Aufrufe
vor 3 Monaten

Diplomarbeit_Hermann_Grab

Seite -16-

Seite -16- Diplomarbeit Nachdiplomstudium zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität nehmen, Staaten und Banken zu. Bei der Basisversion schätzt die Bank in bezug auf jeden Schuldner die Ausfallwahrscheinlichkeit, und die Aufsichtsinstanz liefert die übrigen Input-Faktoren. Bei der fortgeschrittenen Methode wird es einer Bank mit einem ausreichend entwickelten Verfahren für die interne Kapitalallokation gestattet, weitere notwendige Input-Faktoren selbst zu ergänzen. Sowohl bei der Basisversion als auch beim fortgeschrittenen IRB-Ansatz ist die Palette der Risikogewichte viel breiter als bei der Standardmethode, wodurch diese Ansätze risikogerechter werden. Rege Diskussionen in Theorie und Praxis sowie erste konkrete Umsetzungen zeigen, dass es auch für Kreditrisiken - wie für Marktrisiken bereits vollzogen - zu einer Anerkennung interner Risikomodelle kommen wird. Dies reflektiert den weitverbreiteten Konsens, dass eine bankaufsichtsrechtliche Regulierung in Zukunft nicht nur nach dem Risikogehalt der Einzelpositionen differenzieren, sondern auch das Kreditportefeuille verstärkt in den Blick genommen werden muss. Aufgrund fehlender Daten, fehlender Zeitkonsistenz und unklarer Verteilungsfunktion hat der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht das Value-at-Risk-Modell für den Einsatz in Kreditbewertungsmodellen derzeit noch nicht zugelassen. Unabhängig davon sind bedeutende Fortschritte in der Modellierung von Kreditrisiken gemacht worden. Daraus folgt die Erwartung, dass mit weiteren Fortschritten in der Modellbildung und Datensammlung interne Ratingsysteme mit Value-at-Risk- Modellen auch im Kreditbereich für bankaufsichtliche Zwecke eine wichtige Rolle spielen werden. Wie bei den Marktrisiken werden Kreditrisiken vom Finanzinstitut bewusst eingegangen, um damit resultierende Chancenpotentiale zu nutzen. Bekanntlich führt die Preisstellung bei Krediten auf Basis der durchschnittlichen Kreditqualität zu einer für die guten Kreditnehmer zu hohen und für die qualitativ unterdurchschnittlichen Kreditnehmer zu einer zu niedrigen Risikoprämie. Als Folge sammeln sich im Portefeuille der Buchkredite schlechte Risiken, während weniger riskante Kreditpositionen über Commercial Paper Emissionen 30 und über Asset Backed Transaktionen 31 an die Märkte weitergereicht werden und vielleicht auf diese Weise sogar im Handelsbuch der Bank mit angemesseneren Kapitalunterlegungsvorschriften wieder auftauchen. Im marktwertorientierten Kreditrisikomanagementansatz wird davon ausgegangen, dass der durchschnittliche Kreditausfall aus dem laufenden Geschäft durch eine entsprechende Preisstellung abgedeckt wird. Der durchschnittlich erwartete Ausfall im Kreditgeschäft eines bestimmten Segments ergibt sich als Produkt aus der Wahrscheinlichkeit des Default-Ereignisses (Probability of Default) und dem durchschnittlich erwarteten Verlust in diesem Segment. Gegenstand aufsichtsrechtlicher Kapitalunterlegungsvorschriften ist der Value-at-Risk bzw. Capital-at-Risk (CaR). Mit diesem Begriff soll keine Abbildung 6: Konzept der regulatorischen Eigenkapitalunterlegung von Kreditrisiken Quelle: Entwicklungslinien im Risikomanagement von Bernd Rudolph und Lutz Johanning in Handbuch Risikomanagement, Uhlenbruchverlage, 2000, Seite 35 inhaltliche Unterscheidung, sondern ein weiterer Bezug angedeutet werden, dass nämlich alle Bankrisiken und nicht nur die Risiken des Handelsbereichs einer Kapitalunterlegung bedürfen. Bezüglich der Messbasis wird der VaR bzw. CaR als 95 % oder 99 % Quantil der Verteilungsfunktion der Kreditverluste bestimmt. Da Kreditverlustverteilungen eine typische Schiefe aufweisen 32 , sind analytische Verfahren zur Bestimmung der Verlustverteilungen des Kredit-

Seite -17- Diplomarbeit Nachdiplomstudium zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität portfolios auf der Basis der Normalverteilung ausgeschlossen. Stattdessen müssen die VaR-Werte mit Hilfe von Simulationsrechnungen auf der Basis historischer Erfahrungen ermittelt werden. Der Verlust bzw. Risikobegriff setzt im Kreditgeschäft typischerweise an einem Defaultereignis an. Verlust oder Risiko kann aber auch weitergehend definiert werden als negative Veränderung der Kreditnehmerqualität. Da die Kreditnehmerqualität durch eine Ratingziffer ausgedrückt werden kann, liegt der Begriff des Rating-Risikos nahe. Vermindert sich das Rating eines Unternehmens von AAA nach A, so ist das Unternehmen zwar noch nicht ausfallbedroht, die Wahrscheinlichkeit für ein zukünftiges Defaultereignis hat sich aber erhöht, so dass bei einer Marktbewertung der Forderung ein Marktwertabschlag erwartet werden sollte. Der Verlustbegriff bzw. Risikobegriff im Marktwertansatz (vgl. Bewertung Marktrisiko) ist also viel umfassender, als jener des Default Begriffs. 3.4.4 Operationelles Risiko In der Neuen Eigenkapitalvereinbarung des Basler Ausschusses wurden im Zuge der bevorstehenden Überarbeitung der Messmethodik für den Kreditrisikobereich auch intensive Diskussionen zur quantitativen Behandlung von operationellen Risiken angeregt. Dies rührt daher, dass man durch das vorgesehene Ersetzen der pauschalen Kapitalanrechnungsbeträge im Kreditbereich durch ausgefeiltere Modelle eine Verminderung des hierdurch unterlegten Eigenkapitalbedarfs befürchtet und die implizit als Puffer im vormaligen Standardverfahren enthaltenen Risiken (u.a. Operational Risk) mit eigenständigen Kapitalanrechnungsbeträgen unterlegen möchte. Obwohl diese Entwicklung vielerorts erst in den Anfängen steckt, lässt sich hieraus ein gewisser Handlungsbedarf für alle Banken ableiten, sich nicht nur mit dem Management, sondern auch der Messung von Operational Risk zu beschäftigen, und somit einen Rahmen für ein umfassendes Risikomanagement aller Risikoarten zu schaffen. Neben der Erfüllung zukünftiger aufsichtsrechtlicher Anforderungen impliziert auch die zunehmende Verwendung risikogerechter Performance- und Steuerungsmasse eine Beschäftigung mit dem Thema. Sie sollten in einer entsprechenden Quantifizierung münden, da eine Nichtberücksichtigung dieser wie oben dargestellt mehrheitlich als sehr wichtig angesehenen Risikoart eine Verzerrung der Profitabilitäts- und Risikosicht der einzelnen Unternehmensbereiche bedeuten würde und zu einer Fehlsteuerung bezüglich Kapitalallokation führen könnte. Dabei befindet sich Operational Risk im Sinne von getätigten Investitionen und Stand der Messmethodik in einer ähnlichen Situation wie Marktpreis- und Kreditrisiken Ende der 80er Jahre, d.h. es gibt noch keine allgemein akzeptierten bankinterne Standards. Im Basler-Accord II schlägt der Ausschuss zur Erfassung des operationellen Risikos mehrere Ansätze vor. Wegen der begrenzten Verfügbarkeit von Verlustdaten hat der Basler Ausschuss eine Umfrage bei mehreren international tätigen Banken durchgeführt, um den Anteil des ökonomischen Kapitals zu bestimmen, der diesem Risiko zugeordnet wird. Die Vorarbeiten lassen erkennen, dass diese Banken durchschnittlich 20 % des ökonomischen Kapitals für die Abdeckung der operationellen Risiken vorsehen. Der Ausschuss beabsichtigt, den Banken die Anwendung fortgeschrittener Ansätze zur Messung des operationellen Risikos, auf der Basis einzelner Geschäftsfelder, zu gestatten. Zum Beispiel können Banken das operationelle Risiko in einigen Geschäftsfeldern nach dem Standardansatz ermitteln und in anderen einen eigenen Bemessungsansatz verwenden (vgl. hierzu 9.1 "Anhang 1: Bemessungsmöglichkeiten operationeller Risiken nach Basel II"). Grundsätzlich wird von international tätigen Banken erwartet, dass sie einen fortgeschritteneren Ansatz als den Basisindikatoransatz verwenden.

"No Risk - No Business" - Risikomanagement in ...
Operationelle Risiken bei Kreditinstituten - Versicherungsmagazin
Unternehmen vor Risiken sch
Risikomanagement ist Chefsache - Deutsche Bank
Ausgabe Dezember 2008 - Willkommen bei Marsh, dem weltweit ...
Liquidität und Gefahren im globalen Business - Solution Matrix
Prozesse Qualität Projekte Risiko Managementsysteme 2009
RESEARCH, "Risiken managen – Chancen nutzen" [PDF] - Sauren
im Unternehmen - Prof. Dr. Uwe Christians
Offenlegungsbericht der Mercedes-Benz Bank 2012 (PDF)
Joint Forces Generate Success - Oliver Wyman
WWF_Studie_Wasserrisiko_Deutschland
Versichern und versorgen - CDH
Alternativen zum Kredit
Studienführer Nachdiplomstudium HF Unternehmensführung
Nachdiplomstudium Leadership und Management NDS ... - KV Luzern
Themenarbeit HTA.SWE.S08 Pascal Ming 23.Juni 2008 - Wikis on ...
Geschäftsfelder Acrys Kompetenzfelder
MQ Management & Qualität - Risikomanagement ... - Schleupen AG
FORUM
Risk Profiling. Ihre individuelle Risikoanalyse.
Segment- berichte - Raiffeisen Zentralbank Österreich AG
Leseprobe zum Titel: Bankkredit adieu! - Die Onleihe
Fachinformation Risikomanagement - RePro - Ressourcen vom Land