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Der Burgbote 2008 (Jahrgang 88)

Drei verschiedene

Drei verschiedene Anlässe... ... in Zusammenhang gebracht mit bestimmten Personen, überraschen, verwundern oder bringen uns zum Nachdenken. Gerhard Langenberg - seit 65 Jahren aktiv im KMGV Im November 1943, mitten im Kriegs-ge schehen, wurde Gerhard Langenberg als einer der jüngsten Mitglied im KMGV. Sein musikalisches Können und die Begeiste rung für den Chorgesang ließen ihn sehr schnell zu einer wertvollen Stimme im Chor aufsteigen. Neben seinem musikali schen Können war es das fundierte Mu sikwissen, was ihn außerordentlich prädestinierte, Aufgaben in den Vereins gremien zu übernehmen. Sein Wirken im Musikausschuss über Jahrzehnte bedeu tete den jeweiligen Dirigenten eine große Unterstützung. Wer Gerhard Langenberg näher kennt, weiß mit welch einer Begei sterung Erlebnisse und Ereignisse im Chor von ihm vorgetragen werden. Seine Per sönlichkeit hat im KMGV Maßstäbe ge setzt, die jüngeren Sangesfreunden als Vorbild dienen sollten. Gerd Schwieren Herzlichen Dank Herr Präsident, lieber Gerd Schwieren, für die denkwürdige Ehrung, die ich soeben, auf den Tag genau am 65. Jahrestag meiner Auf nahme in den KMGV am 27.11.1943 entgegennehmen durfte. Ich bin tief bewegt von den „Hochrufen" der Sänger und dem außergewöhnlichen Applaus. Ein denkwürdiges Erlebnis, das mein Sängerherz ergriffen hat. Gerd Schwieren hat da ein markantes Erlebnis aufgegriffen - ich weiß nicht, woher seine Informationen stammen - an das ich mich noch in Einzelheiten sehr gut erinnern kann, die Englandreise des KMGV unter seinem Dirigenten Wilhelm Pitz 1954. Ich war damals als einer der jüngsten Sän ger vom Vizepräsidenten Dr. Questerzum Butler des Dirigenten auserkoren worden. Unsere Kulturförderung: Gut für die Sinne. Gut für die Region. www.ksk-koe1n.de , ■ i ■ ' 5 Kreissparkasse ^ * Köln Kunst und Kultur sind für die gesellschaftliche Entwicklung entscheidend. Sie setzen Kreativität frei und fördern die Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem. Die Philosophie der Kreissparkasse Köln ist es, vor Ort in einer Vielzahl von Projekten Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen. Mit unseren jährlichen Zuwendungen zählen wir zu den größten nichtstaatlichen Kulturförderern in der Region. Wenn's um Geld geht - s Kreissparkasse Köln. 120

einer wie sich bald herausstelle sehr viel seitigen, anstrengenden und auch zeit raubenden Beträuungsaufgabe. Dazu gehörte vor allem die Sorge für das per fekte Outfit des Dirigenten, für seinen Auf tritt auf dem Podium, von den frisch gewienerten Lackschuhen bis zum Kragenknöpfchen, vom gestärkten Frack hemd mit weißer Weste bis zur exakt sitzenden Fliege, das alles unter Zeitdruck und zunehmender Nervosität - nicht nur des Butlers. Und man höre und staune: weil Frauen an der Reise nicht teilnehmen durften, das galt auch für Frau Pitz!!! Heute unvorstellbar! Royal Festival Hall ca. 2.500 erwartungs volle Zuhörer. Der Dirigent rechtzeitig topfit. Nur der Butler fehlte auf dem Podium, da er keine Zeit fand, selbst in den Frack zu schlüpfen und ich sollte doch zum ersten Mal in der ersten Reihe singen dürfen auf Geheiß des Dirigenten. In letzter Minute kam ich doch noch kor rekt angezogen mit Noten ausgestattet, abgehetzt und aufgeregt auf meinem Platz an. Das Konzert begann pianissimo „O bone jesu" von Ingeneri, mir wurde schlecht, der Kreislauf streikte, ich drohte umzufallen, die Knie schnatterten und das in der Royal Festival Hall, vor so vielen Zu hörern, in der ersten Reihe... Die Nachbarn stützten mich, es kam ers ter Applaus. Im folgenden Chor gab es Fortissimo - es ging alles gut. Es kam Frie den zu mir und ich konnte langsam ge nießen, was es heißt, mit einem solchen Chor, einem solchen Dirigenten vor riesi gem Auditorium zu singen. In der Pause durfte ich mich im Dirigen tenzimmer erholen und wurde dabei Zeuge einer für Wilhelm Pitz überaus be deutsamen Begegnung im Zusammen hang mit der vorgesehenen Gründung des Philharmonie Choir als Pendant zum welt berühmten Philharmonie Orchestre Lon don. Pitz wurde später zum künstlerischen Leiter berufen und führte den Klangkörper zur Weltspitze der Oratorienchöre. Vielleicht interessiert manchen, was da - heute vor 65 jähren - mitten im Krieg, im damals stark zerstörten Köln abgelaufen ist, um in den KMGV aufgenommen zu 121