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Diplomarbeit_Hermann_Grab

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Seite -30- Diplomarbeit Nachdiplomstudium zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität 5.2.3 Kontrolle / Anreize Aus kriminologischer Sicht lassen sich wirtschaftskriminelle Phänomene grundsätzlich mittels verschiedener Theorien erklären. Im Rahmen der Kontrolltheorie von Travis Hirschi verhalte man sich nur insofern nicht konform, als die Kosten, und zwar weniger die eigentlichen Strafen als vielmehr alle Risiken, die man diesfalls auf sich nimmt 45 geringer sind als der zu erwartende Nutzen. Der Delinquent gewichtet den raschen Vorteil höher als die längerfristigen Nachteile, weil er das Risiko sucht. Die Wirtschafts- und Börsenboomphasen der letzten Zeit, in der die Gewinn- und Wachstumsaussichten unbegrenzt erschienen, verlangten von den Managern eine gewisse Risikoneigung, um überhaupt die gewünschten Jahresresultate erzielen zu können. Die Unternehmungen gewichteten ihren kurzfristigen Gewinn (gesteigerter Börsen- bzw. Unternehmenswert) höher, als die enormen latenten Risiken (teilweise sogar existenzbedrohliche Risiken), die sie bei ihren Entscheidungen eingingen. Man kann sagen, sie liessen sich von kurzfristiger Gewinn- und Bonusmaximierung blenden und vernachlässigten die nachhaltige Existenzsicherung des Unternehmens durch krasse Missachtung der Risiken. Hierbei gilt es sicherlich, künftig ein effizientes unternehmensweites Risikomanagement zu schaffen. Eine weitere kriminologische Sichtweise entspringt dem sogenannt situativen Ansatz, wonach das (Delikt) früher oder später ausgeführt werde, was einfach und risikolos begangen werden könne. Also nach dem Motto; Gelegenheit macht Diebe. In diesem Zusammenhang wird insbesondere das Interne Kontrollsystem (IKS) angesprochen, welches hier seine Wirkung entfalten muss. 5.3 Ansätze für ein integrales Management operationeller Risiken Jean-Marc Piaz, welcher am Institut für schweizerisches Bankwesen der Universität Zürich tätig war, schliesst in seiner Dissertation zum Thema "Operational Risk Management bei Banken" betreffend der aktuellen Situation im Umgang mit operationellen Risiken wie folgt ab: "Das Ziel einer unternehmensweiten Erfassung sowie einer einheitlichen Bewertung und Aggregation operationeller Risiken steht noch in weiter Ferne und wird aufgrund des hohen Komplexitätsgrades vermutlich nie erreicht werden können." 46 Dies dürfte im Rahmen einer praktischen Umsetzung und Bewertung sicherlich so sein. Trotzdem wollen wir mögliche Grundzüge eines Modells für ein integrales Management operationeller Risiken im Hinblick auf eine Wertschaffung für das Unternehmen entwickeln. 5.3.1 Integral-Cash-Risk-Exposure-Model (ICREM) In einer ersten Phase wollen wir uns die Situation des risikoadäquaten Deckungskapitals (nachfolgend Risk-Exposure-Cash-Capital (RECC) genannt) anhand eines möglichen Modells betrachten. Die Überlegungen hierzu basieren auf dem bereits erläuterten Capital Asset Pricing Model (CAPM) 47 , welches aus der modernen Finanzmarkttheorie entstammt. Das hier vorgestellte Modell bezeichnen wir als Integral Cash-Risk-Exposure-Model (ICREM) und soll den Zusammenhang zwischen Unternehmensrisiken und deren Unterlegungsmittel aufzeigen, welche zu einem unternehmensadäquaten Satz verzinst werden. Das Modell unterteilt die Finanzierung eines Unternehmens in einerseits für den Betrieb- und die Investitionen in Produktionsanlagen notwendiges Kapital. Dieses dient dazu, über den Cashflow die investierten Mittel sowie über einen kalkulierten Gewinn, in welchem die normalen und absehbaren systemischen Risiken, wie Delkredere-, Markt-, Finanzierungs- oder Garantierisiken, bereits einkalkuliert sind, wieder einzubringen. Dies entspricht dem Equivalent des Betriebsvermögens und der Investments (Anlagen). Der andere Teil der Unternehmensfinanzierung stellt das Risiko-Deckungskapital (RECC) dar, welches durch eine Überkalkulation in den Produktepreisen finanziert werden soll (Risikokosten). Dies entspricht letztlich dem Equivalent des unternehmensweiten Risk-Exposures. Veranschaulicht als Modell sieht dies wie folgt aus:

Seite -31- Diplomarbeit Nachdiplomstudium zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität Abbildung 16: Integral-Cash-Risk-Exposure-Model (ICREM) transferrierte Risiken Cash-Abfluss an Dritte = Risiko- Fremdfinanzierung Risk-Exposure- Portfolio = Risikokosten + Risk-Exposure-Cash- Capital (RECC) Risiko- Eigenfinanzierung Verzinsung durch + + + Überkalkulation Betriebsvermögen & Investments = ordentlich kalkulierter Gewinn + Betriebs- & Kapitalfinanzierung Normale, marktübliche Finanzierung Verzinsung durch = = = Kalkulation Gesamt-Investment- Portfolio (Assets) = unternehmensweiter, adäquater Mehrwert + Eigen- & Fremdkapital Gesamt-Finanzierung Quelle: Eigene Darstellung risikoadäquate Verzinsung Die an Dritte (Kapitalmarkt, Versicherungen, usw.) transferierten Risiken werden im Modell der Vollständigkeit halber auf erster Stufe mitaufgeführt. Das Modell soll verdeutlichen, dass nebst der normalen kalkulierten Betriebs- und Kapitalfinanzierung ein Unternehmen noch auf einen speziellen Liquiditäts-Stock (RECC) angewiesen ist, welcher durch eine Art Risikoprämie durch eine Überkalkulation verzinst werden sollte und als Deckungskapital für nicht betriebssystemische Risiken dient. Dies bedingt das unternehmerische Bewusstsein, zusätzliches Cash-Capital zu halten, wofür auch eine entsprechende Verzinsung über den Gewinn erarbeitet werden muss. Beachtet ein Unternehmen die Grundsätze dieses Modells, sollte es nicht Gefahr laufen, in eine existenzbedrohliche Krise zu geraten. Wie sich die risikoadäquate Verzinsung des Modells darstellen lässt, veranschaulicht die nächste Abbildung in Form eines angepassten CAPM's. Daraus wird ersichtlich, dass der zusätzliche Risiko-Cash-Stock (RECC) zur Abdeckung der unterstellten Unternehmensrisiken durch die Risikokosten eine entsprechend höhere (risikoadäquate) Rendite erwirtschaften muss. Dies wird, wie im obigen Modell dargestellt, durch eine Berücksichtigung in der Preiskalkulation erreicht. Abbildung 17: Das ICREM angepasst im Capital Asset Pricing Model (CAPM) + Risikokosten (Überkalkulation) Ren dite Steigung = Verzinsung Vemarktübliche (risikoadäquate) Rendite ordentlich, kalk. Gewinn Risikofinanzierung Betriebs - & Kapitalfinanzi e rung + Risiko - Cash - Stock Quelle: Eigene Darstellung

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