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SHE works! - MINT-Special: Frauen und Technik

Die Vorurteile, die beim Thema Frauen und Technik durch die Köpfe geistern gehören endlich abgeschafft. Denn sie sind schlichtweg falsch. Wir zeigen, dass Frauen sehr wohl technisch affin sind

INTERNATIONALER

INTERNATIONALER FRAUENTAG Initiative für neuen Feiertag in Niedersachsen Carolin Schäufele sprach mit Dr.Gabriele Andretta Frau Dr. Andretta, Sie haben den Vorschlag des Niedersächsischen Landesfrauenrates und der BAG kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbeauftragter, den Internationalen Frauentag zum zusätzlichen Niedersächsischen Feiertag machen, aufgegriffen und als alternativen Vorschlag zum 31. Oktober, dem Reformationstag ins Parlament eingebracht. Wie sind die Reaktionen auf Ihren Vorschlag bislang ausgefallen? Es erreichen mich fast täglich zustimmende E-Mails, Unterstützerlisten und Briefe, übrigens auch von Männern. Natürlich gibt es auch kritische Stimmen, die üblichen Hass-Mails und wüste Beschimpfungen am Telefon, doch überrascht mich dies nicht. Die positiven Reaktionen sind in der Mehrheit und machen mir Mut, weiter für den Feiertag zu werben. Glauben Sie, dass Sie den Vorschlag gegen die Absprache der Bundesländer den 31. Oktober als Feiertag zu präferieren, durchkommen? Bis zur Abstimmung im Landtag wird noch einige Zeit vergehen, viele Verbände und Gruppen erhalten die Möglichkeit, ihre Dr. Gabriele Andretta (SPD), 1.Niedersächsische Landtagspräsidentin Positionen in einer Anhörung im Landtag vorzutragen. Am Ende entscheidet dann die Mehrheit, so funktioniert Demokratie. Auch wenn die Chancen, dass sich mein Vorschlag durchsetzt, gering sind, sollen wir deshalb auf eine Diskussion verzichten? 28

Warum sind Sie der Meinung, dass der Frauentag besser wäre als der Reformationstag? Bis heute ist der 8. März lebendiges Symbol für den Kampf der Frauen um gleiche Rechte! Er erinnert uns daran, dass sich in den letzten 100 Jahren viel zum Positiven verändert hat, viele mutige Frauen und Männer Gesetze für mehr Chancengleichheit durchgesetzt haben. Der 8. März als Feiertag erinnert an diese Erfolge. Genauso übrigens wie der 1.Mai als gesetzlicher Feiertag an die wichtigen Emanzipationskämpfe der Arbeiterbewegung erinnert. Und genauso wie der 1. Mai hätte der 8. März nicht nur eine historische Dimension, sondern bietet Anlass, auf die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft blicken. Er verweist auf den langen steinigen Weg, den es bis zum Erreichen tatsächlicher Gleichberechtigung von Frauen und Männern noch zurückzulegen gilt. Und er erinnert daran, dass Fortschritte verteidigt werden müssen. Denn eines hat die Geschichte gezeigt: Rückschritte wie zur Zeit des Nationalsozialismus, wo Frauen das passive Wahlrecht genommen wurde, sind jederzeit möglich. Der Feminismus gilt manchem heute wieder als Schimpfwort, die Fortschritte zur Gleichberechtigung als Weg in den Abgrund. Die Rolle als Mutter wäre eine verengte Perspektive, denn der Internationale Frauentag ist der Gleichstellung der Geschlechter gewidmet.Frauen auf der ganzen Welt machen am 8. März mit Veranstaltungen, Feiern und Demonstrationen auf noch nicht verwirklichte Frauenrechte und Diskriminierungen aufmerksam. In Deutschland ist das Motto in diesem Jahr „Auf Fortschritt beharren“. Das sollten wir tun, der 8. März als Feiertag wäre ein starkes Signal. Wenn der Internationale Frauentag zu einem Feiertag würde, würde das diesen Tag gesellschaftlich aufwerten? Ganz sicher. Wichtig ist, dass die noch bestehenden Benachteiligungen von Frauen mehr öffentliche Aufmerksamkeit bekommen, aber auch die Leistung von Frauen in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen gewürdigt wird. Es ärgert mich, wenn ich lese „wir brauchen keinen Weltfrauentag als Feiertag, es gibt schon den Muttertag.“ 29