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Der Burgbote 2008 (Jahrgang 88)

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I mehr idleen p.a. / die aufgaben EINER BANK SIND INNERHALB DER VERGANGENEN JAHRE KOMPLEXER GEWORDEN. DENKEN IN SCHABLONEN FÜHRT DA NICHT WEITER. ES KOMMTAUF DIE RICHTIGEN IDEEN AN UND DEN ZIELORIENTIERTEN UMGANG DAMIT. WIR FREUEN UNS DARAUF, WENN SICH IHRE UND UNSERE IDEEN BEGEGNEN. FREUEN SIE SICH AUF IHREN NUTZEN DARAUS. I itieen nach vorn I COMMERZ BANK

Aus meiner Sicht Liebe Leserin, lieber Leser, es waren mehr als überzeugende und professionelle Aufführungen der Bühnen- Musik von Mendelssohn-Bartholdy zu Sophokles' Tragödie ,Antigone'. Dennoch gab es einige Wermutstropfen, die erst noch verdaut werden müssen, wie das vom Solinger Veranstalter mangels Zuhörer abgesagte Konzert; ein mäßig besetztes Theater in Remscheid; knapp 300 Zuhörer in der Koblenzer Rhein- Mosel-Halle; schließlich die durch eine große Aktion „aufgefüllte" und nur da durch zu knapp 2/3 besetzte Kölner Philharmonie. Letztlich war es aber für alle Beteiligten, die Chorsänger, die Solisten und das Orchester ein frustrierender Blick auf noch zu viele leere Sitzreihen. Lag es vielleicht am Programm, das nicht interessierte? Nicht unbedingt, denn auch die Konzerte der vergangenen Jahre trieben unsere Zuhörer leider nicht in Scharen in die Philharmonie. Wir sind auch nicht der einzige (Laien-) Chor, der mit schwindenden Zuhörer zahlen seine Erfahrung macht. Selbst pro fessionelle Spitzenformationen kennen dieses Leid. Gab es 1990 noch 25 Chor konzerte in der Philharmonie, die durch weg alle ausverkauft waren, so waren es 2007 nur noch elf - und die waren nicht ausverkauft. Sicherlich spiegelt sich in der Krise des Chorwesens die aktuelle Krise des klassi schen Musikbetriebs. Ein weiterer Grund ist auch in der Wirtschaftskrise zu sehen; den Leuten sitzt das Geld für die Eintritts karten nicht mehr so locker. Hinzu kom men die demografische Entwicklung, sowie das fehlende Interesse der jungen. Speziell in Köln gibt es ein weiteres Phä nomen: so hat sich die Zahl der hiesigen Chöre in den vergangenen Jahren durch Teilung stark vergrößert; daraus folgt, dass sich immer mehr Chöre einen kleiner teilen müssen. werdenden Publikumskuchen Der Werkschor eines großen Unterneh mens hat es da sicher leichter, einen Kon zertsaal - unter Umständen auch mehrmals hinter einander - zu füllen. Letztlich herrscht weithin eine gewisse Ratlosigkeit - auch in unseren Reihen. Es gibt durchaus Denkansätze, wie man die Krise meistern könnte; vielleicht muss man ja in Zukunft einem Chorkonzert einen stärkeren „Event-Charakter" geben, mit Moderationen, szenischer Auflocke rung und Zuhörerbeteiligung?! Eine solche Idee kann mich jedoch nicht endgültig überzeugen; denn dann driftet die Kunstart (Männer-)Chorgesang ab in eine Art „klassischer Musikantenstadl". Man kann auch nicht jedes Jahr ein Kon zert mit musikalischen Ohrwürmern ver anstalten - das wird sehr bald langweilig. Die Chorliteratur bietet eben mehr als nur Opern- und Operettenmelodien; und welcher Männerchor - wenn nicht der KMGV - kann es sich denn personell noch leisten, ein mehrchörig konzipiertes Werk wie ,Antigone' oder Wagners,Liebesmahl der Apostel' alleine aufzuführen - ohne sich im Rahmen eines Projektes „Aushilfs sänger" suchen zu müssen? Wünschenswert wäre grundsätzlich eine allgemein größere Akzeptanz unserer Konzertprogramme; wenn beispielsweise nur 5 Prozent der Besucher unseres Divertissementchens zum Kauf wenigs tens einer Karte für unser Jahreskonzert animiert werden könnten, dann bräuchten wir uns keine Sorge mehr um eine ausverkaufte Philharmonie zu machen. Trotz allem grüßt Sie ganz herzlich Ihr Joachim Sommerfeld 89

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