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Der Burgbote 2008 (Jahrgang 88)

Interview mit Franz

Interview mit Franz Mazura Wie bereiten Sie sich auf die Rolle des Kreon vor? Eigentlich nicht anders, als ich es schon zu Beginn meiner Laufbahn vor 58 Jahren getan habe: mich erst mit dem Stück in tensiv auseinander zu setzen, um dann speziell meine Rolle - diesmal also Kreon - genau auf ihren Charakter und ihre see lischen Vorgänge zu untersuchen, um dann den Text zu gliedern. Besondere Sorgfalt galt natürlich der großen Weh klage am Schluss des Stückes, welche Mendelssohn als Melodram mit großem Orchester und Chor komponierte. Ihre Leistung als Interpret ist überzeu gend, auf gleich hohem Niveau bei jeder Probe, keine Ermüdungserschei nungen trotz des hohen Alters von 84 Jahren. Wie machen Sie das? Das hat einfach mit Disziplin, Besessenheit und Freude für meinen Beruf zu tun. Ich gehe heute noch zu jeder Probe als ob es meine erste wäre. Ich möchte damit auch meinen jüngeren Kollegen zeigen, dass unser herrlicher Beruf bis ins hohe Alter noch dieselbe Be geisterung und Hingabe haben kann, ja musslM Weicher Aspekt Ihrer Rolle fasziniert Sie mehr, der autoritäre Herrscher oder der vom Leben gezeichnete Mensch? Natürlich der gebrochene, vom Leben ge zeichnete Herrscher. Tyrannen, Ich-bezogene Menschen sind viel zu einseitig, nur einspurig darzustellen. Doch die Vielfalt der seelischen Verflechtungen eines ge brochenen Menschen gibt die Möglich keit tiefe innere Vorgänge dem Publikum deutlich zu machen. Womit begründen Sie die Wandlung von Kreon? Es gibt Menschen, die erst nach ihrem tie fen Fall ihre Schuld erkennen. Kreon, der als Herrscher keine andere Meinung als die seine gelten lässt, dadurch Antigone, Haimon, seinen Sohn und Eurydike, seine Gattin in den Selbstmord treibt, begreift nach seinem Sturz, herbeigeführt durch die Götter, seine Schuld. Kreon: „Weh mir, ich hab's erkannt im Lei den..." Wehklagend, sich selbst ankla gend, gebrochen wünscht er - ein Nichts, wie er selber sagt, nur noch den Tod. Wie sehen Sie die Aktualität des Stoffes? Sophokles über Mendelssohn bis zur heu tigen Aufführung umfasst knapp 2500 Jahre. Das Schauspiel Antigone, wie alle griechischen Tragödien der Antike, zeigt große menschliche Gefühle, große politi sche Vorgänge, deren Konflikte in allen Jahrhunderten die gleiche Gültigkeit haben. Das Interview führte Wolfgang Seul 96

Konzert am 14.09.2008 In Koblenz Eintrag ins Goldene Buch des KMGV Es war mir ein überaus großes Vergnügen, an dieser Produktion beteiligt sein zu dürfen! Bernd Rieser Es war eine wundervolle Arbeit, immer wieder gern ...! Eimira Rafizadeh Auch meine zweite Zusammenarbeit mit dem KMCV war ein großes Erlebnis und ich wünsche dem Chor auch weiterhin Freude am Ausgraben musikalischer Schätze, Glück und Erfolg! Mit herzlichen Grüßen Frank Blees Ich bin von dem Wohlklang und der un geheuren Ausdruckskraft des Chores überwältigt und begeistert. Dazu kom men die Wärme und Herzlichkeit Ihrer Gastfreundschaft. Ich fühlte mich wärend der Probenzeit zu Antigone wie in einem Freundeskreis und möchte mich mit vier Zeilen von joseph von Eichendorff - mei nem Lebensmotto - bedanken: Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort, und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort. Von Herzen Franz Mazura Für mich hat sich tatsächlich eine ganz neue Welt eröffnet. Noch nie stand ich gemeinsam mit so vielen Musikern auf der Bühne - noch nie hatte ich so viel „Rückenwind"! Ich danke Ihnen für dieses einmalige Erlebnis, das mir - zuerst wäh rend der Proben, und dann bei jeder Aufführung - Gänsehaut bereitet hat, und von dem ich hoffe, das es nicht „ein malig" = einzig bleibt. Herzlichst Maria Schräder 97