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Der Burgbote 2008 (Jahrgang 88)

Rumpelstilzchen oder

Rumpelstilzchen oder Dornröschen? „Möchtest Du im Rumpelstilzchenzimmer oder im Dornröschenzimmer schlafen?" fragte Reiner Przygoda unser Cruppenbaas. Ich setze großes Vertrauen in unse ren Baas, aber diese Frage war auch für ein so großes Vertrauen ungewöhnlich. Wenn ich mir das aussuchen kann, dachte ich mir, dann schon im Dornröschenzim mer. Aber leider ging es nicht um die Er füllung eines „Märchentraums", sondern um die Unterbringung in einem mär chenhaften Zimmer eines „Märchen hotels" bei unserer Gruppenfahrt ins Marburger Land am 19. und 20. April. Absolut pünktlich ging es um 9.00 Uhr vom Bahnhof in Longerich ab. Nach einem zweiten Halt in der Kölner Innenstadt, bei dem wir den Rest der Mitfahrer einsammelten, fuhren wir unseren ersten Stopp an, die Lahnquelle. Diesen Rastplatz kannten einige Gruppenmitglieder bereits von einer anderen Tour. An den Rändern des Parkplatzes lag noch Schnee, was einige unserer Teilnehmer zu einer kleinen Schneeballschlacht verleitete. Wir stärkten uns mit Kaffee, Kuchen und Bier und fuh ren bei winterlichen Temperaturen weiter nach Alsfeld, unserem ersten Besichti gungsort. Alsfeld ist eine hessische Mittelstadt im Landkreis Lauterbach. 1975 wurde die Stadt durch den Europarat zu Europäischen Modellstadt er klärt. Daraufhin wurden viele 76

der 400 Fachwerkhäuser aus sieben jahrhunderten, wie auch das Fachwerkrat haus, der Pranger und eines der ältesten Häuser Deutschlands restauriert. Unser Baas hatte zwei Stadtführer organi siert, die unsere große Gruppe in zwei kleinere aufteilten und uns bei unange nehmer Kälte die Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigten. Wir begannen die Rund führung bei der Walpurgiskirche. Sie zählt zu den schönsten Kirchen Mitelhessens und zeigt beeindruckende protestantische Kirchenkunst. 1393 wurde sie erbaut, mehrfach umgebaut, stellt sie das Zen trum dieser alten Stadt dar. Noch heute wird sie von einer starken Kirchenge meinde unterhalten und gepflegt. Im Bus konnten wir dann die durchgefro renen Glieder wieder aufwärmen. Die fahrt ging dann durch das Marburger Land weiter in unser Hotel. Unglaublich viele Märchen - unser Hotel in Stadtallendorf Durch unsere Kinder kannte ich viele Mär chen, aber dass es so viele gibt, hatte ich nicht gedacht. Bei der Suche nach unse ren Zimmern im Märchenhotel passierte ich andere Räume und musste mir einge stehen, dass die deutsche Märchenland schaft viel größer ist, als ich sie mir träumen ließ. Gott sei Dank wurde das je weilige Märchen durch eine Legende im Zimmer erklärt. Und dann der Abend: Die Stadtführungen boten schon außergewöhnliche Ein drücke, aber die Abendveranstaltung übertraf alle Erwartungen. In harten Verhandlungen hatte unser Baas der Hotelleitung eine All-Inclusive Bewir tung abgetrotz, die ohne Übertreibung wieder einmal Maßstäbe setzte. Vorträge