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Diplomarbeit_Hermann_Grab

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Seite -12- Diplomarbeit Nachdiplomstudium zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität verändert sich entsprechend der Schwankungsbreite des tatsächlichen Verlustes um den Erwarteten Verlust. Der Unerwartete Verlust muss durch Risikokapital bzw. Eigenkapital abgedeckt werden. Dieser Begriff wird als ökonomisches Kapital bezeichnet. Die Höhe des ökonomischen Kapitals hängt von dem seiner Berechnung zugrunde liegenden Konfidenzniveau ab, also der Fläche unter dem rechten Ausläufer der Wahrscheinlichkeitsfunktion. Diese Fläche bildet die Verluste ab, die durch das ökonomische Kapital abgedeckt sind. Die unterschiedlichen Anforderungen an die Höhe des ökonomischen Kapitals sind in der Graphik beispielhaft für ein Konfidenzniveau von 97,5 % und 99,98 % dargestellt. Der restliche Teil von 2,5 % bzw. 0,02 % ist nicht durch Kapital gedeckt. Ein Verlusteintritt in dieser Höhe würde zum Konkurs des Unternehmens führen. Ein Konfidenzniveau von 99,98 % ist beispielsweise für ein Triple-A-Rating erforderlich. Die Verbreitung solcher risikoadäquaten Renditeüberlegungen, welche schliesslich in der Bewertung eines Unternehmens münden, fördert das risikobewusste und unternehmerische Denken aller Marktteilnehmer, sei dies bei der kreditgebenden Bank, dem Investor oder dem Unternehmer selbst. Ziel jedes Unternehmers ist es, Mehrwert in seiner Unternehmung zu schaffen und somit den Unternehmenswert zu erhöhen. Nebst der Bestimmung von Produktepreisen und der risikoadäquaten Eigenkapitalhöhe bringen solche gedankliche Auseinandersetzungen den Vorteil, dass die knappen Eigenmittel dort eingesetzt werden können, wo nach Abzug der entsprechenden Risikokosten die höchste Rendite erwartet wird. Derzeit werden in der Unternehmensberatung diverse solcher Modelle entwickelt und erprobt. Die Einführung stellt sich jedoch meist schwierig dar, da vielfach die Bereitstellung der notwendigen Daten aus dem Rechnungswesen bzw. Controlling nicht gewährleistet ist. Die beiden dargestellten Modelle sollen nur einen Einblick in diese derzeitigen Bestrebungen geben. Analog des Datenmangels für Renditemodelle fehlen auch die Daten für die Erfassung entsprechender Risiken in den meisten Unternehmungen. Aufgrund der aufsichtsrechtlichen Tendenzen (Basel-Accord), entwickeln hierbei die Banken seit längerer Zeit mögliche Ansätze. Zu beachten ist jeweils auch die grundsätzlich verschiedenen Sichtweisen von Stake- und Shareholdern. Der Shareholder erwartet eine hohe Eigenkapitalrendite, also viel Gewinn und wenig gebundenes Eigenkapital. Den Stakeholder hingegen interessiert die Sicherheit bzw. die Überlebensfähigkeit des Unternehmens, also eine möglichst hohe Eigenkapitaldecke zur Abfederung allfälliger Verluste. 3.4 Risikomessung Die neue Basler Eigenkapitalvereinbarung sieht ein neues Drei-Säulen-Prinzip vor. Diese sich gegenseitig verstärkenden Säulen Mindestkapitalanforderungen (Pillar 1), Überwachungsprozess (Pillar 2) sowie die Marktdisziplin (Pillar 3) zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass eine ganze Fülle von Risikomanagement-Aspekten, wie Kreditrisikomanagement, Kreditsicherheiten, Asset- & Liability-Management, Securitisation, operationelle Risiken, Risk Reporting, teilweise detailliert thematisiert werden. Beim Aspekt der Risikomessung bewegt man sich in der Säule 1, wo es um die Mindestkapitalanforderungen für die Marktrisiken im Handelsbuch, die Kreditrisiken und die operationellen Risiken geht. Nach Basler Akkord sollen die Banken ihr Risikokapital für ihre Kreditpositionen neu entweder nach dem heute bereits verwendeten Standardverfahren, nach dem neuen IRB-Basisansatz (Foundation IRB) oder nach dem fortgeschrittenen IRB-Ansatz (Advanced IRB) quantifizieren können. Die zusätzlich neu vorgeschlagene Mindestkapitalregelung für die operationellen Risiken sieht vor, dass Banken aus drei Eigenmittel-Unterlegungsmethoden, welche sich in Komplexität und Risikosensitivität unterscheiden, auswählen können. Es handelt sich hierbei um den Basisindikator-Ansatz, das Standardverfahren oder ein bankeigenes internes Messverfahren. Grundsätzlich besteht überall dort, wo die Banken aus mehreren Unterlegungsmethoden auswählen können, die Absicht, die Wahl einer komplexeren und damit auch aufwändigeren Variante mit dem Anreiz von tieferen Eigenmittelanforderungen zu verknüpfen.

Seite -13- Diplomarbeit Nachdiplomstudium zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität Abbildung 4: Säule 1 des neu vorgeschlagenen Basler Accords Säule 1: Mindestkapitalanforderungen Eigenmittelunterlegung von Marktrisiken (unverändert) Standardverfahren Internes Modellverfahren Eigenmittelunterlegung von Kreditrisiken Standardverfahren (modifizierte Variante des heutigen Ansatzes) Foundation IRB (neu) Advanced IRB (neu) Eigenmittelunterlegung von operationellen Risiken (neu) Basisindikator-Ansatz (neu) Standardverfahren (neu) Internes Messverfahren (neu) Quelle: In Anlehnung an „Erläuternde Angaben zur Neuen Basler Eigenkapitalvereinb.“, Basler Ausschuss, Jan. 2001, Seite 3 3.4.1 Allgemeine Messmethoden Um Risken allgemein überhaupt messen zu können, muss man die Risikoursachen kennen. Diese können in der Gefahr einer Fehlentscheidung, der Gefahr einer Zielabweichung oder der Gefahr eines unvollkommenen Informationszustandes liegen. Demnach ist Risiko ein Ausdruck für die Gefahr, dass das effektive Ergebnis vom gewünschten Ziel negativ abweicht. Als Mass für das Risiko dienen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts und die Höhe der negativen Abweichung, was schliesslich meist anhand von mathematischen Verteilungsfunktionen dargestellt bzw. visualisiert wird. Bewertungsmethoden können grundlegend in quantitative Methoden, wie z.B. Methoden der Wahrscheinlichkeitsrechnung und qualitative Methoden, wie z.B. die Nutzwertanalyse 18 , unterteilt werden. Qualitative Bewertungsmethoden basieren nicht auf statistischem Datenmaterial wie im Falle der quantitativen Auslegung, sondern primär auf subjektiven und erfahrungsbezogenen Einschätzungen. Quantitative Ansätze beruhen auf rechnerischen Methoden und sind nur dann anwendbar, wenn eine ausreichende risikospezifische Datenmenge vorhanden ist. Eine Bewertung ist bei quantifizierbaren Risiken leichter als bei Risiken, die eher qualitativer Natur sind, wie z.B. System-, Wettbewerbs- oder Personalrisiken. Die Vorgehensweise der Risikobewertung kann grundsätzlich entweder "bottom up" oder "top down" erfolgen. Im Fall einer "bottom up"- Vorgehensweise wird ausgehend von den Ursachen der Risiken versucht, die möglichen Folgen für das Unternehmen herzuleiten und zu bewerten. Dazu ist eine eingehende Analyse der Prozesse - insbesondere bei der Bewertung operationeller Risiken - sowie deren Korrelation erforderlich. Erfolgt die Bewertung "top down", so stehen die bekannten Folgen der Risiken für ein Unternehmen im Vordergrund. Als Konsequenz davon werden mittels interner und externer historischer Daten die gesamten Risiken geschätzt. Der Vorteil besteht in der Vergleichbarkeit der Risiken zwischen verschiedener Unternehmen. 3.4.2 Marktrisiko 19 Die im Regelwerk „Änderung der Eigenkapitalvereinbarung zur Einbeziehung der Marktrisiken“ 20 des Basler Ausschusses im Jahre 1996 festgelegten Eigenkapitalanforderungen für die besonderen Kursrisiken im Handelsbuch können grundsätzlich entweder nach der vorgeschlagenen Standardmethode oder einem bankinternen Modell berechnet werden. Induziert durch die hohen Verluste im derivativen Geschäft, wie beispielsweise bei der in der diesjährigen NDS-

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