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MSC-Magazin 2017

Das jährliche Magazin des Marienburger Sport-Clubs 1920 e.V. in Köln. Ausgabe 2017.

wandle sie für meine

wandle sie für meine Minis ab. Oder ich verändere Übungen, die ich im Internet bei anderen Sportarten sehe. Dazu verwende ich dann meistens Gegenstände, die ich im Haushalt finde: Meist sind es Wäscheklammern oder viele Wassereimer, aber auch Decken, Löffel und vieles mehr. Um die Übung so aufzubauen, wie ich sie mir vorstelle, benötigt es – glaube ich – viel Improvisation und Kreativität. Wichtig ist mir am Ende, dass es den Kindern nicht nur Spaß macht. Sie sollen auch das Hockeyspielen und den Umgang mit dem Ball und den Mannschaftskameraden lernen. Die Kinder sollen schließlich nicht jeden Tag Kindergeburtstag feiern. Du sprichst von viel Improvisation, die nötig ist. Probierst du deine Übungen aus, bevor du sie die Kinder machen lässt? »Natürlich. Alles, was ich den Kindern aufbaue, bin ich vorher mindestens einmal durchlaufen. Ich bin vor jeder Trainingseinheit ein bis zwei Stunden vorher auf dem Kunstrasen, baue jedes Hütchen, jeden Wassereimer auf und probiere aus, ob alles so funktioniert, wie ich es mir vorstelle. Wenn die Kinder dann dazukommen und die Übungen machen, erzähle ich ihnen passende Geschichten: von Burgen, die eingenommen werden müssen. ‚Lauf links und pass rechts‘ – solche Kommandos funktionieren bei Minis nicht. Wann ist ein Training für dich ein gutes Training? »Wenn die Kinder Spaß haben, dann lachen sie. Das nehm‘ ich als Zeichen für ein gutes Training. Ob eine Übung letztlich eine gute ist, zeigen die Minis einem ganz deutlich: Wenn sie jemandem Spaß macht, dann will er mit dieser gar nicht mehr aufhören. Wenn sie sich aber langweilen – beispielsweise, weil ihnen die Action fehlt – dann hören sie einfach auf. Kinder sind eine harte Jury. (lacht) Bei einigen Kindern habe ich allerdings den Eindruck, dass sie nur kommen, um ‚MSC Olééé‘ zu brüllen. Die Kinder-Jury urteilt meist positiv. Um seine Arbeit trotzdem besser einzuschätzen, hat Achim in den letzten Jahren eine Menge Mini-Trainings in anderen Vereinen besucht. Akribisch hat er sich die Arbeit der Trainer dort angeschaut. Gemeinsam als Team habe man so in den letzten Jahren einen attraktiven Trainings-Mix entwickelt, der den Kinder Spaß macht, sagt Achim. Es ist also nicht verwunderlich, dass er samstagvormittags zurzeit mit 90 Kindern in der Halle steht. Aufgeteilt in zwei Einheiten: erst mit den Vier- und Fünfjährigen, danach laufen schon die Sechsjährigen auf den Platz. Die laute Halle schlaucht nach dreieinhalb Stunden Vollgas-Kinderbetreuung nicht nur den Hockey-Opa. Auch seine Co-Trainer könnten sich gleich wieder ins Bett fallen lassen. Die Gruppengrößen seien zurzeit grenzwertig. Aber wenn die Trainings geschafft sind und die Kinder strahlend nach Hause fahren gebe das ein gutes Gefühl. Ähnlich, wie wenn man ein anstrengendes und forderndes Spiel gewinne, sagt Achim. Bei dieser Masse an Kindern ist es sicherlich schwer, alle zu erreichen und mitzunehmen. Worauf achtest du besonders bei deinen Einheiten? »Darauf, dass ich dennoch alle Kinder erreiche. Ich will immer alle Kinder miteinbeziehen. Ganz egal, welche Vorlieben sie auf dem Hockeyplatz haben. Und wenn sich einmal ein Mini nicht traut mitzumachen, noch am Rockzipfel der Mutter hängt, dann versuche ich sie mit kleinen Tricks zum Hockey zu locken. Du betreust die Minis jetzt bereits seit ein paar Jahren. Wie beurteilst du die Entwicklung der Kinder und den Wechsel in die D-Mannschaften? »Es freut mich sehr, wie hoch die Quote derjenigen ist, die vom ältesten Mini-Jahrgang auch tatsächlich in den D-Bereich wechseln. In den letzten Jahren waren dies immer zwischen 30 und 40 Kinder. Das hat dazu geführt, dass der MSC in Westdeutschland einer der Vereine ist, die am meisten D- und C- Mannschaften gemeldet haben. Unser Club ist in den unteren Jugendbereichen so breit aufgestellt wie fast keiner in dieser Region. Und das ist außergewöhnlich. Denn schließlich müssen die Kinder und somit auch mindestens ein Elternteil für diesen Schritt Mitglied im MSC werden. Irgendwann wird sich diese Entscheidung dann auch in unseren Leistungsmannschaften widerspiegeln. Da bin ich mir sicher. Bist du stolz, dass du dank deiner Leidenschaft quasi aus dem Nichts eine so große Miniabteilung geschaffen hast? »Stolz ist so ein großes Wort. Als Hockey-Späteinsteiger wollte ich natürlich vieles richtigmachen. Allerdings sehe ich mich nicht als Trainer. Vielmehr bin ich ein Koordinator, der Mini-Koordinator. Dass das Training so gut ankommt und Sinn ergibt, habe ich meinen ganzen Co-Trainern zu verdanken. Die kommen alle vom Hockey und wissen, was wichtig und richtig ist. Aber um noch einmal zurück zur Frage zu kommen: Natürlich freut es mich sehr, wenn die Kinder mich im MSC auf der Terrasse sitzen sehen und mir ‚Hallo Achim‘ zurufen. Wie lange willst du dich eigentlich noch auf den Platz schleppen, um den Kindern weiterhin der Hockey-Opa zu sein? »Das kommt auf die Aufgabe an. Wenn es nur ums Koordinieren der Mini-Abteilung geht, um Gespräche mit Eltern und ähnliches – dann kann ich diese Arbeit auch noch ein paar Jährchen vom Schreibtisch aus machen. Das eigentliche Training wird natürlich immer anstren- 50 MSC MAGAZIN 2017

gender. Das haben in den letzten Jahren bereits Leslie Machill und nun Lara Winkelhorst hervorragend geleitet. Mit ihnen an der Seite zu arbeiten macht riesigen Spaß. Aber meine Uhr tickt natürlich zweifellos. Und da ich nun zwei Enkel habe muss ich nicht noch öfter als heute schon auf dem Platz stehen. Viele der Kinder, die Achim vor einigen Jahren bei den Minis trainiert hat, spielen heute in den älteren Jugendmannschaften. Sie sind Teil einer in den letzten Jahren erfolgreichen Jugendabteilung. Dass sie diesen langen Weg bislang so erfolgreich gegangen sind ist nicht selbstverständlich. Der MSC sei daher eine gute Adresse für junge Talente, sagt Achim. Das zeigt auch der Weg, den einige andere MSCer gegangen sind. Maximilian Siegburg beispielsweise war vor einigen Jahren Co-Trainer bei Achims Mini-Training. Heute ist er Bundesliga- und Nachwuchsnationalspieler. Solch eine Entwicklung zu beobachten sei interessant, nachvollziehbar und freut einen. Dennoch, sagt Achim, sei er natürlich tottraurig, dass Spieler wie er und leider einige andere Jugendspieler zurzeit nicht mehr im MSC spielen. Die aktuellen Damen- und Herrenspieler haben Achims Training noch nicht genossen. Zumindest nicht als Spieler. Als Schwiegervater von Herrentrainer Simon Starck hat Achim aber natürlich eine enge, persönliche Beziehung zur Mannschaft. Trotzdem rede er mit Simon nicht viel über die 1. Herren. Am Seitenrand bei Spielen der Jungs sieht man Achim auch nur noch sehr selten. Früher war er gerne heißblütig, diskutierte lautstark mit den Schiedsrichtern die Regelauslegungen bei Entscheidungen gegen unsere Herren. Heute bittet er MSCer, die zuschauen, um WhatsApp-Nachrichten, bittet sie um einen Liveticker. Warum er das so macht, wollen wir von Achim wissen: Das hört sich so an, als wünschest du dir einen Aufstieg der 1. Herren sehnlichst… »Ich gönne es den Jungs einfach: Sie haben sich den Aufstieg in der Halle und auf dem Feld verdient. Aber auch wenn die 1. Herren und 1. Damen noch nicht hochklassig spielen, kann ich mich doch sehr mit beiden Teams identifizieren – denn dort stehen viele richtige MSCer auf dem Platz. Deine Identifikation liegt sicherlich auch daran, dass du dich so stark im MSC engagierst. Gefühlt bist du Mitglied in allen MSC-Gremien außerhalb des Vorstandes: dem Vergnügungsausschuss oder dem Vermarktungsteam beispielsweise. Zuletzt warst du Initiator des neuen MSC-Kinderspielplatzes. Wie stemmt man ein neues Projekt im MSC? »LAUF LINKS, PASS RECHTS« - DAS VERSTEHEN DIE MINIS NOCH NICHT. ACHIM SCHNEIDER DENKT SICH DAHER IMMER ETWAS AUS: DIE IM REGEN ZU VERTEIDIGENDE BURG ZUM BEISPIEL. »Ich habe den MSC im Herzen. Und ich habe das Gefühl, dass ich die Seuche habe. Denn immer, wenn ich in den letzten vier, fünf Jahren zugesehen habe, haben die 1. Herren ihr entscheidendes Spiel verloren. Ich kann das nicht mehr ertragen. Vielleicht hilft es, wenn ich mir jetzt nur noch von Zwischenständen berichten lasse. »Es braucht für die Mitstreiter und Mitglieder immer eine Initialzündung. Wenn man für so etwas einen Blick hat und als Minitrainer oft an einem doch eher trostlosen Kinderspielplatz vorbeigeht, dann möchte man alles tun, um den Kindern wieder etwas außerhalb des Hockey- und Tennisplatzes zu bieten. Andere Mitglieder für so ein Projekt zu begeistern passiert dann GESPRÄCH MIT ACHIM SCHNEIDER 51

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