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Der Burgbote 2008 (Jahrgang 88)

Den Kessel zum Kochen

Den Kessel zum Kochen gebracht Was verbindet mich, eine üblicherweise klassische Musik spielende Musikerin, mit Männerchören? Was habe ich, aus Nord- Deutschland stammende, mit Karneval zu tun? Noch vor 5 Jahren hätte ich folgen des geantwortet; Männerchöre sind so etwas Ähnliches wie singende Kegelclubs; und Karneval in Köln, das ist eine Stadt im Ausnahmezustand, unvorstellbar für je manden, der nie dabei war. Doch der Blick hat sich gewandelt. Ein Aphorismus des chinesischen Politikers Li Chung Hang fällt mir dazu ein, der fol gendermaßen lautet: Die Heirat in China ist, als ob man einen Kessel mit kaltem Was ser auf das Feuer stellt. Es kommt sehr schnell zum Kochen und bleibt dann lange heiß. Mutet die Verbindung der Bergischen Symphoniker mit Divertissementchen und KMCV nicht an wie die fernöstliche arran gierte eheliche Gemeinschaft - beste Vorraussetzung für ein sich entwickelndes und lange währendes Zusammenwirken? Der kalte Wasserkessel, das ist das Orche ster, bestehend aus seinen so ganz unter schiedlichen Musikerpersönlichkeiten, gerade zu Beginn des neuen Jahres, aus gebrannt von den vielen Weihnachts-, Sil vester- und Neujahrskonzerten; den Opern, Operetten, Balletten, Musicals, Kinder-, Schul- und Familienkonzerten. Ermattet im Kampf gegen jahreszeitbe dingte Erkältungskrankheiten und kultur feindliche Politiker, die die Existenz des Orchesters mit schöner Regelmäßigkeit in Frage stellen. Frustriert über zu wenig freie musikalische Entfaltung und zuviel Rou tine. Nach fünf Monaten Dauerdienst ei gentlich wieder urlaubsreif, wird dieses Orchester nun auf den warmen Herd des Zillchens gesetzt. Sie finden uns an über 30 Standorten im Kölner Stadtgebiet - auch in Ihrer Nähe! www.koelnerbank.de Hohenzollernring 31-35 • 50672 Köln lnfo@koelnerbank.de ■ Tel. 0221/2003-2004 Kölner Bank eG Ihre Volksbank in Köln. 28

Das wärmende Feuer, das sind die netten und herzlichen Chorsänger und Solisten, die hochmotiviert und mit großem Zeit aufwand (neben ihrem Beruf) eine so pro fessionelle Aufführung zustande bringen. Und das fast dreißig mall Das ist das Ge fühl, von diesem Chor willkommen ge heißen und geschätzt zu werden. Das sind die vielen Besucher in den aus verkauften Vorstellungen; die Fans, die jähr für jähr wiederkommen und sich auch von den Eintrittspreisen nicht schrecken lassen. Das ist der WDR, der das ganze auf zeichnet und sendet. Das sind aber auch die Fahrten nach Köln („auf zum nächsten kulturellen Höhepunkt") an deren Ende der tolle Bioladen gegenüber der Oper lockt; die Pommes mit Mayo in der (jetzt sogar rauchfreien) Kantine; die Einladun gen des Chores zum Feiern (Kölsch und Blutwurstessen) und der „Ballettdamen", die die Damen des Orchesters zum Sekt- Trinken bitten („das ist angemessen"). Sichtbar entluden sich Begeisterung und Miterleben des Bühnengeschehens an Weiberfastnacht im Orchestergraben in unbändiger Fröhlichkeit, lockerer Stim mung und guter Laune. Da war der Kessel zum Kochen gebracht! Almuth Wiesemann, 1. Violine tutti. Bergische Symphoniker Kim Giesen (9) ist jetzt schon ein kleiner „Fan" des Ziiichens. Sie ist meine Nachbarin und hat mir zu Weihnachten einen selbstgemalten Kalender geschenkt. Voller Stolz wies sie mich auf einen Monat hin der für die Cäcilia-Wolkenburg gemalt wurde. Kims Eltern besuchen schon einige jähre un sere Zillchen und Kim wird auch bestimmt in diese Fußstapfen treten. Also braucht man sich offensichtlich um die Nachfolgegeneration unserer Besucher keine Sorgen zu machen. 29