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Mitteilungsblatt 2018

78 Die Sektion DAV

78 Die Sektion DAV Sektion Geltendorf - Mitteilungsblatt 2018 Klimawandel in den Alpen Murmeltiere jedoch nicht, da weiter oben die Böden nicht tiefgründig genug sind, um tiefe Höhlensysteme anzulegen. Für uns Alpinisten bedeutet der Klimawandel zuerst einmal, dass es am Ende des 21. Jahrhunderts keine Gletscher oder nur kleine Reste (z. B. des Aletschgletschers) geben wird, die wir begehen können. Skifahren und Skitourgehen wird nur noch in großen Höhen und nur an wenigen Tagen im Jahr möglich sein. Am Großglockner verlor der Gletscher allein 2017 ca. 2m an Mächtigkeit. Dies bedeutet aber auch, dass die Bergwände, die bis jetzt vom Gletscher bedeckt sind bzw. waren und zum Teil stark übersteilt sind, ihren Halt verlieren und es bereits jetzt vermehrt zu Fels- und Bergstürzen kommt. Dies hängt auch damit zusammen, dass es nicht nur in den Polargebieten, sondern auch in den Alpen - vor allem nordseitig - auf Höhen über 2300-2700 Hm Permafrostböden gibt, die zu tauen beginnen. Unter Permafrostböden versteht man Böden, die das ganze Jahr tiefgründig - also bis hundert Meter Tiefe - gefroren sind. Nur oberflächlich, also wenige Meter tief taut der Boden im Sommer auf. Das Eis der Permafrostböden hält wie ein Kitt die zum Teil sehr brüchigen Gesteinsschichten zusammen. Allein im Mont Blanc Gebiet kam es seit 2007 zu mehr als 500 Felsstürzen mit mehr als 100 m³ Gestein. Auslöser hierfür war vermutlich vor allem auftauender Permafrost. Permafrosthänge werden ab einer Temperatur von -2 °C instabil und beginnen hangabwärts zu kriechen. Aber nicht nur in den Schweizer Alpen gibt es Permafrost, auch die nordseitigen Hänge der Zugspitze werden ab einer Höhe von ca. 2600 Hm vom Permafrost zusammengehalten. An der Bliggspitze im Ötztal kam es durch auftauenden Permafrost 2007 zu einem riesigen Bergsturz. Seitdem gelten weitere vier Millionen Fels der Bliggspitze als erheblich instabil und gefährdet. Sollten sich diese Massen auf einmal auf Wanderung begeben und in den darunter liegenden Gepatschstausee rutschen, käme es zu einem Tsunami, der die darunter liegenden Dörfer zerstören würde. 1963 kam es in Italien an der Vajont-Staumauer zu einem ähnlichen Vorgang, dabei kamen 2000 Menschen zu Tode. Zurückweichende Gletscher und auftauende Permafrostböden bringen für Bergsteiger nicht nur eine Einschränkung in der freien Tourenwahl, sondern auch erhebliche objektive Gefahren im Hochgebirge mit sich. So ist im Sommer bereits in den frühen Morgenstunden mit Steinschlag aus steilen Felswänden zu rechnen, Übergänge werden immer schwieriger, da vor allem südseitig anstelle von Schneefeldern und Gletschern auf einmal lange, brüchige Felspassagen zu überwinden sind. Auch Hüttenzustiege und Klettersteige werden dadurch unpassierbar.

DAV Sektion Geltendorf - Mitteilungsblatt 2018 Die Sektion 79 Klimawandel in den Alpen Hütten und Liftanlagen, die auf Permafrostboden stehen, werden ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen. Durch Setzungs- und Fließbewegungen der auftauenden Permafrosthänge kommt es zu Rissen in den Gebäuden. Fundamente sacken ab, Seilbahnen auf Permafrost müssen während des Betriebs ständig überwacht werden. Die immer trockeneren und heißeren alpinen Sommer fördern jedoch nicht nur Gletscherrückgang und Steinschlag im Permafrostbereich, sondern gefährden auch die Trinkwasserversorgung auf Hütten, vor allen in Karstgebirgen wie dem Karwendel, in dem unsere Magdeburger Hütte liegt. Auch die Waldbrandgefahr steigt dadurch vielerorts. Aber nicht nur für uns Alpinisten, sondern auch und insbesondere für die Bewohner der Bergtäler bringt der Klimawandel schwere Beeinträchtigungen mit sich. Mit den schwindenden Gletschern verringert sich auch die sommerliche Einspeisung von wertvollem Trinkwasser in die Bergbäche und Flüsse. Intensiver Obstanbau in den Tälern wie z. B. im Vinschgau oder anderen Südtiroler Tälern benötigt im Sommer Unmengen Wasser zur Bewässerung der Pflanzen. Ohne Gletscherwasser ist dies nicht möglich. Die Trinkwasserversorgung für die Bevölkerung wird bereits jetzt, z. B. in der Gardaseeregion, nach schnee- und niederschlagsarmen Wintern wie im Jahr 2017 schwierig. Auch die vermehrten Starkniederschläge in Form von Regen, aber auch Schnee im Zuge des Klimawandels und die damit einhergehenden Überschwemmungen, Murenund Lawinenabgänge gefährden die Talbewohner zunehmend. Die notwendigen Schutzmaßnahmen (Lawinenverbauungen, Technischer Hochwasserschutz, …) verschlingen bereits jetzt Unsummen. Jeder kleine Schritt, den wir zur Verringerung des Klimawandels tun können, hilft den Alpen. Die Verringerung des CO2-Ausstoßes ist in vielen Bereichen unseres Lebens möglich, sei es das Benützen von Ökostrom, Energiesparlampen, Fahrrad bei Kurzstrecken, eine mehrtägige Bergtour anstelle von mehreren Tagestouren, … lasst uns damit anfangen - jetzt! Rose Grüner

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