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Übersetzung eines LeMonfe Artikels vom.Januar 2018 zurvGsrnisonkirche.pdf

Dieser 54Jährige, der

Dieser 54Jährige, der im Herbst 1989 Gründungsmitglied der Grünen Partei der DDR war, protestiert „dieses Projekt ist extrem ideologisch" und widerstrebt damit seiner Überzeugung als Antimilitarist und Demokrat. Hört man ihm zu, so ist nicht nur die Geschichte der Kirche selbst problematisch, sondern auch die Geschichte des Wiederaufbaus, der gegen Ende der 1980er Jahre von Max Klaar, einem Offizier der extremen Rechten, angestrebt wurde. Dieser betrieb mehr als zwei Jahrzehnte intensive Lobbyarbeit in den kommunalen und Kreis-Behörden um seine Initiative solide fundiert zu lancieren. Wieland Eschenburg, Sprecher der Stiftung für die Garnisonkirche, weist die Vorwürfe in vollem Umfang zurück. "Unsere Stiftung ist 2008 ins Leben gerufen worden" erinnert er. "Wir haben keinerlei Verbindung zu Max Klaar. Sein Projekt war reaktionär und nationalistisch. Wir wollen im Gegenteil dazu die neue Kirche zu einem Ort des Friedens und der Versöhnung machen. Er erinnert wie zum Beweis seiner guten Absicht an das Nagelkreuz, welches in der provisorischen Kapelle am Rande der Baustelle, ausgestellt ist. Dieses Objekt kommt aus der englischen Coventry Cathedral, die während der Bombardements der deutschen Luftwaffe im November 1940 zerstört wurde. Herrn Eschenberg zufolge soll dieses Kreuz Teil der Ausstellung zur Geschichte werden, welche im zukünftigen Gebäude vorgesehen ist - "ohne die problematischen Momente zu verstecken" verspricht er- und ein Zeichen dafür zu setzen dass dieses Projekt keine "ideologische Zweideutigkeit" mit sich bringt. Der pensionierte Geschichtslehrer Günter Schlamp ist Autor eines Blog zur ehemaligen DDR, Brandenburg und Potsdam, wo er seit 2006 lebt. Der Wiederaufbau der Garnisonkirche, erscheine ihm so rechtmäßiger, als wäre er mit dem Wiederaufbauplan kurz nach der Wiedervereinigung entworfen worden, um dem Stadtzentrum sein Erscheinungsbild wie vor 1945 zurück zu geben. Nach dem Wiederaufbau des Schlosses, seit 2014 dem Sitz des Brandenburgischen Parlamentes, und dem Palast Barberini, in dem 2016 ein wichtiges Kunstmuseum eröffnet wurde, stellt dieses wieder errichtete Gebäude ein "neues Stück des Puzzles" dar. "Man darf darin kein Symbol der Wiederauferstehung des Nationalismus, Preußentums oder Militarismus sehen" bekräftigt er. Es verhilft zu einer schönen Stadt. Ein Projekt, in dem man, neben der ästhetischen, auch eine wirtschaftliche Bedeutung sehen kann, insofern, dass dadurch die touristische Attraktivität Potsdams erheblich verbessert wird. In jedem Fall ist diese Rehabilitation Potsdams wie zu früheren Zeiten, als es Residenzort der preußischen Könige war, nicht nur eine Restaurierung. Es ist auch ein Löschen: des Potsdam der Jahre 1945 bis 1990, anders gesagt der kommunistischen Ära, darunter mehrerer symbolträchtiger Gebäude zu Lasten der Stadtplanung. Der Wiederaufbau der Kirche und ihres monumentalen 90 Meter hohen Turmes ist aus diesem Blickwinkel betrachtet überaus symbolträchtig, weil er begleitet wird von der Zerstörung des Rechenzentrum, eines 5000 m² großen Gebäudes vom Ende der 1960er Jahre. Zu kommunistischen Zeiten als Bürogebäude genutzt, beherbergt es heute Werkstätten und Studios von Künstlern. Um die Gemüter zu beruhigen beschloss der Stadtrat Potsdams Ende 2017 den etwa 200 betroffenen Künstlern ein Moratorium zu gewähren, dass der Abriss nicht vor 2023 durchgeführt wird. Für Carsten Linke ändert dies im Grund der Sache nichts: „Das Symbol ist sehr stark: man verherrlicht das preußische Deutschland und profitiert dabei vom Verschwinden der Spuren des kommunistischen Deutschland, indem man die Künstler ausquartiert. Dies sind zwei Konzepte des öffentlichen und sozialen Raums, die nicht miteinander vereinbar sind. Möchte man eine Museumsstadt, die alternd

und schrumpelnd von ihrem Erbe zehrt, oder möchte man eine aktive, dynamische Stadt, die auf die heutige Schöpfungskraft vertraut!“ „DOPPELTES SYMPTOM“ Der ehemalige Geschichtslehrer Günter Schlamp sieht in den Beschuldigungen politische Spielchen der Gegner des Projektes: „Die Wahrheit ist, dass diese Leute dort die Wiedervereinigung nicht akzeptiert haben. Sie präsentieren sich als die großen Demokraten und beschuldigen ihre Opponenten abscheuliche Nationalisten zu sein, aber sie finden nichts gegen die Tatsache einzuwenden, dass die Fassade ihres geliebten Rechenzentrums ein Mosaik hatte, das die Raumpolitik der Sowjetunion verehrte. Sie messen mit unterschiedlichen moralischen Maßstäben.“ Ihm zu Folge ist diese „Resistance“ vor allem eine identitäre Bewegung. Seit der Wiedervereinigung hat die Stadt, in der heute 170.000 Einwohner leben, viele Westdeutsche aufgenommen, die sich von ihrer angenehmen Atmosphäre und der Nähe Berlins angezogen fühlten. Nun haben diese neuen Einwohner, welche oft wohlhabend sind, die Politik der Renovierung des Zentrums großzügig unterstützt. „Für diejenigen, die schon vorher da waren und besonders für die extreme Linke, die in Potsdam sehr aktiv ist, ist es eine unzumutbare Form des Neo-Kolonialismus der Westdeutschen“ erklärt Herr Schlamp. Manfred Gailus, Professor an der TU Berlin und Experte in evangelischer Geschichte und Geschichte des Dritten Reichs, betrachtet mit großem Interesse, das was er als „echten Kulturkampf“ bezeichnet. Obwohl er es ablehnt sich unter die Gegner des Wiederaufbaus zu mischen, urteilt er mit Strenge über die Argumente deren Befürworter. „Man kann keine ästhetischen Argumente bringen und so tun als ob dieser Ort keine Geschichte hätte“ schätzt der Historiker, der auch daran erinnert, dass die Garnisonkirche im 19. Jhd. „das Bündnis zwischen Macht (Thron) und Glauben (Altar) symbolisierte“ bevor sie zum Treffpunkt der Nationalisten der Weimarer Republik (1919-1933) avancierte und dann zu „einem Wallfahrtsort der Nazis“ während des Dritten Reiches wurde. „Die Befürworter dieses Projektes sprechen sich dafür aus, dass sie den Frieden fördern wollen. Ich glaube ihnen das gern, aber warum müssen sie dafür diesen Ort wählen?“ fragt er sich. Für Herrn Gailus ist der Wiederaufbau der Garnisonkirche in jedem Fall ein „doppeltes Symptom“. Zum einen zunächst der Willen zur „Rückeroberung“ im Auftrag der protestantischen Kirche in dieser Region Deutschlands, die von einer aktiven politischen Entchristlichung zur Zeit des Kommunismus geprägt ist. Das zweite Symptom ist dasjenige des sicherlich wiedergefunden „Nationalstolz“. Sicher klagt der Historiker die Initiatoren des Projektes nicht als rückwärtsgerichtete Nationalisten an. Aber in einem Land, wo –wie in anderen Teilen der ehemaligen DDR – die äußerst rechts agierende Alternative für Deutschland (AfD) mehr als 20 % der Stimmen bei der letzten Bundestagswahl am 24. September 2017 geholt hat, fragt er sich „Falls die AfD eines Tages in Brandenburg an die Macht kommen sollte, was wird dann passieren? Für Führer, die die „Kultur der Erinnerung/der Reue“ beenden wollen, ist ein solcher Ort ein wahr gewordener Traum. Und dies ist ein vollkommen anderer Geist/Wind, als jener, der momentan in dieser Kirche schwebt/weht.“ Und der Historiker zitiert aus dem Zauberlehrling von Goethe: „Herr, die Not ist groß: Die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht los.“ Übersetzung: U. Schmieder

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