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Das Fachmagazin für die Immobilienwirtschaft

PropTech Die digitalen

PropTech Die digitalen Revoluzzer (ic) Die digitale Revolution hat in der Immobilienbranche eine verhältnismäßig lange Anlaufzeit gebraucht. Mittlerweile nehmen die digitalen Start-ups der Immobilienbranche aber Fahrt auf. Immer mehr Bereiche der Immobilienwirtschaft werden auch in Deutschland von PropTechs geentert. Von der klassischen Immobilienwirtschafts wird das zwar oft erkannt, gehandelt wird aber noch immer selten. Die Digitalisierung hat die Immobilienwirtschaft erreicht. Die traditionellen Vertreter der Immobilienwirtschaft wie Immobilienmakler, Investoren, Baugenossenschaften oder Wohnungsverwalter setzen sich immer mehr mit digitalen Chancen und Herausforderungen auseinander. Neun von zehn institutionellen Anlegern und Immobilien - unternehmen stufen den Digitalisierungsprozess heute als wichtig oder sogar sehr wichtig ein. Mangelnde Praxisumsetzung Deutschlands kunterbunte PropTech-Welt Bei der praktischen Umsetzung der Digitalisierung hapert es in den klassischen Immobilienunternehmen allerdings noch gewaltig. Drei Viertel aller Verantwortlichen sehen ihr eigenes Unternehmen noch immer am Anfang der Digitalisierungsumstellung. Dass die Notwendigkeit erkannt wird, hat bisher also bei vielen noch nicht zum tatkräftigen Handeln geführt. Das könnte sich schon bald als teurer Fehler entpuppen, denn neue Konkurrenten entern im Monatstakt die deutsche Immobilienwirtschaft. Neue Wettbewerber stürmen den Markt Waren Immobilien bei Start-ups lange wenig en vogue, hat sich das mittlerweile gerändert. Das Potenzial von Stein und Beton übt nun auch auf junge Gründer seinen Reiz aus. PropTechs erobern einen Teilbereich nach dem anderen – von Verwaltungslösungen über Maklerportale bis hin zu Smart-Home-Systemen. Die erst im Sommer 2016 gegründete German PropTech Initiative zählt mittlerweile 43 Mitglieder. Offizielle Angaben zur Zahl der PropTechs in Deutschland gibt es zwar nicht. Aktuelle Analysen der Experten von Gewerbe-Quadrat gehen aber von rund 200 PropTechs aus (siehe Übersicht links). Zahlreiche Erfolgsstories Insgesamt 196 PropTechs hat Gewerbe-Quadrat Ende 2017 in Deutschland gezählt. Sie bilden die verschiedensten Bereiche ab. Und auch wenn die ersten bereits wieder vom Markt verschwinden, dürfte die Zahl in den kommenden Monaten weiter steigen. Dazu tragen unter anderem Erfolgsgeschichten wie Exporo bei. 30 1 / 2018

© alphaspirit – Fotolia.com Mit einer Wachstumsrate von 1.238% belegte die Immobilien-Crowdinvesting-Plattform branchenübergreifend den 3. Platz der schnellstwachsenden Start-ups in Deutschland. Und auch wenn andere nicht ganz so schnell wachsen, ist Exporo bei Weitem nicht das einzige deutsche PropTech, das für Aufsehen sorgt. Skeptische Reaktionen Bei einigen klassischen Branchenvertretern sorgen die neuen Wettbewerber der digitalen Welt naturgemäß für Skepsis. Doch auch wenn eine gesunde Portion Skepsis immer angebracht ist, sollten dadurch die Chancen des Wandels nicht in den Hintergrund rücken. Und davon gibt es reichlich. Digitale Helfer können das eigene Geschäft um ein Vielfaches effizienter und damit profitabler machen und zugleich auch noch die Kundenzufriedenheit erhöhen. Aber nur wer diese Möglichkeiten früh erkennt und ergreift, hat die besten Chancen, Gewinner der digitalen Revolution zu werden. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, gilt es, sich mit den neuen Geschäftsmodellen offen auseinanderzusetzen – auch wenn nicht alles Gold ist, was glänzt. lernen, ist langfristig um ein Vielfaches aussichtsreicher, als sie schlicht und ergreifend zu verteufeln. Vielleicht ist etwa ein Services-Baukastensystem wie bei moovin auch für den ein oder anderen freien Makler eine sinnvolle Option. Megatrend Big Data Ein Trend, der sich auch in der Immobilienwirtschaft – wie in allen Lebensbereichen – definitiv nicht aufhalten lassen wird, ist Big Data. Zu verlockend erscheint das Potenzial der Auswertung und Umwandlung großer Datenmengen. Aus entscheidungsrelevanten Informationen kann ein erheblicher Wettbewerbsvorteil entstehen. Wie sich Big Data entschlüsseln lässt, erfahren Sie daher ab Seite 32. Und auch die Fragen, wie wir in Zukunft wohnen und Wohnraum verwalten werden, wird die Immobilienwirtschaft in den kommenden Jahren beschäftigen. Die Antwort darauf soll unter anderem intelligente Gebäudetechnologie und moderne Verwaltungssoftware wie etwa von Zuhause Plattform liefern. Mitgehen oder verschwinden Doch selbst wenn nicht alle Entwicklungen positiv wie Big Data oder eine smarte Gebäudeverwaltung sein werden: Der digitale Wandel wird ohne Wenn und Aber fortschreiten. Und wer diesen Wandel nicht mitgeht, der geht mit der Zeit – egal ob Makler, Hausverwalter oder auch Baufinanzierer. W Lernen statt verteufeln Speziell für Immobilienmakler gilt es, sich mit neuen Konkurrenten auseinanderzusetzen. Wer nur die Augen verschließt vor moovin, Maklaro, McMakler oder anderen PropTechs, wird es auf Dauer schwer haben, sich gegen diese effizienten, transparenten und kostengünstigen digitalen Anbieter zu behaupten. Stattdessen sollten sie als Ansporn gesehen werden, das eigene Geschäftsmodell zu optimieren. Von der Konkurrenz zu DAS SONDERTHEMA IM ÜBERBLICK O Big Data entschlüsselt O „Wir digitalisieren den Vermietungsprozess effizient, transparent und kostengünstig“ O Urbaner Wohnraum wird smart: Was sind die Eigenschaften eines Smart Building? 1 / 2018 31