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Diplomarbeit_Hermann_Grab

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Seite -14- Diplomarbeit Nachdiplomstudium zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität im derivativen Geschäft, wie beispielsweise bei der in der diesjährigen NDS-Semesterarbeit der Hochschule für Wirtschaft in Luzern behandelten Metallgesellschaft 21 , begannen die Banken mit der Entwicklung von Messverfahren zur frühzeitigen Erkennung hoher Risiken und zum Management der Risikopositionen. Die führenden internationalen Grossbanken empfahlen 1993, die Marktrisiken im derivativen Geschäft mit dem Value-at-Risk (VaR) zu messen. Durch die potenzielle Anerkennung der VaR-Modelle für die bankaufsichtliche Eigenkapitalunterlegung zunächst durch den Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (als anerkanntes bankinternes Modell) und anschliessend durch die Europäische Union und die nationalen Bankenaufsichtsbehörden, hat diese Kennzahl enorm an Popularität gewonnen. Der VaR wird heute selbst für Kreditrisiken und operative Risiken teilweise berechnet und sogar bei Nichtbanken eingesetzt. Der Risikomessung für Marktrisiken ist in der Literatur bei weitem die grösste Aufmerksamkeit gewidmet worden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Bewertung solcher quantifizierbarer Risiken leichter ist als bei Risiken, die eher qualitativer Natur sind, wie z.B. Standortrisiken, Wettbewerbsrisiken oder Personalrisiken. 3.4.2.1 Value-at-Risk Im Bereich der (quantifizierbaren) Marktrisiken von Handelsportefeuilles haben sich in den vergangenen Jahren bestimmte Messmethoden durchgesetzt, die von verschiedenen Risikomassen ausgehen, wie z.B. der Varianz 22 oder Standardabweichung der Rendite des Handelsportefeuilles 23 , der Ruinwahrscheinlichkeit oder dem Value-at-Risk der Marktwerte der Positionen. Alle Masse müssen das gesamte Marktrisiko der Bank im Auge haben, also die Marktrisiken aller Bücher 24 , Abteilungen und Handelsbereiche, so dass Diversifikations-effekte 25 risikoreduzierend genutzt werden können. Als Risikomass steht im Folgenden der Value-at-Risk von Einzel- und Gesamtpositionen im Vordergrund der Überlegungen, weil dieses Mass in der Bankpraxis wie in der Bankenaufsicht eine herausragende Rolle spielt. Grundlage der Bestimmung des Abbildung 5: Value-at-Risk bei normalverteilten Marktwertveränderungen Quelle: Entwicklungslinien im Risikomanagement von Bernd Rudolph und Lutz Johanning in Handbuch Risikomanagement, Uhlenbruchverlage, 2000, Seite 27 Value-at-Risk sind die Ermittlung des Marktwertes der betrachteten Position sowie geeignete Risikoanalysen, aus denen sich der VaR aus der abgeleiteten Wahrscheinlichkeitsverteilung ergibt. Der Value-at-Risk gibt auf der Marktwertebene einen Verlustbetrag in Franken an, der nach einer bestimmten Halteperiode (z.B. einem Tag) nur mit einer vorgegebenen geringen Wahrscheinlichkeit (p) (z.B. 1 % oder 5 %) überschritten wird. Der VaR ist also ein sehr flexibles Risikomass, weil unterschiedliche Haltedauern und Überschreitungswahrscheinlichkeiten vorgegeben werden können. Der Value-at-Risk einer Position ist das Ergebnis einer Risikoanalyse, mit deren Hilfe eine Wahrscheinlichkeitsverteilung möglicher zukünftiger Marktwerte bzw. Marktwertänderungen abgeleitet wird, für die dann der Value-at-Risk als spezielles Verteilungsquantil berechnet wird. Diese Kennzahl hat für die bankinterne Steuerung ebenso Bedeutung, wie für die bankaufsichtsrechtliche Risikobegrenzung, weil sie sich für risikobezogene Erfolgskennzahlen wie RAROC 26 einsetzen lässt. Der Value-at-Risk kann je nach Art der zugrunde liegenden Risikoanalyse mit Hilfe verschiedener Verfahren berechnet werden, von denen insbesondere die historische Simulation 27 und die Monte-

Seite -15- Diplomarbeit Nachdiplomstudium zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität Carlo-Simulation 28 in der Praxis Bedeutung haben. Alle Verfahren bestimmen die Wahrscheinlichkeitsverteilung der zukünftigen Gewinne oder Verluste durch die Analyse der Häufigkeit bestimmter Marktwertveränderungen des Handelsportefeuilles in der Vergangenheit. Die einzelnen Verfahren weisen Vor- und Nachteile auf, die vom besonderen Zweck der Rechnung und von der Art der zu beurteilenden Positionen abhängen. Neuere statistische Ansätze nach der Extremwerttheorie befassen sich sogar ausführlich mit der Erfassung der Enden (tails) der Verteilungen und können damit noch bessere Schätzungen der VaR-Werte erreichen. 3.4.2.2 Sensitivitäts- und Szenarienanalysen Sensitivitäts- und Szenarienanalysen werden durchgeführt, um Auskunft über hypothetische Marktwerte der Einzelpositionen und der gesamten Risikoposition bei einer angenommenen Veränderung der Marktpreise, der Zinsstruktur oder der Wechselkurse um bestimmte Prozent- bzw. Basispunkte geben zu können. Hierbei können Standard- oder sogenannte Worst-Case-Szenarien 29 getestet bzw. durchgerechnet werden. Marktwertveränderungen stellen im Kern Sensitivitätsanalysen dar, die durch zwei Fragestellungen geprägt sind: • Wie empfindlich reagieren die Marktwerte von Einzel- oder Gesamtpositionen auf eine Änderung der Risikofaktoren (Zinskurve, Wechselkurse, usw.)? • Um wie viel Prozent können sich die Bewertungsfaktoren ändern, damit bestimmte vorgegebene Marktwertänderungen nicht überschritten werden? Für die verschiedenen Varianten der Sensitivitätsanalysen gibt es keine dominierenden Lösungen, weil das Hauptaugenmerk der Rechnungen in unterschiedlichen Fragestellungen liegt. Die Auswertungsmöglichkeiten der Sensitivitätsanalysen sind durch die gewählten Vorgaben beschränkt. Vorgegebene Basispunktveränderungen führen zu berechenbaren Barwertgrenzen. Das Ergebnis der Analysen ist die z.B. für einen Tag oder eine Woche auf der Basis der fest vorgegebenen oder historisch bedingten Faktorsensitivitäten abgeschätzte Veränderungsgefahr des Marktwertes der risikobehafteten Positionen. Veränderungsmöglichkeiten der Einzelpositionen können ebenso aufgezeigt werden wie die Veränderungsmöglichkeiten von Gesamtpositionen. 3.4.3 Kreditrisiko 3.4.3.1 Standardverfahren Die Standardmethode entspricht dem Konzept der geltenden Eigenkapitalvereinbarung, weist jedoch eine risikogerechtere Ausrichtung auf. Die Bank teilt sämtlichen Aktiven und ausserbilanzlichen Positionen Risikogewichte zu und summiert die risikogewichteten Werte der Vermögenspositionen. Ein Risikogewicht von 100 % bedeutet, dass ein eingegangenes Risiko in der Berechnung der risikogewichteten Aktiven zum vollen Wert berücksichtigt wurde, und dies wiederum drückt sich in einer Eigenkapitalquote von 8 % des Wertes aus. Analog dazu führt ein Risikogewicht von 20 % zu einer Eigenkapitalquote von 1,6 %. Die einzelnen Risikogewichte sind nach geltender Regelung von der allgemeinen Risikokategorie der Schuldner (d.h. Staaten, Banken oder Wirtschaftsunternehmen) abhängig. In der neuen Eigenkapitalvereinbarung sollen die Risikogewichte verfeinert werden, und zwar anhand der Bewertungen durch ein externes Bonitätsbeurteilungsinstitut (z.B. eine Ratingagentur), das strenge Standards erfüllen muss. Beispielsweise sieht die geltende Eigenkapitalvereinbarung für Unternehmenskredite ein einziges Risikogewicht von 100 % vor, während in der neuen Regelung vier Kategorien möglich sind (20 %, 50 %, 100 % und 150 %). 3.4.3.2 Auf internen Ratings basierender Ansatz (IRB-Ansatz) Beim IRB-Ansatz schätzt eine Bank die Bonität sämtlicher Schuldner und überträgt die Ergebnisse in Schätzungen der zukünftigen potentiell anfallenden Verlustbeträge, die die Grundlage für Mindestkapitalanforderungen darstellen. Die neue Regelung lässt sowohl eine Basisversion (Foundation) als auch eine fortgeschrittene Methode (Advanced) für Engagements gegenüber Privatunter-

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