogenes Ensemble vor allem auch gut A-cappella- Literatur ein studieren. Das wiederum ist für sakrale Werke wie z.B. die „Missa in a" von Lotti sehr interessant. Das Interview führte Wolfgang Seul www.ksk-koeln.de Unsere Kulturförderung: Gut für die Sinne. Gut für die Region. . i ' 5 Kreissparkasse ^ ' Köln Kunst und Kultur sind für die gesellschaftliche Entwicklung entscheidend. Sie setzen Kreativität frei und fördern die Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem. Die Philosophie der Kreissparkasse Köln ist es, vor Ort in einer Vielzahl von Projekten Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen. Mit unseren jährlichen Zuwendungen zählen wir zu den größten nichtstaatlichen Kulturförderern in der Region. Wenn's um Geld geht - s Kreissparkasse Köln. 105