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SHE works! - MINT-Special: Frauen und Technik

Die Vorurteile, die beim Thema Frauen und Technik durch die Köpfe geistern gehören endlich abgeschafft. Denn sie sind schlichtweg falsch. Wir zeigen, dass Frauen sehr wohl technisch affin sind

Die Geschäftsstelle

Die Geschäftsstelle Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen ist sehr umtriebig. Wie treten Sie an Frauen heran, um ihnen die MINT-Branche schmackhaft zu machen? Die Komm, mach MINT.-Geschäftsstelle ist häufig auf Berufsorientierungsmessen und -veranstaltungen vertreten, wo wir an unserem Stand junge Frauen durch Mitmachangebote für MINT begeistern, sie über MINT-Berufsperspektiven informieren und ihnen über die Vorbildfrauen Einblick in diese Bereiche verschaffen. Und wie ist die Resonanz? Sobald die Mädchen mehr über die MINT-Berufe erfahren, selber einmal Dinge ausprobieren können und von den Vorbildfrauen hören, was ein MINT-Beruf für spannende Perspektiven bietet, ist die Resonanz größtenteils positiv. Viele Mädchen erzählen uns, dass ihnen vorher nicht klar war, in welchen Bereichen sie mit MINT später einmal arbeiten können und dass sie keine Vorstellung davon hatten, was so ein Studium oder eine MINT-Ausbildung eigentlich beinhaltet. Deshalb schließen leider viele junge Frauen MINT-Berufe im Studien- und Berufswahlprozess von vornherein als Option aus. Viele Branchen leiden daran, dass die Vereinbarkeit Familie und Beruf nicht oder nur schlecht gegeben ist. Wie sieht das in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik aus? Auch in den MINT-Branchen ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf natürlich ein Thema, das bei den einen Firmen besser, bei den anderen schlechter läuft. Viele Unternehmen haben aber festgestellt, dass sie in diesem Bereich mehr machen müssen, um für Frauenund selbstverständlich auch für Männer – attraktiver zu werden und entsprechende Nachwuchskräfte zu gewinnen. So gehören flexible Arbeitszeiten, Homeoffice- Regelungen oder flexible Teilzeitmodelle heute in vielen Betrieben zum Alltag. Auch in kleinen und mittleren Unternehmen hat diesbezüglich ein Umdenken stattgefunden, dort werden zumeist individuelle Lösungen angeboten. Wenn wir uns dagegen die Arbeitsbedingungen in vielen Dienstleistungs-, Sozial- und Pflegeberufen ansehen, so sind die MINT-Bereiche nicht schlecht aufgestellt, gerade auch zum Beispiel im Bereich Arbeitszeiten. 6

Durch den Mangel an Frauen in den MINT-Berufen heißt es, steuern wir auch hier auf einen Fachkräftemangel zu. Sehen Sie das ähnlich? Der Fachkräftemangel existiert nicht über alle MINT-Berufe hinweg, ist in einigen Bereichen aber bereits jetzt als Fachkräfteengpass vorhanden. Und dieser wird sich weiter erhöhen, wenn nicht gegengesteuert wird. Durch die fortschreitende Digitalisierung ist beispielsweise der Bedarf an IT-Fachkräften immens gestiegen und wird auch in Zukunft weiter steigen. Nach Angaben im MINT-Herbstreport 2017 des Instituts der deutschen Wirtschaft ist es entsprechend besonders der IT-Bereich, in dem ein Fachkräfteengpass herrscht und auf den fast 40 Prozent der offenen MINT-Jobs für Akademikerinnen und Akademiker entfallen. Es ist also von immenser Bedeutung, weitere Nachwuchskräfte und insbesondere auch Frauen für diese Bereiche zu gewinnen. Kommen wir noch zu einem aktuellen Thema: Wie sieht es im MINT-Bereich eigentlich mit der Lohnlücke aus? Auch im MINT-Bereich existiert die Lohnlücke. Sie ist aber nicht so stark ausgeprägt wie in anderen Branchen. Das Online-Portal www.gehalt.de hat diesbezüglich Daten veröffentlicht, die zeigen, dass in den MINT-Berufen im Durchschnitt ein Gehaltsunterschied von unter 10 Prozent zwischen den weiblichen und den männlichen Arbeitnehmern existiert. Das ist zwar weniger als die 21 Prozent, die gemeinhin für den gesamten deutschen Arbeitsmarkt genannt werden, aber natürlich trotzdem etwas, was unbedingt verändert werden muss. Vielen Dank für das Gespräch! Ines Grosskopf ist in der Geschäftsstelle des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit zuständig. 7