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Berner Kulturagenda 2018 N°9

Berner Kulturagenda 2018

DO 8. – MI 14.3.2018 N°9 / www.bka.ch Seite 3 Das NVB-Theater zeigt die Satire «Frau Müller muss weg!» im Kulturhof Schloss Köniz Die tibetisch-schweizerische Band Porok Karpo spielt bei Bee-flat Pegelstand, Kolumne von Christian Pauli Seiten 4 bis 11 Agenda, Ausstellungen und Kino Seite 12 Monumental Men taufen ihre Debüt-EP im Dachstock Julian Koechlin ist der Schauspieler der Stunde. Am Konzert Theater Bern gibt er sein Bühnendebüt in «Kinder der Sonne» Im Thun-Panorama ist die Ausstellung «Bergwärts» zu sehen Drei Klassiktipps in der Übersicht Mark Fitton Alte Bekannte und Neuentdeckungen Die vielseitige amerikanische Jazzsängerin Cécile McLorin Salvant tritt am Internationalen Jazzfestival Bern auf. Zu entdecken gibt es auch den Blues des Gitarristen Eddie Cotton Jr. Der Organist Joey DeFrancesco eröffnet das Festival. 3 Cynthia Berger Kulturtipps von Ayu Die Berner Sängerin Ayu bewegt sich zwischen der Hansestadt Hamburg und Bern und spielt elektronischen Pop mit einer Stimme, die im Gedächtnis bleibt. Im Bierhübeli singt sie um eines der begehrten Tickets für die Waldbühne am Gurtenfestival (Fr., 9.3., 19.30 Uhr). Machen Sie den ersten Satz: Können wir uns zum Weltfrauentag endlich einmal darum kümmern, die Lohngleichheit zwischen Frau und Mann gesetzlich zu verankern? Und was soll der letzte sein? Das versteht sich von selbst. Wohin gehen Sie diese Woche und wozu? 1. Am Sa., 10.3., gehe ich tanzen an Lo & Leducs «Update»-Konzert im Dachstock der Reitschule (22 Uhr). «Zum luegä wi si flügä» und dann «im erschte Tram» nach Hause zu fahren – oder «wart schnäu», doch in der Cuba Bar versumpfen? Ya ya ya! 2. Am So., 11.3., zieht es mich ins Kino Rex. Im Rahmen der Retrospektive von Jeanne Moreau schaue ich den Truffaut-Klassiker «Le mariée était en noir» (18.15 Uhr). Amour fou, ay ay ay! 3. Am Mi., 14.3., gehe ich ins Ono an die Lesung von Meral Kureyshi (20 Uhr). Ihr Debütroman «Elefanten im Garten» ist grande, und etwas vorgelesen zu bekommen ist eh etwas Gutes. Von der Hölle in den Orkus «Eldorado» heisst der neue Dokumentarfilm von Markus Imhoof. Er zeigt die einzelnen Stationen, die Flüchtlinge durchwandern, und wie wir Europäerinnen und Europäer ihnen begegnen. Giovanna kam 1945 als Flüchtlingskind aus Italien in die Schweiz, in die Familie des Filmemachers Markus Imhoof. Die Migrationswellen schwappten schon einmal nach Europa. Diese persönliche Erfahrung des Regisseurs von «More Than Honey» und «Das Boot ist voll» ist Kern seines neuen Dokumentarfilms «Eldorado». Die Kamera ist extrem nah am Geschehen, was einem zum Nachdenken zwingt. Imhoof zeigt schonungslos die einzelnen Stationen der Odyssee, auf die Massimo Sestini sich die Flüchtlinge begeben. Er begleitet ein Schiff der italienischen Marineoperation Mare Nostrum, die Flüchtlingsboote aus dem Ozean holt. Er zeigt ein Flüchtlingslager in Italien und wie die Männer nach Ablehnung des Asylantrags in sklavenähnlichen Verhältnissen auf Tomatenplantagen arbeiten und in einem Slum leben. Den Frauen bleibt einzig die Prostitution, das Ghetto wird zum grössten Bordell der Umgebung. Das mickrige Gehalt schicken die Arbeiter in ihre Heimat, wo ihre Familien Tomatenbüchsen Ungewisse Zukunft: Flüchtlinge auf einem Schiff der Marineoperation Mare Nostrum. aus Italien kaufen. Der Import hat die afrikanische Produktion vernichtet. Sie sind durch diese Hölle gegangen, um in Italien als Sklaven EU-subventionierte Tomaten zu pflücken. Bleiben oder gehen Später begleitet die Kamera Zollwächter in Chiasso, wie sie Reisende kon trollieren und nach Italien zurückschicken. Sie filmt in unterirdischen, fensterlosen Bunkern, die in der Schweiz als Asylunterkünfte dienen, und zeigt schliesslich, wie das Amt für Migration über Bleiben oder Gehen entscheidet. Lula Pergoletti CineCamera, Bern. Täglich (ausser Do.), 18.30 Uhr. Do., 18 Uhr CineMovie, Bern. Täglich, 12.30 Uhr www.quinnie.ch Flowerpower Lieder mit Revoluzzergeist: Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Muristalden geben ein Konzert zum Sommer 1968. «California Dreaming» – Wenn es ein Lied gibt, das hier nicht fehlen darf, ist es diese Hippiehymne von The Mamas and The Papas. Weiter verströmen die Beatles oder Mani Matter, aber auch heutige Freigeister wie Lady Gaga Flowerpower am Konzert «Summer 68» im Gymnasium Muristalden. In alten Videos gestöbert «Ein grosser Teil der Schülerinnen und Schüler kennt die Lieder der 68er», sagt die Musiklehrerin Jacqueline Bernard. Sie hätten hitzig diskutiert, ob die alten Hits noch cool seien oder nicht. Unbestritten aber machten sie gute Laune: «Besonders, als wir dazu die Youtube-Videos schauten.» Die Musik der Protestbewegung hat überlebt. Und ihre Ideen? Dies will unter anderem der Themenabend «1968: Eine Zeit des Aufbruchs – und heute?» herausfinden. Der Pädagogik-Historiker Fritz Osterwalder hält einen Vortrag, danach gibt es ein Podium zum Einfluss der 68er auf das Bildungswesen, die Gesellschaft und die Politik. Céline Graf Campus Muristalden, Bern Vortrag und Diskussionsrunde mit Ruth-Gaby Vermot, Therese Reusser, Rudolf Strahm und Peter Hug: Do., 8.3., 19 Uhr Konzerte: Mi., 14. und 15.3., 20 Uhr www.muristalden.ch