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Der Burgbote 2008 (Jahrgang 88)

Wanderung Uber die

Wanderung Uber die Dächer des Kölner Domes am 01.08.08 Schon die „Anreise" war eine Herausfor derung. Mit dem wackeligen und fenster losen Bauaufzug ging es 100 Meter hoch auf die Dächer der Kathedrale. Doch der Spaziergang über die riesige Dachland schaft und die unbeschreiblichen Aus blicke auf Stadt und Fluss bis hin zum Siebengebirge entschädigten für all die Strapazen. Zudem bekamen wir Teile des Doms zu Gesicht, die bei üblichen Füh rungen oder beim Blick von unten stets verborgen bleiben. Das waren unter anderem mehrere Werkstätten, in denen Gerüstebauer, Dachdecker, Bildhauer, Restauratoren und Glaser unbeobachtet von Touristen und Einheimischen für den Erhalt des Bau werks sorgen und Tag für Tag gegen die Verwitterung des empfindlichen Sand steins ankämpfen. Hochinteressant auch die uralte Konstruktion zur Ableitung der riesigen Mengen Regenwasser, die auf die Dachfläche des Doms prasseln. Und beim m\ K, « üEiH': 1*1 B"! 1i Hi M 1». 1 «»HÜTT I »»ZiA - 112

Anheben einer „kleinen" Rollen Blei beka men wir eine Vorstellung davon, welche Last das Gebäude tragen muss, denn die größte Fläche des Dachs ist mit Blei ver kleidet. In einem großen Archiv sahen wir Gipsmodelle von fast allen 1.000 Figuren, die den Dom zieren, jeder Prophet, jeder Engel kann bei Bedarf nachgebaut wer den. Und: Es gibt einen eigenen Raum für das Uhrwerk der Domuhr. In schwindeli ger Höhe von über 15 Metern sind die Gewichte aufgehängt. Die große Höhe ist vonnöten, damit die Uhr in 24 Stunden nur einmal aufgezogen werden muss. Unser Weg führt schließlich in einen in neren Rundgang unter den Dächern, von wo wir einen überwältigenden Blick in Mittelschiff und Chor haben. Und so nah an dem neuen Domfenster war wohl noch niemand von uns. Ein bleibendes Erlebnis. Uwe Rosenhahn 113