Aufrufe
vor 3 Monaten

Berliner Stimme Nr. 2 2018

Text Heike Hoffmann Foto

Text Heike Hoffmann Foto Jusos Berlin Illustration Laura Breiling Heraus zum 8. März! Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Die Jusos finden, dass es sich noch immer lohnt, an diesem Tag auf der Straße für mehr Frauenrechte zu kämpfen. P O S I T I O N Am 12. November 1918 bekamen die Frauen* in Deutschland das Wahlrecht. Das ist nun 100 Jahre her. Mehr als 100 Jahre her ist auch der erste Internationale Frauentag. Von Clara Zetkin am 27. August 1910 in Kopenhagen auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz vorgeschlagen, erfährt der Tag in den kommenden 108 Jahren eine wechselvolle Geschichte. 22 BERLINER STIMME

In den folgenden Jahren immer wieder gefeiert, wird der Internationale Frauentag während des ersten Weltkrieges nur bedingt begangen. In der Nazizeit wird er durch den Muttertag ersetzt und in der DDR ein offizieller Feiertag mit Paraden und Ritualen. In der Bundesrepublik wird er erst in den beginnenden 1970er-Jahren wieder größer begangen. Aber: Wie geht man im Jahre 2018 mit diesem Tag um? In der SPD hat sich eine schöne Tradition verbreitet: Am 8. März verteilen viele Ortsvereine und Abteilungen rote Rosen und Informationsmaterial an Frauen oder richten Veranstaltungen zu feministischen Themen aus. Aber reicht das? Ist der Kampf um die Rechte der Frauen* vorbei? Mitnichten! Seit 2014 gibt es in Berlin das Bündnis Frauen*kampftag. Das Bündnis besteht aus linken Jugendorganisationen, Parteien, Gewerkschaften, Zusammenschlüssen und Einzelpersonen, wie z. B. auch die Jusos Berlin und die Linke. Das Bündnis hat sich 2014 etwas Großes vorgenommen: Der Frauen*tag am 8. März soll wieder zum Kampftag werden, zu einem Kampftag für die Geschlechtergerechtigkeit und für die Rechte von Frauen*. Statt Blumen zu verteilen, ruft das Bündnis seit vier Jahren dazu auf, auf die Straße zu gehen und zu kämpfen. Aber wofür? Frauen* haben das Wahlrecht, politische Funktionen und gehen wie selbstverständlich arbeiten. Doch: Frauen* haben immer noch nicht das Recht darauf, selbst über ihren Körper zu bestimmen, wie wir an der aktuellen Debatte um §219 a erkennen können. Frauen* sind immer noch am häufigsten von Altersarmut betroffen. Wenn die CSU eine Herdprämie fordert, bekommen sie gezeigt, dass sie nicht ins Büro gehören, sondern in die Küche. Frauen* sind täglich von Sexismus betroffen, am Arbeitsplatz, im Alltag, in der Schule, in der Uni. Und dieser Seximus führt bis hin zu sexueller Gewalt wie #metoo wieder eindrücklich bewiesen hat. Frauen* verdienen in vielen Berufen immer noch nicht dasselbe für dieselbe Arbeit wie ihre männlichen Kollegen. Und dagegen geht das Bündnis Frauen*- kampftag auf die Straße. Und auch in diesem Jahr wieder: Am 8. März 2018, ab 17 Uhr am Hermannplatz. Heike Hoffmann ist stellvertretende Landesvorsitzende der Jusos Berlin. Sie vertritt die Jusos Berlin seit 2014 im Bündnisfrauenkampftag. Zurzeit studiert sie Geschichte an der Humboldt Universität. P O S I T I O N BERLINER STIMME 23